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Hessischer Kulturpreis
Kirchenfürsten verweigern den Dialog und blamieren das Kuratorium
Wie sie es mit Toleranz und Achtung anderer Weltanschauungen halten zeigten christliche Würdenträger beim Hessischen Kulturpreis 2009 – Kultur Links
Der Hessische Kulturpreis 2009 sollte an
Karl Lehmann, katholischer Bischof von Mainz,
Peter Steinacker, früherer Präsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau,
Salomon Korn, Vizepräsident des Zentralrates der Juden, und an
Navid Kermani, iranisch-deutscher Schriftsteller, Muslim, verliehen werden.
Karl Lehmann und Peter Steinacker lehnten den Preis ab. Sie wollten ihn nicht zusammen mit dem Muslim Navid Kermani verliehen bekommen, "wegen der so fundamentalen und unversöhnlichen Angriffe auf das Kreuz als zentralem Symbol des christlichen Glaubens" des Autors Kermani.
Der Preis sollte den interreligiösen Dialog fördern. Nach der Ablehnung durch die beiden Kirchenmanager entschied sich das Kuratorium des Kulturpreises unter Leitung des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch, CDU, gegen den Dialog und verlieh den Preis nur an die beiden Dialogverweigerer und Salomon Korn.
"Dialog ohne Partner", SZ, 15.5.2009, S. 11 – "Ich könnte an ein Kreuz glauben", SZ 16.5.2009, S. 13 – "Dialog aif hessisch", SZ, 19.5.2009, S. 11
Zuvor wollte das Kuratorium den in der Türkei geborenen Wissenschaftler Fuat Sezgin als Vertreter des Islams auszeichnen. Doch dieser lehnte wegen der gleichzeitigen Preisvergabe an Salomon Korn ab. Korn habe, so erklärte Sezgin, die Auseinandersetzung zwischen Israel und den Palästinensern im Gazastreifen einseitig kommentiert. Dafür wurde Kermani ausgewählt. Er ist 1967 geboren, lebt in Köln und ist Mitglied der Deutschen Islamkonferenz.
Navid Kermani schrieb in der Neuen Zürcher Zeitung, 14.3.2009, eine Betrachtung zum Altargemälde von Guido Reni vom gekreuzigten Christus in der Basilika San Lorenzo in Lucina, Rom.
Darin schrieb er:
Reni
Gemälde von Reni
“Kreuzen gegenüber bin ich prinzipiell negativ eingestellt. Nicht, dass ich die Menschen, die zum Kreuz beten, weniger respektiere als andere betende Menschen. Es ist kein Vorwurf. Es ist eine Absage. Gerade weil ich ernst nehme, was es darstellt, lehne ich das Kreuz rundherum ab. Nebenbei finde ich die Hypostasierung des Schmerzes barbarisch, körperfeindlich, ein Undank gegenüber der Schöpfung, über die wir uns freuen, die wir genießen sollen, auf dass wir den Schöpfer erkennen.”
“Für mich formuliere ich die Ablehnung der Kreuzestheologie drastischer:
Gotteslästerung und Idolatrie (Götzendienst).”
Fazit
• Die beiden christlichen Würdenträger entlarven den interreligösen Dialog als reine Farce
• Karl Lehmann straft die verbale Annäherung des Papstes Josef Ratzinger Lügen
• Das Kuratorium machte sich zum Büttel der beiden christlichen Religionsvertreter
• Politiker (im Kuratorium) buckeln vor Kirchenvertretern
Statt der Kirchenfürsten hier der Dichterfürst:
“Mir willst du zum Gotte machen
Solch ein Jammerbild am Holze!”
West-östlicher Divan, Aus dem Nachlass, Johann Wolfgang von Goethe
Links
KulturpreisNavid Kermani: "Bildansichten: Warum hast du uns verlassen?Guido Renis «Kreuzigung»"
KulturpreisNachveröffentlichung des Artikels von Navid Kermani, „Neue Zürcher Zeitung“, 14. Mai 2009
KulturpreisHessischer Kulturpreis 2009 für Prof. Karl Kardinal Lehmann, Kirchenpräsidenten a. D. Prof. Peter Steinacker und Prof. Salomon Korn, 13.05.2009 - Pressemitteilung
KulturpreisHessischer Kulturpreis 2009 für Prof. Salomon Korn, Prof. Karl Kardinal Lehmann, Prof. Fuat Sezgin und Kirchenpräsident Prof. Peter Steinacker, 04.12.2008 - Pressemitteilung
KulturpreisHessischer Kulturpreis (Wikipedia)
dialogMichael Hofmann: "Unfähig zum Dialog. Christliche Repräsentanten brüskieren Navid Kermani anlässlich der geplanten Verleihung des Hessischen Staatspreises für Kultur. Eine Bewertung aus kulturwissenschaftlicher Perspektive". literaturkritik.de 7, Juli 2009
KulturpreisReligionsstreit spaltet Kulturpreisträger, Zeit Online 13.5.2009
KulturpreisBasilika San Lorenzo in Lucina, Rom
KulturpreisGuido Reni
 

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