Email zurück zur Homepage eine Stufe zurück
Pädophilie
Die Katholische Kirche als Hort der Pädophilie und
anderer Verbrechen an Kindern

seit Jahrhunderten
Vergewaltigung – Vertuschung – Augen zu – war zulange die Leitlinie der Handlungen
Durchwegs ist das verharmlosende "Missbrauch" oder "Übergriff" oder "Grenzverletzung" durch "sexuelle Gewalt" zu ersetzen.
Kirche LinksKirche LiteraturKirche Empfehlenswerte Literatur zu den Menschenrechten
Klerus
Der römisch-katholische Klerus hat wohl jahrhundertelang diese Evangeliumsstelle völlig falsch aufgefasst:
“Und er stellte ein Kind in ihre Mitte, nahm es in seine Arme und sagte zu ihnen: Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf”, Mk 9,36-37
Statt Aufklärung: Leugnung der Verbrechen und Verhöhnung der Opfer

An vielen katholischen Schulen, Internatsschulen und sogenannten Eliten wie bei den Regensburger Domspatzen wurden Kinder jahrzehntelang verbrecherisch missbraucht. Bereits in den 50-er Jahren wurden Fälle publik und vereinzelt sogar Täter verurteilt, aber von den Bistümern wieder eingesetzt: sie beginnen oft neue Straftaten.
Noch im Jahre 2012 lehnte das Bistum Regensburg auch nur eine symbolische Anerkennnung der Opfer ab. Sie wurden verhöhnt mit Bescheiden dieser Art:
„Wir konnten [...] Ihre Aussagen zur Frage eines sexuellen Missbrauches leider nicht nachvollziehen.”
„Eine Leistung in Anerkennung von erlittenem Leid erscheit auf diesem Hintergrund nicht gerechtfertigt.”
Jahre später erst wurde man einsichtig und revidierte diese Opferverhöhnung. Doch auch im Jahre 2015 melden sich neue Opfer, andere kämpfen weiter seit Jahrzehnten um ihre Anerkennung und um die Täter wird immer noch ein Schutzmantel des Schweigens gelegt. Die Täter werden – wenn überhaupt – zu milden Strafen auf Bewährung (!) verurteilt.
MissbrauchKirche zwischen Schuld und Sühne - Eine Bilanz fünf Jahre nach dem Missbrauchsskandal. BR 18.03.2015
Statt Aufklärung: Aktenvernichtung, Verzögerung und keine neutrale Untersuchung

Die tausende Missbrauchsopfer (auch nach Jahren der sog. Aufklärung steht weder die Zahl der Opfer noch der Täter einigermaßen genau fest) wurden ein weiteres Mal gedemütigt. Während der Jesuitenorden und Bischof Franz-Josef Bode aus Osnabrück ehrlich aufklären wollen, mauern die anderen Bischöfe. Statt Fakten aufgrund von Akten stellte die Bischofkonferenz im März 2014 ein interdisziplinäres Forschungsprojekt vor. Die Wissenschaftler sollen die zahlreichen Kindesmissbrauchsfälle in der katholischen Kirche aufarbeiten, können aber nicht frei forschen. Sie erhalten nur die Akten, die kirchliche Mitarbeiter (dem Bischöfen zu Gehorsam verpflichtet) herausgeben.
  • Die katholische Kirche sorgt sich immer noch mehr um das Wohl der Täter als um das der Opfer. 
  • Die vor Jahren angekündigte Aufarbeitung wurde torpediert, zerzögert, Akten wurden vernichtet und die Aktion entpuppte sich immer mehr als eine schlaue, verlogene PR-Aktion der Bischöfe.
Das Schweigen der Männer. Die katholische Kirche und der Kindesmissbrauch. Film von Sebastian Bellwinkel und Birgit Wärnke; Redaktion: Anja Würzberg. Das Erste, 16.3.2015
Pater des Klosters Ettal hat Kindesmissbrauch gestanden: milde Strafe ist zu erwarten

Pater Georg aus dem Kloster Ettal hat nach vielen Jahren der Leugnung und Verschleppung gestanden jahrelang Kinder im Kloster Ettal missbraucht zu haben. Der katholische Geistliche nutzte für die Taten ab dem jahre 2001 seine Vertrauensstellung aus. Er war zwischen 2001 und 2005 Präfekt am Internat des Ettaler Gymnasiums. Der Pater kann trotz Zerstörung der Kindheit einiger Buben mit einer Bewährungsstrafe zwischen einem Jahr und neun Monaten und maximal zwei Jahren rechnen.

MissbrauchKloster Ettal - Pater gesteht Missbrauch, SZ Online 26.2.2015 – Dem Falschen geglaubt, OVB, 28.2.2015, S. 7
Regensburger Domspatzen wurden jahrelang missbraucht
2010
Jahrelanger und systematischer Kindesmissbrauch im berühmten Chor der katholischen Kirche – Regensburger Domspatzen – wurde publik. Das Bistum in Regensburg wiegelte ab und versprach Aufklärung.
November 2014
Das Bistum Regensburg legte einen ersten Tätigkeitsbericht vor: nur 30 Betroffene wurden als Missbrauchsopfer anerkannt und erhielten für ihre verpfuschte Jugend, jahrelanges Leid und Demütigungen zuhauf die lächerliche Summe von 1.000 bis 15.000 Euro pro Person. Insgesamt 13 Geistliche der Diözese Regensburg wurde wegen sexueller Straftaten an 77 Minderjährigen verurteilt.
MissbrauchDie Akte Regensburger Domspatzen – Sünden an den Sängerknaben, SWR, 18.2.2015
Papst Benedikt XVI. setzte 384 Priester wegen Kindesmissbrauchs ab
Wie der Vatikan mitteilte, setzte Papst Benedikt XVI. den Jahren 2011 und 2012 384 Priester wegen Kindesmissbrauchs ab. Das  Netzwerk von Missbrauchsopfern (SNAP) bemängelte: Die Amtsträger, die den Missbrauch jahrelang vertuschten, bleiben im Amt. Zudem sollten Geistliche, die Kinder sexuell belästigten, strafrechtlich verfolgt werden.
PädophilieMissbrauch: Papst Benedikt hat Hunderte Priester abgesetzt, heute.de 15.01.2014 – PädophiliePapst Benedikt entließ Hunderte Priester wegen Pädophilie-Verdachts, SZ 18. 1.2014
Neue Missbrauchsvorwürfe an katholischen Priester
Ein katholischer Pfarrer aus Heideck im mittelfränkischen Landkreis Roth soll zwischen 1998 und 2001 in der Oberpfalz, mehrmals einen Jungen missbraucht haben, der noch keine 14 Jahre alt war. Nach Informationen des Bayerischen Rundfunks war der Geistliche damals in Reichertshofen, einem Dorf im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz, tätig. Der Priester wurde 2004 in den Landkreis Roth versetzt (übliche "Aufarbeitungs- und Bewältigungstrategie" der Katholischen Kirche).
PfarrerPfarrer soll Jungen missbraucht haben - Priester des Bistums Eichstätt sitzt in Untersuchungshaft, SZ 26.8.2013, S. 33

Unvoreingenommene Aufarbeitung und Veröffentlichung nicht erwünscht:
Kloster Ettal lässt Veröffentlichung über die Verbrechen im Kloster nicht zu

Strafanwalt Thomas Pfister war im Kloster Ettal als Sonderermittler für die Verbrechen an Kinder im Kloster eingesetzt. Das Ergebnis seiner Recherchen darf er bislang nicht veröffentlichen: „Das Kloster unterbindet bis heute die Publikation des Schlussberichts.”
Das Kloster bekannte sich auch nicht eindeutig zu den aufgedeckten Verbrechen und entschuldigte sich nicht ernsthaft. Der Papst Joseph Ratzinger empfing zwar Vertreter des Klosters zur Audienz, jedoch kein einziges Opfer des Kloster Ettals.
"Ein großes Eigentor für die Kirche", SZ, 11.1.2013, S. 46
Unvoreingenommene Aufarbeitung der sexuellen Gewalt nicht erwünscht:
Katholische Kirche stoppt Aufklärung der Sexualverbrechen
Erst nachdem die Öffentlichkeit massiv gegen die sexuelle Gewalt an Kindern durch Würdenträger der Katholischen Kirche aufbegehrte gestand die Katholische Kirche die jahrzehntelangen Verbrechen (serienweise in Schulen, Internaten und Pfarrgemeinden) an Kindern ein. Auf weiteren Druck wurde eine wissenschaftliche Aufarbeitung angekündigt und mit dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen KFN begonnen. Mehr als 100.000 Akten kirchlicher Mitarbeiter sollten wissenschaftlich untersucht werden. Christian Pfeiffer vom KFN wollte sich jedoch nicht den "Zensurwünschen" (so Pfeiffer) beugen. Die Katholische Kirche wollte die aus dem Projekt entstehende Schriften, wie Dissertationen oder Habilitationen, vor der Veröffentlichung kontrollieren und genehmigen. Seit Jahrhunderten vergibt die Katholische Kirche das »Nihil obstat« (lat. es steht nichts entgegen), eine Unbedenklichkeitserklärung, in Lehre, Forschung und bei Veröffentlichungen.
Pfeiffer: „... dass die Veröffentlichung aller Fachaufsätze, Doktorarbeiten und etwaiger Habilitationen der ausdrücklichen vorherigen schriftlichen Zustimmung durch den VDD bedarf – den Verband der Diözesen Deutschlands.”
ZEIT: „Das war Zensur.”
Pfeiffer: „Genau. Das war unzumutbar. Gegen alle Forschungsfreiheit. Der Brockhaus nennt es präventive Zensur.”
Provokateur wider Willen, Die ZEIT 4, 17. Jan. 2013, S. 52
Da das KFN nicht auf die Kontrollforderungen einging, stellte das Erzbistum München und Freising keine Akten mehr zur Verfügung. Die Kirche kündigte den Drittmittelvertrag mit dem KFN und suchte nach einem willfährigen Partner, der so forscht und schreibt, wie es der Katholischen Kirche genehm ist. Der Generalvikar des Erzbistums München und Freising, Prälat Peter Beer, wies die Zensurvorwürfe Pfeiffers zurück, räumte aber gleichzeitig – etwas verklausuliert – Zensurwünsche ein: „Gleichwohl ist es der Erzdiözese München und Freising ein Anliegen darüber zu diskutieren, wie der unbestreitbar vorhandene unbedingte Wille zur Aufklärung im Sinne der Opfer von Missbrauch mit der notwendigen Sorgfaltsverpflichtung sowie Fürsorgepflicht gegenüber kirchlichen Mitarbeitern zu vereinbaren ist.”
Im Klartext: Täterschutz geht vor Aufklärung! Die Öffentlichkeit kann sicher sein: die hohe Dunkelziffer und Vertuschung wird fortgesetzt. Der auftraggebenden Deutschen Bischofskonferenz geht es darum, Skandale zu vermeiden.
Die Deutsche Bischofskonferenz steigerte das Kasperltheater: Christian Pfeiffer erhielt eine Unterlassungserklärung: er darf nicht mehr von Zensur sprechen. Der Hannoveraner Kriminologe Christian Pfeiffer sei aufgefordert worden, so teilte die Bischofskonferenz mit, nicht mehr von Zensur in der Kirche zu sprechen, weil dies schlichtweg falsch sei. Da Zensur bei der Katholischen Kirche gang und gäbe ist (das »Nihil obstat« ist Zensur) ist hier wohl eine massive  Begriffsverwirrung zu verzeichnen.
AufarbeitungAufarbeitung der Missbrauchsfälle: Kirche misstraut Wissenschaftlern, BR 9.1.2013
– Kirche stoppt Aufklärung des Missbrauchsskandals, SZ, 9.1.2013, S. 1
AufarbeitungMissbrauch – Operation Aufarbeitung gescheitert, Die Welt, 9.1.2013
AufarbeitungLammert kritisiert Scheitern der Missbrauchsstudie, Die Welt, 10.1.2013

Kindesraub durch katholische Ordensschwestern im Namen der Religion
Mindestens seit dem Spanischen Bürgerkrieg bis der Neunzigerjahre des 20. Jhdts. nahmen in Spanien katholische Ordensschwestern Müttern ihre Babys und verkauften sie weiter. Der Verein "SOS Bebés robados" (Geraubte Babys) schätzt die Zahl der geraubten Babys auf bis zu 300.000. Das halten Experten für übertrieben. Bei den Behörden sind bislang etwa 2000 Anzeigen eingegangen. Fest steht: der Kindesraub geschah tausendfach im Namen der katholischen Religion. Die katholischen Nonnen und Priester wollten verhindern, dass die Kinder "in Sünde" aufwuchsen. Sünder waren unverheiratete Mütter, aber auch Kommunisten und Sozialisten. Die Schwestern belogen die Müttern, ihr Kind sei gleich nach der Geburt gestorben, und verkauften das Baby an katholische Ehepaare. Die "Vermittlungsgebühr" von 100.000 Peseten entsprach damals dem Gegenwert eines Kleinwagens. Die Nonne María Gómez Valbuena wurde im Januar 2013 in Madrid deshalb vor Gericht gestellt. Sie findet alles in Ordnung, sie habe sich nichts zuschulden kommen lassen: "Ich habe nach den Gesetzen der Religion gehandelt."
KindesraubKindesraub im Namen der Religion, SZ, 7.3.2013, S. 6
Katholischer Mesner soll Kind schwer sexuell missbraucht haben
Ein ehrenamtlich tätiger katholischer Mesner in einer Pfarrgemeinde im Landkreis Kitzingen soll einen zwölf Jahre alten Ministranten jahrelang sexuell missbraucht haben. Ihm werden 18 Fälle von schwerem sexuellem Missbrauch vorgeworfen. Der katholische Mesner muss sich dafür vor dem Landgericht Würzburg verantworten.
MesnerMesner soll Kind missbraucht haben, SZ, 2. Juli 2012, S. 46
Missbrauchsskandal erfordert einen Lernprozess der deutschen Justiz
Ein Blogger gebrauchte für die tausendfachen Verbrechen durch den katholischen Klerus an Kindern den Ausdruck »Kinderficker-Sekte«. Nun hat in Deutschland der Täterschutz lange Tradition: der Blogger wurde prompt verklagt. Im Zusammenhang mit den Verbrechen der katholischen Kirche muss man also vorsichtig sein und Euphemismen wie "Missbrauchsskandal", allenfalls "sexueller Missbrauch" (so als gäbe es korrekten Gebrauch von Kindern) verwenden. Der Blogger wurde von der Staatsanwaltschaft Berlin angeklagt.
Richtig, die Täter wurden nur zu einem geringen Teil überhaupt belangt, laufen zumiest noch frei herum, doch diejenigen, die über die Taten berichten, müssen mit Anklage rechnen.
SchockwellenreiterSchockwellenreiter mit Blasphemieparagrafen angeklagt, 15. November 2011 – SchockwellenreiterSchockwellenreiter mit Blasphemieparagrafen angeklagt, 14. November 2011 – SchockwellenreiterEine Richterin gegen den § 166 StGB, 10. Februar 2012
Missbrauchsskandal erfordert einen Lernprozess der katholischen Kirche
Während jedem Normalbürger die Verwerflichkeit des Kindesmissbrauchs sofort einsichtig ist, bedarf es in der katholischen Kirche zu dieser Einsicht einen Lernprozess.
Während der Münchner Erzbischof Reinhard Marx das fehlende Schuldbewusstsein bemängelte und kritisierte, dass lange der Schutz der Institution im Vordergrund gestanden habe, ist der Regensburg Bischof Gerhard Ludwig Müller noch nicht so weit. Er bleibt (noch) uneinsichtig und erklärte: “Wir haben keinen umfassenden Missbrauchskomplex, sondern wir haben verteilt über Jahrzehnte Einzelfälle“. Nicht die Kirche, sondern die jeweiligen Täter seien verantwortlich.
Bischof Müller (und viele Forumsdiskutanten im Internet) sind noch am beginn des Lernprozesses.
MarxMarx prangert Missbrauchsskandal an, OVB, 10.2.2012, S. 7
Katholischer Priester gesteht 14-maligen Missbrauch eines Kindes
Ein 56-jähriger katholischer Priester hatte sich selbst an den Missbrauchsbeauftragten des Deutschen Ordens gewandt. Dann wurde die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Zwischen 1993 und 1998 soll er sich insgesamt 14-mal an einem Kind vergangen haben. Das Kind war damals zwischen vier und neun Jahre alt. – Pfarrer zeigt seinen Missbrauch selbst an, SZ, 1.2.2012, S. 34
Innerkirchliches Täterschutzprogramm
Die Opfer der "christlichen Nächstenliebe" mussten oft erfahren, dass die Täter vorher Buben "missbraucht" hatten und es nachher wieder taten. Das innerkirchliche Täterschutzprogramm funktionierte. Die Täter waren nur "gefallene Mitbrüder". Sie wurden lautlos versetzt und machten dort weiter als sei nichts passiert. Den Opfern glaubte man nicht oder sie wurden eingeschüchtert. Sie sahen sich “einer machtvollen, transnationalen religiösen Konzernstruktur gegenüber”, die es bis heute gibt. Besonders innerhalb der katholischen Kirche konnten viele Serientäter über sehr lange Zeiträume ungestraft ihre Verbrechen verüben.
TäterschutzprogrammMatthias Katsch: "Es hört nicht auf, es wird nur anders. Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche", SZ, 28.1.2012, S. 2
Katholischer Pfarrer gestand 280 sexuelle Übergriffe an Kindern
Ein katholische Pfarrer aus Salzgitter hat am 12.1.2012 vor dem Landgericht Braunschweig 280 sexuelle Übergriffe an Kindern gestanden. Wie so oft ist das zuständige Bistum erschüttert. Das Bistum Hildesheim hatte dem Pfarrer nach den ersten Beschwerden 2006 den Kontakt zu den Jungen verboten. Ansonsten unternahm es wenig. Der Pfarrer missbrauchte weiter.
PfarrerAuch kirchenrechtliches Verfahren für Pfarrer, abendblatt.de, 12.01.2012 – Pfarrer gesteht 280 Fälle von Missbrauch, SZ, 13.1.2012, S. 9
Sexueller Kindesmissbrauch (verharmlosender Begriff) auch in den Niederlanden
Tausende von Kinder wurden in katholischen Einrichtungen in den Niederlanden missbraucht. Wie überall in der katholischen Kirche wurden die Verbrechen vertuscht und verschwiegen. Ein beliebtes "Entschuldigungsargument" der Katholiken ist: sexuellen Kindesmissbrauch gibt es auch in anderen Einrichtungen und im Bekanntenkreis von Kindern. Die unabhängige Kommission hielt fest: in einer katholischen Einrichtung war die Gefahr sexuell missbraucht zu werden für Minderjährige doppelt so hoch wie sonst in den Niederlanden.
Schwere Vorwürfe gegen katholische Kirche, SZ, 27.12.2011, S. 7
Vorwurf an katholischen Priester: Sexueller Missbrauch an drei Jungen
Die katholische Kirche hatte offenbar schon frühzeitig Hinweise auf die "Distanzlosigkeit" des Priesters. (Die Euphemismen wie "Distanzlosigkeit", "sexueller Missbrauch" oder "Vergehen" zeigen von der Uneinsichtigkeit in die jahrzehntelangen Kinderfickerei Verbrechen. Sagen tut man's nicht, aber man tut es Pädophilie!)
Insgesamt 280 Fälle sind auf der Anklageschrift notiert, davon sind 223 besonders schwere Fälle, zwischen den Jahren 2004 und 2011. Der Priester ist geständig, feilscht aber an der genannten Anzahl herum. Wegen Wiederholungsgefahr sitzt der Geistliche in Untersuchungshaft. Der Beschuldigte hatte seit 2006 Kontaktverbot zu einem Jungen. Die katholische Kirche stufte die Vergehen damals als "Distanzlosigkeit" ein, der Geistliche wurde weiter zur Jugendbetreuung eingesetzt.
PapstKatholischer Priester angeklagt - Missbrauch in 280 Fällen, SZ, 3.11.2011, S. 10
Sexpfarrer wurde wieder eingesetzt
Vor über 50 Jahren wurden mehrere Jugendliche in Unterwössen (Oberbayern) vom Dorfpfarrer sexuell missbraucht. Ein Betroffener: "Wir waren so an die zehn Jungs im gleichen Alter, die vom Pfarrer gezwungen wurden."
• Es kommt schlimmer: Dieser Pfarrer wurde nach Unterwössen zwangsversetzt, weil er als Sexverbrecher schon auffällig geworden war. Die Katholische Kirche verschwieg die Vorgeschichte, warnte niemanden und ließ den Sexpfarrer erneut auf Kinder los.
• Es kommt noch schlimmer. Als der Betroffene, inzwischen 19 Jahre alt, von den Verbrechen (die Presse beschönigt auch im Jahre 2011 noch: "Übergriffe", "Vorkommnisse") berichten kann, ermittelt die Polizei gegen die Jugendlichen (!) wegen "Unzucht zwischen Männern", genauer laut Anklageschrift: die Kinder haben sich "sich fortgesetzt von einem Mann zur Unzucht missbraucht haben zu lassen." Der Jugendlich wird als derjenige gebrandmarkt, der den ehrenwerten Pfarrer verführt habe.
Erst 50 Jahre später rafft sich der Papst Joseph Ratzinger aka Benedikt XVI. zu einer Entschuldigung bei einem der Opfer auf. Das Opfer nahm die Entschuldigung an.
PapstDer Papst entschuldigt sich persönlich, OVB 12.10.11
Biblische Massnahme für Verbrechen an Kindern: Mühlstein um den Hals
Wer einen von diesen Kleinen, die an mich glauben, zum Bösen verführt, für den wäre es besser, wenn er mit einem Mühlstein um den Hals im tiefen Meer versenkt würde. Mt 18,6
Wer einen von diesen Kleinen, die an mich glauben, zum Bösen verführt, für den wäre es besser, wenn er mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer geworfen würde. Mk 9,42
Es wäre besser für ihn, man würde ihn mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer werfen, als dass er einen von diesen Kleinen zum Bösen verführt. Lk 17,2
Manche finden es gut katholisch zu sein: “Ich bin katholisch, und das ist auch gut so”,
Matthias Matussek, deutscher Kulturjournalist, siehe Glaube Zitate.
Sexuelle Verbrechen an Kindern auch bei anderen christlichen Gemeinschaften
Die sexuellen Verbrechen an Kindern sind keinesfalls nur in einem christlichen Zweig (hier: Katholische Kirche) anzutreffen. Auch viele andere christlichen Sekten wurden der sexuellen Verbrechen an Kindern bezichtigt und überführt.
Weltweit bekannt wurde die 1961 vom Deutschen Paul Schäfer in Chile gegründete Colonia Dignidad (Kolonie der Würde), eine urchristliche oder auch christlich-fundamentalistischen Sekte (die Beurteiler sind sich uneinig). Ganz im Sinne der Bibel
“Jesus antwortete ihm: Wenn du vollkommen sein willst, geh, verkauf deinen Besitz und gib das Geld den Armen; so wirst du einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach.” Mt 19,21
forderte Paul Schäfer seine Anhänger auf, ihre familiären Bindungen sehr zu beschränken. Wenn man sie ganz aufgibt, meinte Schäfer ganz im Sinne Jesus, kann man als freier Christ besser Gott dienen. Viele christliche Politiker schwärmten von dieser deutschen Kolonie in Chile, obwohl der Sektengründer Paul Schäfer damals schon bei der deutschen Staatsanwaltschaft "bearbeitet" wurde.
Am 24. Mai 2006 wurde Paul Schäfer von einem chilenischen Gericht des Missbrauchs von Kindern in 25 Fällen für schuldig befunden und zu einer Haftstrafe von 20 Jahren und Zahlungen von insgesamt $ 1,5 Millionen an elf Jugendliche verurteilt. Weitere Mitglieder der Sekte wurden wegen Beihilfe verurteilt.
DignidadFlüchtiger Colonia-Dignidad-Arzt lebt nun in Krefeld, Die Welt 22.8.2011 – DignidadPaul Schäfer (Colonia Dignidad)
"Notorischen Kinderschänder" geschützt
Der Tübinger Theologe Hans Küng warf Karol Wojtyla aka Johannes Paul II., anläßlich seiner Seligsprechung vor, dieser habe ein autoritäres Lehramt ausgeübt und die Menschenrechte von Frauen und Theologen unterdrückt. Hans Küng hält Johannes Paul II. und seinem damaligen Kardinal Joseph Ratzinger, dem späteren Papst, auch eine systematische Vertuschung beim sexuellen Missbrauchsskandal der katholischen Kirche vor. Tausendfach wurde durch katholische Priester sexuelle Gewalt gegen Kinder ausgeübt. Karol Wojtyla und Joseph Ratzinger schauten tatenlos zu (bildlich – nicht wörtlich – gemeint). Karol Wojtyla habe mit dem Ordensgründer Marcial Maciel Degollado einen "notorischen Kinderschänder" geschützt. Der Gründer der Kongregation der Legionäre Christi soll mehrere Seminaristen sexuell missbraucht haben. Auch der Vatikan sieht die Vorwürfe inzwischen als erwiesen an. Karol Wojtyla galt als ein großer Förderer des Ordens.
KinderschänderKritik an der Seligsprechung "Er hat die Armen verraten", Tagesschau, ARD
Vernebelung?
“Beim sexuellen Missbrauch von Kindern sind Gelegenheitstäter von solchen mit entsprechender sexuelle(n)r Präferenz (Pädophilie, Hebophilie oder Ephebophilie) zu unterscheiden.”, S. 23
Dabei ist unklar, ob die Autoren meinen sexuelle Gewalt an Kindern sei harmloser als Pädophilie oder gleich schlecht oder was. Vielleicht ist es nur ein Manöver (ähnlich wie bei Antisemitismus versus Antijudaismus) um hinter vielen Begriffen die Sachlage zu vernebeln.
TievesTieves, Barbara, Frank Wendt (2010): "„Sexueller Missbrauch ist nicht gleich Pädophilie“ - Interview mit Dr. Frank Wendt". Informationen für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen 99:1, S. 19-23.
Bistum Regensburg
Nur zehn Priester des Bistums Regensburg wurden in den letzten 65 Jahren wegen sexueller Straftaten verurteilt. Soweit man es noch feststellen konnte, wurden zwischen 1945 und 2010 insgesamt 78 Kinder und Jugendliche zu Opfern klerikaler Sexualgewalt. Bischof Gerhard Ludwig Müller beklagte sich über die Aufklärung ("Kampagne") der Medien, so als ob Journalisten den Kindern Gewalt angetan hätten. – "Das durchbrochene Schweigen", SZ17.3.2011, S. 49
Sexuelle Gewalt an Kinder
Wegen mutmaßlichen sexueller Gewalt an Kinder in 121 Fällen steht ein 48- jähriger Passauer Diözesanpriester vor dem Landgericht Passau. Der Priester soll drei Mädchen im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren in sexueller Absicht berührt haben.
PriesterProzess gegen Priester - Staatsanwalt wirft ihm vor, drei Mädchen missbraucht zu haben SZ 11.02.2011, S. 38
Neuer Skandal um die katholische Kirche
Ein Erzieher aus dem Kloster Ettal soll vor 25 Jahren ein Kind in einem anderen Kloster sexuell belästigt haben. Drei Monate lang wurde weder das Kloster noch die Staatsanwaltschaft informiert, obwohl der Verdächtige weiter mit Kindern arbeitete.
PriesterKloster Ettal: Neue Missbrauchsvorwürfe In innigem Kleinkrieg verbunden, SZ 11.02.2011, S. 38
Reinhard Marx vertuschte
Der katholische Erzbischof und Kardinal Reinhard Marx hat nach Informationen von "Welt Online" einen Verdacht auf sexuellen Missbrauch drei Monate lang vertuscht. Dadurch konnte ein möglicherweise pädophiler Mann unbehelligt als Erzieher im Benediktinerklosters Ettal weitermachen. Jugendliche gerieten zumindest in Gefahr.
MarxKardinal Marx vertuschte Missbrauchsverdacht, Welt Online 9.02.2011
Bistum Regensburg setzt Maulkorb für den "SPIEGEL" durch: Kirche Zensur in Bayern
Maristen-Orden ist mit allen Formen der zeitgemäßen Erziehungsarbeit vertraut Maristen
Milde für den Wiederholungs-Sextäter
Ein Angehöriger des katholischen Maristen-Ordens hatte 2004 einen Schüler sexuell belästigt. Der Ordensmann war bereits zweieinhalb Jahre zuvor wegen einer ähnlichen Tat verurteilt worden. Das Amtsgericht ließ erneut Milde walten und verurteilte den Wiederholungstäter zu insgesamt 18 Monate auf Bewährung. "Bewährungsstrafe wegen Missbrauchs", SZ, 21.1.2011, S. 3
Der Webauftritt des Ordens tut kund: “Alle Formen der zeitgemäßen Erziehungs- und Bildungsarbeit sind ihnen [den Maristen, HH] vertraut.” MaristenWer wir sind - was wir tunMaristenMaristenbrüder in Furth
Anklage gegen Mönch wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern
Die Staatsanwaltschaft München hat nach Medienberichten gegen einen Mönch des Klosters Ettal Anklage wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern erhoben. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtete, dass es sich bei dem Angeklagten um einen Benediktinerpater handle, der 2005 aus Kloster Ettal nach Sachsen versetzt worden sei. Der Verteidiger des Mönchs ist von der Unschuld seines Mandanten überzeugt. – KlosterSexueller Missbrauch - Mönch aus Ettal angeklagt, SZ-Online 21.1.2011
»Geschwätz des Augenblicks«
Der Dekan des Kardinalskollegiums Angelo Sodano bekräftigte Solidarität mit Papst Joseph Ratzinger beim Ostergottesdienst 2010 am Petersplatz. Er sprach bezüglich der Missbrauchsdebatte von »Geschwätz des Augenblicks«. Zahlreiche Kinder, Jugendliche und Behinderte wurden in den letzten Jahrzehnten und Jahrhunderten von katholischen Geistlichen, Klosterbrüdern und anderen katholischen Verantwortlichen missbraucht. Die katholische Kirche steht darüber oder fühlt sich verleumdet. "Osservatore Romano", Zeitung des Vatikans, nannte die Missbrauchsdebatte in einem Artikel der Ostersonntagsausgabe eine »plumpe Propaganda gegen den Papst«, außerdem schreibt sie von “verleumderischen Angriffen” und einer “Diffamierungskampagne”. Kardinal William Levada sprach in der "New York Times" von einem »Mangel an Fairness«.
Deshalb lautet die Devise von kath.net: Nicht vom 'Geschwätz des Augenblicks' beeindrucken lassen, sondern weitermachen.
GeschwätzNicht vom 'Geschwätz des Augenblicks' beeindrucken lassen, kath.net 4. April 2010
Vatikan soll pädophile Priester gedeckt haben ("gedeckt" im Sinne von: beschützt)
Der Vatikan soll sich in den neunziger Jahren in die Untersuchungen der Irischen Bischofskonferenz zu Missbrauchsfällen eingeschaltet haben. Dabei verhinderte er Anzeigen gegen pädophile Priester. Die irische Rundfunkanstalt RTE berichtet über einen Brief aus Rom, in dem die irischen Bischöfe 1997 angehalten wurden, Missbrauchstäter nicht der Polizei zu übergeben. Die Tageszeitung "Irish Examiner" berichtete, der Vatikan habe sich zudem mindestens zweimal direkt in die Untersuchungen der Bischöfe eingeschaltet und Versuche unterbunden, Missbrauchstäter aus dem Amt zu entfernen.
Schutz für Pädophile, SZ 18.01.2011, S. 9 – pädophilTV-Doku: Vatikan schützte pädophile Priester, ORF 17.01.2011 –
pädophilIrische TV-Doku: Vatikan schützte Pädophile 17.01.2011
Katholischer Ordensbruder missbrauchte Behinderte
Ordensbruder der katholischen Kirche missbrauchte mehrere Behinderte in einer Behinderteneinrichtung der Barmherzigen Brüder im oberpfälzischen Reichenbach.
Scientology"Kirche und Missbrauch Ordensbruder missbraucht mehrere Behinderte", BR-Online 18.01.2011
Katholische Kirche ist weiter uneinsichtig – Schuld wird auch anderen zugeschoben
Erzbischof Robert Zollitsch zum Ausmass des Missbrauchs in der Kirche:
• "Wir wussten dass es auch in der Kirche Gewalt gegen Kinder gibt." Da unterschlägt Zollitsch, dass die Kirche auch von den sexuellen Missbräuchen wusste. Die Täter wurden munter in andere Bistümer versetzt.
• "Aber das Ausmaß hat mich erschüttert, ebenso das Ausmaß sexualisierter Gewalt insgesamt in der Gesellschaft." Oft, wenn Kirchenvertreter auf Gewalt und sexuellen Missbrauch durch den Klerus hingewiesen werden, beziehen sie die anderen mit ein. Denkmuster: “Nicht nur bei uns, also nicht so schlimm. Schaut doch mal die anderen an.”
• "Wir sind heute klüger, auch die Wissenschaftler und Mediziner." Wieder werden andere mit ins Boot geholt. Weder haben sich Wissenschaftler noch Mediziner in dem katholischen Ausmaß an Kindern vergangen.
• Zu Bischof Walter Mixa, der Heimkinder geschlagen und Geld nicht ordnungsgemäß verwendet hat. bemerkt Zollitsch: "Er [Mixa] hat anders entschieden, am Ende kam der Rücktritt,. weil er sein Amt nicht mehr unbelastet hätte ausüben können. Ja, das war tragisch." Mixa ist also nicht wegen seiner Vergehen an Kindern und seinen Lügen zurückgetreten, sondern nur, weil er nicht mehr Bischof ausüben konnte. "Wir sind nicht verloren", SZ, 24.12.2010, S. 2
Vertuscht, verschwiegen und vernichtet
Vertreter der röm.kath. Kirche haben nicht nur in erheblichem Umfang Kinder sexuell missbraucht oder Gewalt angewendet, die Obrigkeit hat auch Akten in erheblichem Umfang vernichtet. Das geht aus dem Untersuchungsbericht für das Bistum München-Freising hervor, der von der Rechtsanwältin Marion Westpfahl im Auftrag des Bistums erstellt und Anfang Dezember 2010 aus Datenschutzgründen nicht veröffentlicht wurde. In den Akten fand sie einen euphemistischen und beschönigenden Sprachgebrauch. Teils ist das heute noch so:
• Die Täter sind nicht Sexualverbrecher sondern sie wurden "auffällig".
• Nicht die Kirche (die sich sonst gerne die Wohltätigkeitsfedern ansteckt) hat versagt, sondern einzelne Mitarbeiter.
Von den 159 Priestern, die trotz der verdünnten Aktenlage noch ausfindig gemacht werden konnten, wurden nur 26 verurteilt. Dazu kommen Diakone, Laien-Mitarbeiter und Religionslehrer als Täter und eine nicht zu unterschätzende Dunkelziffer. Damit sind nicht die Täter aus den verschwundenen und vernichteten Akten gemeint, sondern diejenigen Täter, die nicht aktenkundig wurden, weil die Opfer verständlicherweise nicht immer den Mumm hatten gegen den Klerus vorzugehen.
"Kirche vertuschte Missbrauch systematisch", SZ, 4.12.2010, S. 59
Milde Strafe für katholischen Pfarrer als Sexualstraftäter
Ein früherer Pfarrer wurde am 29.11.2010 wegen sexuellen Missbrauchs in fünf Fällen zu zwei Jahren Haft aus Bewährung (!) verurteilt. Schwerer Missbrauch in früheren Jahren konnte wegen Verjährung nicht bestraft werden. Die Staatsanwaltschaft hatte gar nur 1 Jahr als Strafe verlangt. Das war dem Gericht zu wenig. Trotzdem: auf Bewährung bedeutet: der Sexualstraftäter läuft frei herum.
"Wieder Pfarrer wegen Missbrauchs verurteilt", SZ, 30.11.2010, S. S. 37
Wenige Tage später, am 3.12.2010, legte Horst Seehofer, CSU, ein klares Bekenntnis zur Zusammenarbeit von Staat und Kirchen in Bayern ab. Das christliche Menschenbildes sei eine wichtige Orientierungsmarke der Politik.
PM Nr. 520 der Staatskanzlei 3.12.2010 – Seehofer Bevorzugung der Grosssekte Christentum durch den Staat
Zwischenbilanz: Mindestens 380 Opfer, mindestens 280 Täter
Noch immer müssen die Medien Zwischenbilanz ziehen: die katholischen Bistümer tun es nicht, weigern sich teilweise sogar irgendwelche Zahlen über Täter oder Opfer zu nennen. In einer ersten Zwischenbilanz meldet daher die Süddeutsche Zeitung: Mindestens 380 Opfer haben sich gemeldet, mindestens 280 Täter aus dem katholischen Klerus sind beteiligt.
"Mindestens 380 Opfer, mindestens 280 Täter", SZ 22.10.2010, S. 49
Literatur
Bei Amazon nachschauen   Bei Amazon nachschauen
Albus AlbusMichael Albus, Ludwig Brüggemann, Hg.: Hände weg!: Sexuelle Gewalt in der Kirche. Butzon & Bercker 2011. Gebunden, 256 Seiten amon
Michael Amon: Fromme Begierden: Roman. Klever, 2011. Gebunden, 215 Seitenamon
AmonWebauftritt des Autors
Anstätt AlbusIrmtraut Margarete Anstätt: Das Heim - Die Hölle: Mein Leben als Jugendliche in einem Heim der 1960er Jahre. Rombach, 2013. Taschenbuch, 137 Seiten

Jesuiten BucherGodehard Brüntrup, Christian Herwartz, Hermann Kügler, Hg.: Unheilige Macht: Der Jesuitenorden und die Missbrauchskrise: Der Jesuitenorden und die Mißbrauchskrise. Stuttgart: Kohlhammer, 2012. Broschiert, 202 Seiten Bucher
Anton A. Bucher: Die dunkle Seite der Kirche. Galila 2010. Gebunden, 224 SeitenGoertz
Cantzen Bucher Rolf Cantzen, Hg.: Ich bin hinter dir: Katholische Internatsgeschichten. Aschaffenburg: Alibri, 2012. Broschiert, 198 Seiten
Görtz
Stephan Goertz, Herbert Ulonska, Hg.: Sexuelle Gewalt: Fragen an Kirche und Theologie. Lit, 2010. Broschiert, 210 Seiten Goertz
GoertzPresseinfo
Guttenberg GuttenbergStephanie zu Guttenberg: Schaut nicht weg! Was wir gegen sexuellen Missbrauch tun müssen. Kreuz, 2010. Gebunden, 180 Seiten

Hagenberg-Miliu Hagenberg-MiliuEbba Hagenberg-Miliu, Hg.: Unheiliger Berg: Das Bonner Aloisiuskolleg der Jesuiten und die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals. Kohlhammer, 2014. Broschiert, 288 Seiten Heibel
Johannes Heibel: Der Pfarrer und die Detektive: Einblicke in innerkirchliche Abläufe bei sexuellem Missbrauch durch Kleriker. Horlemann, 2014. Broschiert, 352 Seiten Heibel
Heibel Heibel Johannes Heibel, Frank Hügle, Yazede Weiler, Guido Sauer: (Ohne) Fehl und Tadel: Kirche, klerikale Täter und deren Opfer. Initiative gegen Gewalt u. sexuellen Missbrauch an Kindern u. Jugendlichen, 2011. Taschenbuch, 144 Seiten Heymkind
Clemens Maria Heymkind: Verloren im Niemandsland.  Autobiografische Erzählung eines Heimkindes. Rombach, 2015.  Taschenbuch, 228 Seiten Heymkind


Kappeler
Manfred Kappeler: Anvertraut und ausgeliefert: Sexuelle Gewalt in pädagogischen Einrichtungen. Berlin: Nicolai, 2010. Broschiert: 272 Seiten Kappeler
Lüdtkehaus LütkehausLudger Lütkehaus: Kindheitsvergiftung. Aschaffenburg: Alibri, 2012. Broschiert, 101 Seiten Mertes
Klaus Mertes: Verlorenes Vertrauen: Katholisch sein in der Krise. Freiburg: Herder, 2013. Gebunden, 224 SeitenMertes
Müller UnzuchtWunibald Müller: Verschwiegene Wunden: Sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche erkennen und verhindern. Anselm Grün, Vorwort. Kösel, 2010. Gebunden, 224 Seiten Stadler
Bastian Obermayer, Rainer Stadler: Bruder, was hast du getan? Kloster Ettal. Die Täter, die Opfer, das System. Kiepenheuer & Witsch, 2011. Gebunden, 280 Seiten Unzucht
Robinson UnzuchtGeoffrey Robinson: Macht, Sexualität und die katholische Kirche: Eine notwendige Konfrontation. Publik-Forum 2010. Broschiert, 318 Seiten
Belletristische (?) Aufbereitung
Bei Amazon nachschauen   Bei Amazon nachschauen
Cantzen CantzenRolf Cantzen, Hg.: Ich bin hinter dir. Katholische Internatsgeschichten. Aschaffenburg: Alibri, 2012. Broschiert, 197 Seiten Claassen
Emile Claassen: Schweigen - In Gottes Namen. Südwestbuch, 2012. Broschiert, 389 SeitenClaassen

Erklärung der Staatsanwaltschaft zum Fall Zollitsch
Gegen den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, wird wegen Beihilfe zum sexuellem Missbrauch von Kindern ermittelt.
„Bei der Staatsanwaltschaft Freiburg wurde ein Ermittlungsverfahren gegen Dr. Robert Zollitsch wegen Beihilfe zum sexuellen Missbrauch von Kindern aufgrund einer hier angegangenen Anzeige eingeleitet. Der Vorwurf des Anzeigeerstatters geht dahin, dass der Erzdiözese Freiburg bekannt gewesen sei, dass es in früherer Zeit zu sexuellen Übergriffen durch einen Pater gekommen sei. Dr. Zollitsch habe als damals zuständiger Personalreferent der Erzdiözese Freiburg im Jahr 1987 gleichwohl die erneute Anstellung des Paters in der Kirchengemeinde Birnau am Bodensee veranlasst. Das Verfahren wurde mit Verfügung vom 28.05.2010 an die Staatsanwaltschaft Konstanz mit der Bitte um Übernahme übersandt, da die Haupttaten des Paters im dortigen Zuständigkeitsbereich begangen wären; dort sind nach der Darstellung des Anzeigeerstatters auch bereits Ermittlungen anhängig.“
ZollitschStaatsanwaltschaft zum Fall Zollitsch, Die Welt Online, 2.7.2010
Zollitsch gibt Fehler im Missbrauchsskandal zu Die Spitze des Freiburger Erzbistums wusste früher als bisher bekannt von Missbrauchsfällen
Der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch hat persönliche Fehler im Missbrauchsskandal der Kirche eingeräumt und die Opfer um Verzeihung gebeten. Zollitsch, der Vorsitzender der katholischen Deutschen Bischofskonferenz ist, sagte, dass das Erzbistum früher als bisher zugegeben von Missbrauchsfällen im badischen Oberharmersbach erfahren habe: Als damaliger Personalreferent hätte er den Hinweisen schon 1992 mit größerem Nachdruck nachgehen müssen, intensiver nach weiteren Opfern und das Gespräch mit Zeugen suchen sollen.
Die Erzdiözese Freiburg erhielt im ersten Halbjahr 2010 Hinweise gegen 44 Priester, Ordensleute und kirchliche Mitarbeiter. Es geht um die Zeit zwischen 1950 und 2000.
ZollitschZollitsch gibt Fehler im Missbrauchsskandal zu, Die Welt Online
Vatikan sträubt sich immer noch gegen Aufklärung
Im Juni 2010 führte die belgische Staatsanwaltschaft zur Aufklärung von Missbrauchsfällen im Erzbistum Mechelen-Brüssel Razzien durch: im erzbischöflichen Palais in Mechelen, in der Kathedrale Saint-Rombeaut de Malines, in den Räumen der kirchlichen Missbrauchs-Kommission, in der Wohnung des zurückgetretenen Erzbischof Godfried Daneels. Die Katholische Kirche betont zwar neuerdings, dass sie zur Aufklärung der Missbrauchsfälle mit der Justiz zusammenarbeiteen wolle, der Vatikan protestierte aber gegen die Durchsuchungen. – DaneelsGodfried Danneels
"Vatikan verärgert über Belgien. Papst Benedikt XVI. beklagt Durchsuchungen bei Priestern", SZ, 29. Juni 2010, S. 6
Zynischer Umgang der katholischen Kirche mit den Opfern
Die katholische Kirche hat Sexvorfälle und Gewalt gegen Kinder jahrzehntelang geheim gehalten und die Justiz nicht eingeschaltet. Im Jahr 2010 (Stand Anfang Mai) gab es bereits 96 Ermittlungen, teilte das bayerische Justizministerium mit. Nur zwei der Fälle betreffen die evangelische Kirche (soviel zum Argument, Sexmissbrauch von Kindern passiere überall), dagegen betreffen 94 Ermittlungen (noch kein festgestellter Tatbestand!) katholische Einrichtungen. Die Verdachtsfälle waren innerkirchlich oft jahrelang bekannt. Massnahme der katholischen Kirche: Versetzung des Täters an andere Orte. Sogar die stellvertretende Chefin im Rechtsausschuss des Landtags, Petra Guttenberger, CSU. findet: "Das ist eine Art des Umgangs mit den Opfern, die man als in hohem Masse zynisch bezeichnen muss.
"Kirche verbarg Missbrauchsfälle", Süddeutsche Zeitung, 7.5.2010, S. 49
Die Katholische Kirche erlaubt im Vatikan Sex mit Kindern ab zwölf Jahren
Der Vatikanstaat hat in Europa das niedrigste Schutzalter für Kinder: 12 Jahre, in Deutschland ist es 14 Jahre, in der Schweiz 16. Das Schutzalter legt fest, wie alt ein Kind mindestens sein muss, damit Erwachsene und Jugendliche sexuelle Beziehungen mit ihm haben dürfen.
In Deutschland macht sich jeder strafbar, der an einem zwölf- oder dreizehnjährigen Kind sexuelle Handlungen vornimmt – ganz egal, ob es zustimmt oder nicht. Im Vatikanstaat ist das – wenn kein Abhängigskeitsverhältnis zwischen den Partnern besteht – straffrei.
Kritiker bezweifeln, dass die Sonderregelung wirklich nur aus Unachtsamkeit oder Gleichgültigkeit beibehalten wird. Juristen wie der Wiener Professor Manfred Nowak gehen davon aus, dass die katholische Kirche das Schutzalter bewusst niedrig gewählt hat.
VatikanLucas Wiegelmann: "Vatikan erlaubt Sex mit Kindern ab zwölf Jahren", Welt Online, 24. April 2010
Hans Küng: “Ein historischer Vertrauensverlust”
“Es darf nicht verschwiegen werden, dass das weltweit in Kraft gesetzte Vertuschungssystem von klerikalen Sexualvergehen gesteuert war von der römischen Glaubenskongregation Kardinal Ratzingers (1981–2005), wo schon unter Johannes Paul II. unter strengster Geheimhaltung die Fälle gesammelt wurden. Nach am 18. Mai 2001 sandte Ratzinger ein feierliches Schreiben über die schweren Vergehen (»Epistula de delictis gravioribus«) an alle Bischöfe. Darin werden die Missbrauchsfälle unter »Secretum Pontificium« gestellt, bei dessen Verletzung man sich schwere Kirchenstrafen zuziehen kann.”
Aus dem offenen Brief an die katholischen Bischöfe von Hans Küng, SZ, 15. April 2010, S. 13
Statt eines »mea culpa« kommen aus dem Vatikan üble Verleumdungen
Kardinal Tarcisio Bertone, der schon mal kirchliche Verfahren gegen Sexualtäter stoppte, sagte
  • Soziologen und Psychiater hätten bewiesen (!), dass es keine Verbindung zwischen Homosexualität und Zölibat gebe
  • andere hätten bewiesen (!), dass es eine Verbindung zwischen Homosexualität und Pädophilie gebe. Homosexualität sei eine Krankheit
  • die Kirche habe nie versucht, Missbrauchsfälle zu verheimlichen.
Alle Punkte sind gelogen. – "Empörung über den Vatikan", SZ, 14. April 2010, S. 5
Angelo Sedano, Vorsitzender des Kardinalskollegium in Rom:
  • “Heiliger Vater, das Volk Gottes ist mit Dir und wird sich nicht von dem Geschätz des Augenblicks beeinflussen lassen.”
"Papst schweigt zu Missbrauchsskandal. Vatikan verteidigt Benedikt gegen »Propaganda« und »Geschwätz des Augenblicks«", SZ 6. April 2010, S. 6
Joseph Ratzinger aka Benedikt XVI. wusste von Missbrauchsfällen in Deutschland
Als Erzbischof der katholischen Kirche in München wusste Joseph Ratzinger von Missbrauchsfällen. Gerhard Gruber, seinerzeit Generalvikar bei Ratzinger, übernahm einen pädophilen Pfarrer vom Bistum Essen nach München und setzte ihn in verschiedenen Pfarreien ein. Zum Zeitpunkt des ersten Einsatzes 1980 war Joseph Ratzinger Erzbischof in München.
"In eigener Amtsvollmacht". Ex-Generalvikar zum Fall eines pädophilen Pfarrers, SZ, 21. April 2010, S. 33
Joseph Ratzinger aka Benedikt XVI. wusste von Missbrauchsfällen in den USA
Als Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre der katholischen Kirche in Rom wusste Joseph Ratzinger von Missbrauchsfällen. Er war mit zahlreichen Missbrauchsfällen durch katholische Kleriker in den USA befasst. Über den Fall des Priesters Lawrence Murphy wurden drei Bischöfe von Milwaukee informiert. Der letzte der Drei, Erzbischof Rembert Weakland, wandte sich an den Vatikan um Murphy zu entlassen. Er schrieb 1996 zwei Briefe an Joseph Ratzinger: keine Antwort! Es war wohl nicht wichtig genug. Ratzingers Vize, Kardinal Tarcisio Bertone, reagierte nach acht Monaten: in den USA sollte ein Kirchenverfahren gegen Murphy eingeleitet werden. Dieses wurde später von Bertone gestoppt. Das Schweigen Ratzingers wird heute im Vatikan so beurteilt:
Joseph Ratzingern habe stets "klug und entschlossen" gehandelt.
"Kardinal Ratzinger wusste von Missbrauch. Als Chef der Glaubenskongregation ließ der heutige Papst Hilfeersuchen aus den USA unbeantwortet", SZ 26. März 2010, S. 7
In der Katholischen Kirche wurde jahrhundertelang dem Schutz der Kirche der Vorzug vor dem Schutz der Opfer gegeben. Als der Papst noch Präfekt der Glaubenskongregation war, soll sein Büro einen Missbrauchsfall in den USA unter den Teppich gekehrt haben.
Priester Lawrence Murphy unterrichtete von 1950 bis 1974 an einer Schule für Gehörlose in Wisconsin. Er missbrauchte dort mindestens 200 Jungen sexuell. Er wurde versetzt, verlor aber nie die Priesterschaft. Im Gegenteil: Pater Murphy wurde im Jahr 1963 zum Schulleiter befördert. Drei aufeinanderfolgende Erzbischöfe in Wisconsin waren über die Vorwürfe informiert; alle entschlossen sich, die Polizei und die Staatsanwaltschaft nicht zu informieren. Der jetzige Papst Benedikt XVI. als Kardinal Joseph Ratzinger und Präfekt der Glaubenskongregation unternahm trotz Bitten eines amerikanischen Erzbischofs nichts. Erst 1974 wurde der Pater in den Norden Wisconsins versetzt. Dort verbrachte Pater Murphy weitere 24 Jahre mit Jugendarbeit in Schulen und Gemeinden. Zwei Briefe des Erzbischofs von Milwaukee, Rembert Weakland, an den damaligen Kardinal Ratzinger blieben laut New York Times unbeantwortet. Die New York Times berichtete, dass Kardinal Ratzinger im Jahr 2001 unter der Drohung der Exkommunizierung die Direktive an alle Bischöfe verantwortete, alle Untersuchungen zu sexuellen Übergriffen von Priestern geheim zu halten.
RatzingerUwe Schmitt: Ratzinger schützte Sexualtäter, nicht die Opfer, Die Welt 25. März 2010
Ursachenforschung: Zucht und Orden
Zum Katholizismus gehört(e) jahrhundertelang:
  • ein katholisch dogmatischer Glaube
  • nahezu bedingungslose Unterwerfung unter Kirche und Papst
  • ein sexualfeindliches Leben
Diese drei "christlichen" Tugenden wurden in einem brutalen Erziehungsprozess durchgesetzt.
“Heute gibt es natürlich nicht mehr diese exzessive erzieherische Gewalt. Geblieben ist aber bis tief ins 20. Jahrhundert die Isolation von der Außenwelt, die Auslieferung an den Erzieher ...” Geblieben sind ferner: Dogmentreuer, Gehorsam, Unterwerfung, katholische Sexualmoral. Der zum freien Umgang mit der Sexualität nicht fähige Zögling flüchtet sich gerne in ein geschlossenes System.
Martin Kutz: "Zucht und Orden"; SZ, 23. März 2010, S. 2
Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller folgte den Spuren Schönborns. Er warf den Medien vor einen Kampagne gegen die Kirche zu führen. Es gehe darum, "die Glaubwürdigkeit der Kirche zu erschüttern". Er verglich – laut Bericht Bayerischer Rundfunk – die Berichterstattung mit der kirchenfeindlichen Haltung des NS-Regimes. Müller beklagte sich andrerseits über "verkürzte Berichte".
"Bischof wirft Medien Kampagne vor", SZ, 22. März 2010, S. 5 – "Damals die Nazis, heute die Medien. Mit seinem NS-Vergleich hat der Regensburger Bischof Müller sogar in den eigenen Reihen Protest provoziert", SZ, 23. März 2010, S. 7
Verkürzte Berichte!? Hätten die Medien ausführlicher berichten sollen?
Kindesmissbrauch durch Kleriker auch in Österreich
Klosterheimschule in Vorarlberg: die Zöglinge wurden mit Pornofilmen, Alkohol und anderen Drogen traktiert, dazu sexuelle Übergriffe bis zu Vergewaltigungen.
Christoph Schönborn, Kardinal von Wien, machte, als 1995 seinem Vorgänger, dem Kardinal Hans Hermann Groer schwere sexuelle Übergriffe vorgeworfen wurden, die Medien verantwortlich (wie im Jahre 2010 auch deutsche Bischöfe die Medien bezichtigten). Jetzt beteuerte Schönborn, die Zeiten der Vertuschungen seien vorbei.
"Pornofilme, Alkohol und Drogen für die Zöglinge. Österreichs Kirche steckt in ihrer größten Krise – immer mehr Fälle von sexuellem Misbrauch werden bekannt", SZ, 22. März 2010, S. 5
Robert Zollitisch, katholischer Bischof, gesteht Verschleierung zu
Robert Zollitisch, Vorsitzender der deutschen katholischen Bischofskonferenz, wollte vor kurzem noch gerichtlich gegen Leute vorgehen, die der katholischen Kirche Vertuschung und Verschleierung vorwarfen. Nun musste er eingestehen: Fälle des sexuellen Missbrauchs wurden in der katholischen Kirche bewusst verschleiert. Im Schwarzwaldort Oberharmersbach wurden 1991 Missbrauchsfälle von Kindern durch einen katholischen Pfarrer bekannt. Zollitsch war der damals zuständige Personalreferent und versetzte den Pfarrer in den Ruhestand ohne die Polizei oder die Staatsanwaltschaft zu informieren.
"Zollitsch: Missbrauch wurde verschleiert. Vorsitzender der Bischofskonferenz räumt Vertuschung ein. Pfarrer in Oberharmersbach verging sich an 17 Opfern", SZ, 22. März 2010, S. 5
Zwei Nonnen und vier Priester der Diözese Regensburg stehen unter Missbrauchsverdacht
"The diocese is acting on some of the 300 claims of sexual or physical abuse at institutions run by the Church which have flooded in since Germany was swept up in a scandal which has also caused shock and anger in Ireland, the Netherlands, Switzerland, Austria and Brazil."
nonnenGerman nuns investigated for sex abuse, Telegraph 22.März 2010
PapstRichard Owen, Rome: Pope knew priest was paedophile but allowed him to continue with ministry
The Times, March 13, 2010
Der Skandal um sexuellen Missbrauch bei den Regensburger Domspatzen weitet sich aus
Ein Ex-Domspatz über seine Schulzeit von Mitte der 50er- bis Mitte der 60er-Jahre: „In dieser Zeit gab es alles. Es gab schwere körperliche Misshandlungen, schwere seelische Misshandlungen, es gab sexuelle Übergriffe.“ „Der Direktor dort war ein ausgewiesener Sadist, der geprügelt hat noch und noch“, sagte der heutige Arzt. Manche Kinder hätten vor Angst in die Hose gemacht. „Das hatte zur Folge, dass noch stärkere Prügelstrafen erfolgten.“
»Die Hölle von Ettal«
Als die »Hölle von Ettal« beschreiben Ex-Schüler ihre Zeit auf der bayerischen Klosterschule Ettal. Prügel und Missbrauch gehörten zum Alltag. Im Schlafsaal habe es Watschen für alle Schüler gegeben als Strafe dafür, dass zuvor einer von ihnen etwas gesagt habe. Weitere Strafen: Stockschläge auf den Rücken, Kopfnüsse, massive Schlägen mit der flachen Hand, mit einem Kleiderbügel „den Hintern versohlt“.
Einige Padres (nicht alle!) haben über Jahrzehnte Internatsschüler systematisch missbraucht. Ein inzwischen suspendierter Pater hat Fotos von halbnackten Schülern im Web veröffentlicht. Bischof Walter Mixa (Mixa Walter Mixa, katholischer Hardliner) gab sexueller Revolution – die anscheinend besonders in katholischen Einrichtungen wütete – Mitschuld.
Ettal"Die Hölle von Ettal" Pater stellte Fotos von nackten Schülern ins Netz. Die Welt, 5. März 2010
Missbrauchsskandals am Jesuiten-Gymnasium Aloisiuskolleg Bad Godesberg weitet sich aus
Die Kölnische Rundschau meldet, dass sich 30 ehemalige Schüler sowie ein Schüler von heute meldeten und von sexuellem Missbrauch durch mehrere Patres berichteten. Der Sprecher des Jesuitenkollegs, Robert Wittbrodt, gestand zu, dass es teilweise um “heftige Berichte“ bis hin zu sexuellen Handlungen handle. Gegen sechs Patres würden Vorwürfe erhoben, von denen fünf inzwischen verstorben seien. Der Rektor Theo Schneider hatte am 8. Februar seinen Rücktritt erklärt.
Jesuiten31 Schüler berichten über Missbrauch an Jesuiten-Kolleg, OVB-Online, 6.3.2010
Missbrauch wurde jahrelang verschwiegen und vertuscht
Die Leitung des Maristeninternats in Mindelheim hat den sexuellen Missbrauch eines Schülers durch den ehemaligen Leiter des Internats jahrelang verschwiegen und vertuscht. Der ehemalige Leiter wurde 2008 rechtskräftig wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt und in ein Kloster nach Recklinghausen versetzt. Die Öffentlichkeit wurde darüber massiv belogen. – "Die Lüge der Fratres", 3. März 2010, S. 33 – "Maristenorden räumt Fhler ein. Missbrauch in Mindelheim wurde öffentlich verschwiegen - auch mit Wissen des Augsburger Bistums", SZ, 5. März 2010, S. 33
MaristenMaristen DeutschlandMaristenMaristen-Schulbrüder

Abstreitung, Lüge und Verleugnung
Der Hamburger Weihbischof Hans-Jochen Jaschke, Jahrgang 1941, seit 1994 Weihbischof in Hamburg, bestritt in der TV-Sendung "Hart aber fair" mit Frank Plasberg lächelnd die Darstellung des Opfers Norbert Denef. Das Bistum Magdeburg habe ihm nicht 25.000 Euro Schweigegeld geboten. Plasberg las dem Bischof eine Mail vor, in der das Bistum Magdeburg zugab, Norbert Denef 25.000 Euro angeboten zu haben. Da lächelte Bischof Hans-Jochen Jaschke wieder.
Norbert Denef erlitt als Jugendlicher jahrelang sexuelle Gewalt von zweier Klerikern. Er kämpfte jahrelang gegen das Vertuschen. Von Joseph Ratzinger aka Papst Benedikt, dem er alle Unterlagen zugeschickt hatte, erhielt er nach Monaten den Bescheid, der Papst werde dafür beten, dass Denef die Kraft zur Vergebung haben möge.
JaschkeTV-Kritik "Hart aber fair" Hier endet der demokratische Sektor Von Arno Widmann, 25.02.2010
Ettal, Mindelheim, Regensburg, Fürstenfeldbruch, Sankt Ottilien, Riekofen, Augsburg, Bad Tölz, Burghausen, Würzburg, München, Grahing an der Alz, nach Ostdeutschland versetzt, ...
Kaum ein Ort in Deutschland wurde ausgelassen.
Doch den Opfern wird massiv geholfen: die Bischöfe der Bischofskonfernez im März 2010 in Vierzehnheiligen wollen für die Opfer beten. "Bischöfe beten für Missbrauchs-Oper", SZ, 17. März 2010, S. 33.
Massenhafter sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch katholische Kleriker in USA, Irland, Deutschland, Österreich u.v.a.
Hans Küng
, emeritierter Theologieprofessor, weist auf schwerwiegende Fehleinschätzungen seitens Robert Zollitisch, Erzbischof, hin.
  • Der Zölibat habe – so Zollitisch – damit nichts zu tun: warum dann Missbrauch vornehmlich in der katholischen Kirche? Der Zölibat und die Einstellung zur Empfängnisverhütung sind Ausdruck der verkrampften Sexualität der katholischen Kirchenleitung.
  • Zollitsch behauptet, die Bischöfe haben genug Verantwortung übernommen. (Gegen Kritiker drohte Zollitsch gerichtliche Massnahmen an). Dem hält Küng die jahrzehntelang praktizierte Vertuschung innerhalb der katholischen Kirche entgegen. Missetäter wurden oft nur in andere Pfarreien versetzt.
  • Küng fordert zudem die Zulassung der Frauen zur Ordination
Hans Küng: "Zölibat und Missbrauch. Der Zwang zur Ehelosigkeit der Priester ist für die Krise der katholischen Kirche verantwortlich", SZ, 27. Februar 2010, S. 2.
“Sex Sells”, das weiß Bischof Walter Mixa und er nutzt es
Der 68-Jährige Mixa zur "Augsburger Allgemeinen Zeitung":
“Die sogenannte sexuelle Revolution, in deren Verlauf von besonders progressiven Moralkritikern auch die Legalisierung von sexuellen Kontakten zwischen Erwachsenen und Minderjährigen gefordert wurde, ist daran [Missbrauch an Kindern und Jugendlichen in der Katholischen Kirche] sicher nicht unschuldig.”
“Wir haben in den letzten Jahrzehnten gerade in den Medien eine zunehmende Sexualisierung der Öffentlichkeit erlebt, die auch abnorme sexuelle Neigungen eher fördert als begrenzt.”
Mixa meinte weiter, dass sich der katholische Klerus möglicherweise (!) zu sehr an dieser zunehmenden Sexualisierung der Öffentlichkeit in den Medien, also am Zeitgeist (ich nehme an: RTL mit "Tutti Frutti", Playboy und Hustler) orientiert habe: "Da sind kirchliche Verantwortungsträger möglicherweise auch einem Zeitgeist aufgesessen, der selbst im Bereich des staatlichen Strafrechts Resozialisierung statt Strafe propagierte"
MixaBischof Mixa gibt sexueller Revolution Mitschuld an Missbrauchsfällen, Spiegel Online 16.02.2010
MixaZitate von Walter MixaMixa Walter Mixa, katholischer Hardliner
Ich meine, der Klerus sollte wieder verstärkt die Bilderbibel oder Heiligenbilder ansehen statt die sexualiserten Medien. Aber vielleicht verstehen wir Herrn Mixa falsch: die zunehmende Sexualisierung in den Medien hat den Kindesmissbrauch und die Pädophilie erst ins schlimme Lager gerückt. Ohne die Medien könnten die Pfarrer, Jesuiten, Kardinal Groer, irischer Klerus, US Klerus etc. die Doktorspiele als völlig harmlos weitertreiben.
Beate Merk, CSU, stimmt Mixas These zu, dass die sexuelle Revolution teilverantwortlich für die Missbrauch an Kindern und Jugendlichen in der Katholischen Kirche sei:
“Ich bin dem Bischof sehr dankbar für diese klare Stellungnahme, weil,es nach wie vor ein Tabu ist, über sexuellen Missbrauch zu sprechen, und weil uns jede öffentliche Diskussion weiterbringt und den Opfern hilft”, SZ, 19.2.2010, S. 49
• Ich bezweifle, dass diese Abschiebung der Schuld auf eine abstrakte Bewegung ("die sexuelle Revolution") den Opfern hilft. Besser wäre es den Klerus von der sexuellen Revolution abzukoppeln: Verbot der Playboy-Abos für Klerus und in Klöstern.
• In den 50-er Jahren wurde über einen Augsburger Kleriker, der mit "Ministranten rummache" getuschelt. Die Diskussion darüber war ein Tabu (darin hat Frau Merk recht): der Kleriker wurde nach Rom versetzt (verbreiteter Wirkungskreis?). SZ, 19.2.2010, S. 49
• Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller breitete ebenfalls ein Tabu über die Pädophilie in seinem Bistum aus (darin hat Frau Merk recht):er versetzte das "schwarze Schaf" in eine andere Pfarrei, wo es erneut Kinder zu belästigen gab.
Zu den jüngst bekannt gewordenen Fällen des Kindesmissbrauch durch Jesuiten äußerte sich auch der Philosoph Michael Bordt, Jesuit, Philosophieprofessor und Rektor der Hochschule für Philosophie in München. Richtig bemerkt er: "Kindesmissbrauch ist kein spezifisch kirchliches, sondern ein gesamtgesellschaftliches Problem". Allerdings folgert er daraus zu schnell: Zölibat und Umgang mit Homosexualität in der Katholischen Kirche bieten keine Erklärung und haben mit Pädophilie nichts zu tun. Ein einfaches Indiz spricht zumindest für eine Teilerklärung: im Verhältnis zu den im Kinder- und Jugendbereich Tätigen fallen die Klerikalen der Katholischen Kirche verstärkt auf. Von evangelischen Pastoren liest man selten etwas in diesem Bereich.
BordtMichael Bordt: "Scham und Stärke", Welt Online, 8. Februar 2010
Sexuelle Übergriffe am Canisius-Kolleg, einem Berliner Jesuiten-Gymnasium
Wie erst jetzt öffentlich gemacht wurde, sollen am Canisius-Kolleg, einem Berliner Jesuiten-Gymnasium, zwei Geistliche jahrelang mehrere Schüler missbraucht werden.
"Tiefe Erschütterung und Scham", SZ, 29.1.2010, S. 10 – "Nun sollen es 22 Opfer sein. Missbrauchsskandal an Berliner Jesuiten-Gymnasium weitet sich aus", SZ, 30.1.2010, S. 12
Ein Pfarrer aus dem Bistum Aachen wird verdächtigt, Ministranten sexuell belästigt zu haben. Die Deutsche Bischofskonferenz warnte Eltern davor, über den Fall öffentlich zu reden. Das könne strafrechtliche Konsequenzen haben. Der verdächtige Pfarrer, der derzeit in Südafrika ist, war mehrfach aufgefallen, da er Ministranten in seine private Sauna einlud.
Peter Wensierski: "Duschen mit Körperkontakt", Der Spiegel 1/2010, S. 34-35
Jahrzehntelang haben die katholische Kirche und staatliche Behörden den gewohnheitsmäßigen Missbrauch von Kindern durch katholische Geistliche in Irland vertuscht und verschwiegen. Betroffen waren (als die bekannte Spitze des Eisbergs) 320 Kinder und 46 Priester. Weitere 450 Erwachsene gaben an als Kind sexuell missbraucht worden zu sein. Selbst Diarmuid Martin, Erzbischof von Dublin, sprach von einer tiefen Schande. "Tsunami der Schande", SZ 28.11.2009, S. 12 – bischofOneinFour.org
Nach einer BBC Dokumentation spielte der Papst eine wichtige Rolle beim systematischen Vertuschen der Kindesmissbräuche durch römisch-katholische Priester. PapstPope 'led cover-up of child abuse by priests'
Ein katholischer Geistlicher wurde vom Landgericht Coburg wegen sexuellen Missbrauchs an drei Buben in 13 Fällen zu zwei Jahren auf Bewährung (Rabatt für Geistliche?) verurteilt. Der Priester ist inzwischen pensionieert, aber immer noch katholischer Priester. Zwei Privatdetektive, angeblich in seinem Auftrag, wollten von einem inzwischen 19-jährigen Opfer einen Widerruf der Aussage.
"Pädophiler Pfarrer schickt Opfer Detektive", SZ, 14.3.2009, S. 51 – "Das Bistum hätte uns warnen müssen", SZ 19.3.2009, S. 52
Der öffentliche Druck obsiegte: der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann suspendierte jenen pädophilen Priester und kürzte seine Ruhestandsbezüge. SZ, 25.3.2009, S. 33
Gegen einen heute 71 Jahre alten katholischen Priester wurde der Vorwurf des sexuellen Missbrauchs erhoben. Er soll sich in einer Einrichtung der Ordensgemeinschaft “Missionare von der Heiligen Familie“ (MSF) in Lebenhan, Unterfranken, regelmässig im Schlafsaal an verschiedenen Jungen vergangen haben. Nachdem sich im August 2008 ein ehemaliger Internatsschüler an das Bistum Würzburg gewandt hatte, wurde eine kirchliche Untersuchung eingeleitet. Erst nach einem Bericht in der Mainpost wurde die Staatsanwaltschaft informiert. SZ, 10.102008, S. 47 – PaterMissbrauch im Kloster Pater schwer belastet, Mainpost 8.10.2008 – PaterSexueller Missbrauch: Vorwürfe gegen Missionspater, Mainpost 8.10.2008
Und dies kam heraus: PaterSexueller Missbrauch: Keine Ermittlungen gegen Pater Staatsanwalt: Mögliche Missbrauchsfälle verjährt, Mainpost 8.10.2008.
Papst Joseph Ratzinger aka Benedikt XVI. zog endlich Konsequenzen und entzog dem heute 71 Jahre alten katholischen Priester alle Rechte und Pflichten eines Priesters. Er bleibt aber weiterhin Mitglied der Missionare von der heiligen Familie.
SZ, 23. Juli 2009, S. 41 – MissionareMissionare von der Heiligen Familie eV, DeutschlandMissionareWikipedia
Vor dem Landgericht Essen wurde ein ehemaliger Pfarrer einer Bottroper Kirchengemeinde wegen sexuellen Kindesmissbrauch verurteilt. Der Pfarrer wurde vom Kirchendienst beurlaubt.
SZ 7.10.2008, S. 12
Eine weitere Eisbergspitze geortet
Die Staatsanwaltschaft ermittelt im Erzbistum Bamberg zu einem neuen Fall von sexuellem Missbrauch. Der Verdacht gegen einen kirchlichen Mitarbeiter: "mehrere Verfehlungen im sexuellen Bereich". Das Ordinariat Bamberg verharmlost: "sexualbezogene Handlungen", "die nicht in Ordnung waren". Erst eine Woche vorher begann die Staatsanwaltschaft gegen einen ehemaligen Personalchef des Bistums Bamberg zu ermitteln, nachdem sie von der mutmasslichen Verfehlungen aus der Zeitung erfuhr!
"»Manipulationen im Intimbereich«. Schwere Vorwürfe und ein neuer Fall im Bistum Bamberg". Süddeutsche Zeitung 7.8. 2008, S. 41
Der Bamberger Bischof Ludwig Schick erklärte, dass die Vorwürfe aus dem Juli 2007 "kein eindeutiges Ergebnis" brachten; deshalb geschah ein Jahr lang nichts. Inzwischen stellte sich heraus, dass der Beschuldigte 1994 ein Knabenheim in Indien gründet und es öfters besuchte. Der Beschuldigte selbst kann sich an nichts mehr erinnern. "Die dunkle Seite der Macht. Nach Missbrauch im Bamberger Internat soll sich ein junger Mann umgebracht haben". Süddeutsche Zeitung 14.8. 2008, S. 51
Ein katholischer Domkapitular des Bistums Bamberg steht unter dem Verdacht sexueller Übergriff an Internatsschülern. Erste Anschuldigungen gegen den katholischen Priester wurden dem Bistum im Herbst 2007 bekanntgemacht. Die katholische Kirche sah keinen Handlungsbedarf. Erst nach dem 18. Juli 2008 wurde der Priester beurlaubt! Der jetzt 63-jährige Beschuldigte bestreitet die Taten nicht, kann sich aber auch nicht mehr erinnern. Die Taten sollen zwischen 1976 und 1991 an Knaben eines Bamberger Internats begangen worden sein. OVB, 1.8.2008, S. 7
Im Gegenteil: ein Generalvikar, also hoher Kirchenvertreter schnauzte ein Opfer am Telefon an, anschließend entschuldigte er sich per E-Mail. Die Staatsanwaltschaft hat inzwischen geklärt: die Taten sind verjährt. Der beschuldigte Domkapitular wohnt wieder in seiner Dienstwohnung.
Matthias Drobinski: "Auf einmal war ich Täter", SZ, 29. Juli 2009, S. 34 –
DomkapitularMatthias Drobinski: "Bamberg: Missbrauchsvorwürfe. Die Lieblinge des Priesters", SZ online, 29.07.2009
Gegen einen katholischen Pfarrer im Landkreis Erding wurden schwere Vorwürfe erhoben: sexuelle Belästigung einer Viertklässlerin. Die Mutter erstattete Anzeige. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln. Bis zur Klärung des Verdachts ist der Pfarrer beurlaubt. OVB, 22.7.2008, S. 5
Das Amtsgericht Neuburg an der Donau hat gegen einen ehemaligen katholischen Pfarrer einen Strafbefehl wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern erlassen. Der Beschuldigte akzeptierte ohne Schuldeingeständnis. Damit ist der Pfarrer rechtskräftig verurteilt. Das zuständige Bistum Augsburg mit Bischof Walter Mixa schweigt. Der Pfarrer ist beurlaubt. SZ, 17.7.2008, S. 45
Die unzureichenden Massnahmen der Katholischen Kirche gegen die Pädophilie in ihrem Management lassen immer wieder neu Fälle von sexuellen Übergriffen auf Kinder zu. Die Kripo Ingolstadt ermittelt gegen einen 54-jährigen Parrer im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen. Er wird verdächtigt Ministrantinnen sexuell belästigt zu haben. Der Beschuldigte wurde vorsorglich vom Dienst suspendiert. Bischof Walter mixa soll seit längerem informiert sein, dass es in der Gemeinde "nicht stimmte". Er weigerte sich aber einzugreifen. SZ, 7. Juni 2008, S. 49
Die Staatsanwaltschaft Hamburg ermittelt gegen einen katholischen Priester. Er soll Kinder sexuell missbraucht haben. Das Erzbistum Hamburg beurlaubte ihn. Der Hamburger Erzbischof Werner Thissen zeigte sich betroffen. Die Misshandlungen soll der Priester an ihm anvertraute Ministranten und Jugendliche vorgenommen haben. Die Beweise sind schwerwiegend.
"Schlimmer Verdacht", SZ, 25.4.2008, S. 14
Bei seinem Besuch in den USA zeigte sich das Oberhaupt des Vatikanstaats Joseph Ratzinger tief beschämt über den sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch katholische Priester in den USA. Zugleich lügte er: "...wir werden alles tun, dass dies in der Zukunft nicht mehr passieren kann" (laut italienischer Nachrichtenagentur Ansa). SZ, 16.4.2008, S. 1
In einem Interview mit Radio Vatikan machte Günter Grass das Pflichtzölibat in der katholischen Kirche für sexuellen Missbrauch von Kindern durch Geistliche verantwortlich. Grass forderte daher die Abschaffung des Pflichtzölibats in der katholischen Kirche. Das wäre auch gleich ein Beitrag gegen die Familien- u. Frauendiskriminierung in der katholischen Kirche. Kirche Frauenfeindlichkeit der katholischen Kirche
Der 39-jährige katholische Geistliche P. K., der trotz Verurteilung wegen pädophiler Übergriffe, von Bischof Gerhard Ludwig Müller wieder bei Jugendlichen eingesetzt wurde (in Riekofen, Oberpfalz), wird wegen sexuellen Mißbrauchs von Ministranten in 20 Fällen angeklagt. Er ist geständig.
SZ, 29.1.2008, S. 37
Der Regensburger Bischof ist sich keiner moralischen Schuld bewußt. Der katholische Priester P.K. durfte schon während seiner dreijährigen Bewährungszeit (nachdem er in Viechtach wegen Vergehens an Meßdienern extrem milde mit einer Bewährungsstrafe verurteilt worden war) mit Firm- und Kommunionkinder agieren. Vielleicht wollte Müller dem Priester eine zusätzliche, erschwerte Prüfung auferlegen? Vor dem Landgericht Regensburg wird am 13. März 2008 während der Verhandlung um P.K. eine Mahnwache aus Laien stehen. SZ, 13.3.2008, S. 3 Es gibt Katholiken, die ihrem "Hirten" Müller für sein vielfältiges (ist das ironisch?) Wirken während der letzten 5 Jahre, ein "Vergelt´s Gott" sagen.
vatikan5 Jahre Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller in Regensburg – Fürwahr! Möge es ihm Gott vergelten:
„Mein ist die Strafe und die Vergeltung“ Dtn 32,35; „Mein ist die Rache, ich werde vergelten“, Röm 12,19.
Die Vergeltung des Wegschauens durch Bischof Müller durch Gott muß auf den Priester P.K. ausgeweitet werden. Der Wiederholungstäter wurde zu zahmen drei Jahren Haft verurteilt.
Jeder 50. Priester in Deutschland ist pädophil, schätzt Franz Grave, Weihbischof im Ruhrbistum Essen
vatikanVerschweigen, verdrängen, vertuschen: Die Kirche und der Skandal um pädophile Priester, Spiegel Online 2002
vatikanMissbrauch-Debatte: Bis zu 300 pädophile Priester in Deutschland, Spiegel Online - 22.07.2002 –

Zugang derzeit (1/2008) nicht für alle kostenfrei
Die Katholische Kirche als Hort der Pädophilie
Im italienischen TV wurde die BBC-Dokumentation Sex, Crimes and the Vatican gesendet (Autor: Colm O'Gorman) und prompt bekam Moderator Michele Santoro, der den Film gezeigt hatte, Probleme. Laut Film soll der Vatikan jahrzehntelang Übergriffe von Priester auf Kinder verborgen und vertuscht haben. Der Film zeigt dies an Beispielen aus Irland, USA und Brasilien.
Rino Fisichella, Rektor der Lateran-Universität, meinte in einem dazu abgehaltenen TV-Talk, man sehe dies falsch. Der Vatikan-Kurie habe die Missbrauchsfälle nicht an sich gezogen, um etwas zu vertuschen, sondern um aufzuklären. SZ, 2.6.2007, S. 46
vatikanStefan Ulrich: "Pädophilie im Vatikan – Kinder der Kirche", SZ, 1.6.2007
Papst Joseph Ratzinger aka Benedikt XVI. berief Bischof Gerhard Ludwig Müller, Regensburg, zum Mitglied der Glaubenskongregation. MüllerPM Bischöfliche Pressestelle Regensburg, 20.12.2007
Vielleicht braucht Ratzinger einen Spezialisten für den Einsatz von pädophilen Priestern klerus ?
Die Katholische Kirche immer noch Hort der Pädophilie
Der katholische Pfarrer P.K. hatte im Jahr 2000 in Viechtach einen Buben sexuell mißbraucht. Er kam mit einer einjährigen Haftstrafe auf Bewährung davon. Gerhard Ludwig Müller, Bischof von Regensburg, setzte den Priester in Riekofen wieder ein. Jetzt sitzt P.K. erneut wegen des Vorwurfs pädophiler Übergriffe in Untersuchungshaft. Herr Gerhard Ludwig Müller, der mit seinen Katholiken nicht gerade ziemperlich umgeht, sie bei kleinsten Verstößen gegen seinen Anordnungen maßregelt, hatte selbst den Balken im Auge. Zurecht fühlen sich die Riekofener Katholiken verschaukelt. Doch Müller meint, er sei Opfer einer Kampagne müller. Er drohte seinen Kritikern mit rechtlichen Schritten. Dies obwohl er vor einiger Zeit selbst ein Dekret erlassen hatte, in dem er für die Katholiken seines Bistum gleichsam die Rechtsordnung außer Kraft setzte, in dem er ihnen untersagte für kircheninterne Streitereien die weltlichen Gerichte zu bemühen. SZ,11.9.2007, S. 37
In der Folge der Aufdeckung des sexuellen Kindesmissbrauchs lehnte der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller eine Entschuldigung ab. Sie sei unnötig: "Es geht nicht darum, mich zu entschuldigen oder Fehler einzugestehen", sagte Müller am 26.10.2007 dem Bayerischen Rundfunk. Damit werden die Opfer noch nachträglich verhöhnt. SZ, 27.10.2007, S. 49
Spiegel Online: Dennoch waren die Opfer der in der katholischen Kirche bekannt gewordenen Fälle sexuellen Missbrauchs durch Priester vor allem Jungen.
Kügler: Das ist ein Indiz dafür, dass das Priesteramt in der katholischen Kirche hoch attraktiv ist für Menschen, die in ihrer sexuellen Entwicklung auf einer kindlichen oder pubertären Stufe stehen geblieben sind.
Kügler: Die katholische Kirche ist ein feudalistisches System. Es gibt einen herrschenden und einen beherrschten Stand.
Kügler: Richtig ist sicher, dass die katholische Kirche die größte transnationale Schwulenorganisation ist.
(Hermann Kügler, München; seit 25 Jahren katholischer Priester, Jesuit.)
Interview mit Priester Kügler: "Katholische Kirche ist größte transnationale Schwulenorganisation".
küglerSpiegel Online 25. November 2005
Die Katholische Kirche als Hort der Pädophilie
In den USA bekannte sich die Erzdiözese Los Angeles zu den zahlreichen "Missbrauchsfällen" ihrer Priester und will den mehr als 500 betroffenen Frauen und Männern etwa 660 Millionen Dollar Schadensmissbrauch zahlen. Die Geschädigten waren zum Zeitpunkt des Missbrauchs durch katholische Priester meist Kinder. Es handelt sich also um schwere Pädophilie. Dazu waren allein in Kalifornien 570 Klagen anhängig. Durch die Zahlung kann die Katholische Kirche ihre Vertuschungstaktik fortsetzen.
In Boston trat 2002 ein Erzbischof wegen Missbrauchsfällen zurück. Im Bundesstaat New York wurde die Diözese Rockville Center wegen ähnlicher Delikte zur Zahlung von über 10 Millionen Dollar verurteilt. SZ, 16.7.2007, S. 1
Links
KircheAntisemitismus, gegen künstliche Befruchtung und Homosexualität
vatikanBBC: Sex crimes and the Vatican
betroffenbetroffen.at – Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt
Prof. Bordt, Hochschule für Philosophie, Jesuit, zur Debatte um die Missbrauchsfälle
vatikanProf. Bordt in der Sendung "München heute" auf münchen.tv- Interview zur aktuellen Debatte um die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche - Video (ca. 3 Min)
vatikanProf. Bordt in der Sendung "Stadtgespräch" auf münchen.tv - Diskussion mit Pfarrer Ralf Schießer zur aktuellen Debatte um die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche, 9.3.2010 - Video (ca. 40 Min)
vatikanCatholic Office for the Protection of Children & Vulnerable Adults
dgfpiDGfPI Deutsche Gesellschaft für Prävention & Intervention bei Kindesmisshandlung und -vernachlässigung e.V.
Diskriminierung Diskriminierung von Bevölkerungsgruppen durch die katholische Kirche
JesuitenEckiger Tisch – Das Blog für Geschädigte an deutschen Jesuiten-Einrichtungen
EttalEttaler Misshandlungs- und Missbrauchsopfer e.V.
FondsFonds Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland in den Jahren 1949 bis 1975
vatikan"Instruction of the Manner of Proceedings in Cases of Solicitations", Vatican Press, 1962 (pdf)
vatikanDas Kreuz der Pädophilie Der Papst und die schwarzen Schafe der katholischen Kirche, 3sat
missbrauchgegen-missbrauch e.V. Verein für Betroffene, Partner und Gegner von sexuellem Kindesmissbrauch
vatikanMissbrauchsfälle - Reaktionen. Zu den Missbrauchsfällen an Jesuitenkollegien und der Reaktion des Jesuitenordens
vatikanPädophilie im Internet
In einem Dossier informiert der Fidesdienst über Zahlen, Daten, Informationen zum Umfang krimineller Verbindungen
VatikanPädophilie im Vatikan - Kinder der Kirche, Stefan Ulrich: SZ-Online 1.6.2007
PapstPope 'led cover-up of child abuse by priests'
Runder TischRunder Tisch – Sexueller Kindesmissbrauch
vatikanSexualverbrechen und der Vatikan
Sexueller Missbrauch durch Angehörige der katholischen Kirche im Bistum Trier
SexSexueller Missbrauch in der römisch-katholischen Kirche
Verantwortung Verantwortungszurechnung der einzelnen Vertreter und der Institution Katholische Kirche
vatikanVerschweigen, verdrängen, vertuschen. Die Kirche und der Skandal um pädophile Priester, Spiegel Online 2002
vatikanVideo: "Sex crimes and the Vatican"PapstDownload Sex Crimes and the Vatican
MissbrauchTalkshow Anne Will: Bei "Anne Will" diskutierten Kirchenanhänger, Journalisten und Rosa von Praunheim über die Missbrauchsskandale in der katholischen Kirche (2010).
kircheZitate von Karol Wojtyla aka Johannes Paul II.
kircheAnfang

Pädophilie
Email zurück zur Homepage eine Stufe zurück
© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 20.10.2016