| Rassismus
und Ausländerphobie in deutscher Politik, in den Medien und im Alltag Angeregt durch Noah Sow: Deutschland Schwarz Weiß. Der alltägliche Rassismus wird hier unsystematisch Rassismus in Deutschland festgehalten – |
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| Weniger
Intelligenz ⇒ eher Rassist Menschen mit geringeren kognitiven Fähigkeiten neigen nach einer Studie von Gordon Hodson und Michael A. Busseri, Brock University, Kanada, eher zu politischen Meinungen vom rechten Rand. Wer als Kind in Intelligenztests schlecht abschneidet, hat als Erwachsener eher rassistische Vorurteile. Der Rassismus bietet Ordnung und Stabilität, die von diesen Menschen gesucht wird und nicht selbständig etabliert werden kann. Die Psychologen untersuchten dazu Daten aus zwei Langzeitstudien mit etwa 16.000 Briten. Das Ergebnis dürfte auch auf Deutsche übertragbar sein. Daraus kann man allerdings nicht den Umkehrschluss Rassist ⇒ weniger Intelligenz ableiten (obwohl einiges empirisches Material dafür spricht). Das wäre der weit verbreitete Fehler: Behaupten des Konsequens. Hodson, Gordon, Michael A. Busseri (2012): “Bright Minds and Dark Attitudes: Lower Cognitive Ability Predicts Greater Prejudice Through Right-Wing Ideology and Low Intergroup Contact”. Psychological Science, im Druck, 10 S. – |
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| Diskriminierung
in Baden-Württemberg bleibt ohne Strafe Der Türsteher einer baden-württembergischen Disco wies einen Schwarzen ab: Es seien einfach "schon genug Schwarze drin". Der Gast wehrte sich und das Gericht kommt nicht daran vorbei: es war Diskriminierung. Doch es verhängt keine Strafe. |
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| Kacke in
der Heide:
Ausländerphobie in Norderstedt, Schleswig-Holstein Der Kleingartenverein Harksheide Kringelkrugweg in Norderstedt, einer Kleinstadt am Rande von Hamburg, beschloss Ende Oktober 2011 die Zahl der Migranten in ihrem Verein zu begrenzen. Höchstens 9 der 73 Parzellen sollen künftig noch an »Bewerber mit Migrationshintergrund« vergeben werden, das entspricht einer Migrantenquote von 12,6 Prozent. Wohlgemerkt: das ist nicht wie die oft diskutierte Frauenquote als Untergrenz gedacht, sondern eine Obergrenze. Diese Quteo ist mit deutscher Gründlichkeit weiter unterteilt: Maximal 25 % der an Migranten zu vergebenden Kleingärten sollten Türken und Arabern vorbehalten sein, 25 % Osteuropäern und 50 % für alle anderen Nationalitäten. |
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| Offener
Rassismus im Landtag Niedersachsen Deutschlands Politik ist nicht nur auf dem rechten Auge blind ( In einer Debatte des Landtags in Hannover am 6.12.2011 warf die Opposition Innenminister Uwe Schünemann, CDU, die inhumane und menschenrechtswidrige Abschiebepraxis vor. Filiz Polat, Grüne, Sprecherin für Migrations-, Europa- und Entwicklungspolitik, rügte, dass auch schwer kranke Flüchtlinge, unbegleitete Minderjährige und schwangere Frauen abgeschoben werden. Der Innenminister Uwe Schünemann verteidigte die menschenrechtswidrigen Abschiebungen.
Pieper entschuldigte sich bei Polat und anschließend auch in einer Erklärung vor dem Parlament. Das ändert an der gezeigten rassistischen Einstellung wenig. |
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| Sublimer
und unterschwelliger Rassismus allenthalben Rassist will heute kaum jemand offen sein. Man müßte schon hoher Bankmanager und Autor eines Bestsellers sein um einen ziemlich offenen Rassismus zu überstehen. Stattdessen werden die rassistischen Vorstellungen subtiler transportiert.
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| Einseitige Darstellung von Migranten in den
Medien Der Verein Schwarze Filmschaffende in Deutschland (SFD) möchte Stereotype in deutschen Film- und TV-Produktionen abbauen. Carol Campbell, Vorstandsmitglied des Vereins, beklagte eine zu einseitige Darstellung von Migranten in den Medien: "Natürlich gibt es den türkischen Gemüsehändler und den schwarzen Asylbewerber in diesem Land. Aber wir sehen viel zu viel davon". Sie sehe beispielsweise kaum "Menschen der schwarzen Community dargestellt als im Alltag angekommen". Auszug aus einem Interview mit der Schauspielerin Dennenesch Zoudé Hat sich das Fernsehen aus dem Vorurteilskorsett früherer Jahre befreit? “Da hat sich was verändert, aber es könnte noch selbstverständlicher werden. Die unvoreingenommene Besetzung einer Schwarzen als Schauspielerin, ohne zu diskutieren, wäre wirklich schön.” OVB, 23.9.2008, S. 35 |
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| Einseitige Darstellung auch anderer
Minderheiten in den Medien Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma verlangt, dass der für den 19. Oktober 2008 geplante „Tatort“ nicht gezeigt wird. Der WDR-Film „Brandmal“ führe diskriminierende Stereotypen über Roma wie etwa Kriminalität und Ausnutzung des Wohlfahrtsstaates vor, teilte der Zentralrat am 2.10. mit. Der WDR hat die Forderung des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma nach Absetzung eines geplanten ARD-"Tatorts" zurückgewiesen. Der Sender hält an dem Film fest. |
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| Der schwarze
US-Amerikaner Palmer Murphy
lebt seit fast 30 Jahren in Deutschland. In Zwiesel, der Stadt am
Nationalpark Bayerischer Wald, die sich als Fremdenverkehrsort sieht,
sucht seine Firma ein Zimmer für ihn. An jahrzehntelange
Diskriminierung und häufige Polizeikontrollen in Deutschland ( • Doch wie Noah Sow ( "Nach diesem fremdenfeindlichen Akt ...", "Der Vorfall legt die Vermutung nahe, dass ... Fremdenfeindlichkeit herrscht", SZ, 3.9.2008, S. 38 Da in Zwiesel andere Fremde durchaus Unterkunft finden ist es klarer Rassismus. • Zudem wird der Vorgang nicht bedauert, weil er rassistisch ist, sondern "Die Stadt ... sieht nun vor allem diesen Ruf in Gefahr", Der Präsident des Bayerischen Hotel- und Gaststätten-Verbands (BHG), Siegfried Gallus, bezog lobenswert klar Stellung: Im bayerischen Gastgewerbe seien "Menschen jeglicher Hautfarbe als Gäste, Mitarbeiter und Kollegen herzlich willkommen", heißt es in einer Erklärung des BHG. Die Polizei kontrollierte Herrn Murphy zwei Mal in vier Wochen: Was er in Zwiesel macht, wo er herkommt, wollten die Polizisten wissen. Auf dem Weg vom Supermarkt zum Parkplatz hielten ihn Zivilbeamte an, am Bahnhof die Bundespolizei. |
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Ab
1. September 2008 begann in Freising der 6. Weltkongress der
Zigeuner-Seelsorge. Ausgerichtet wird er u.a. vom Päpstlichen Rat der
Seelsorge für Migranten und Menschen unterwegs. Zum Thema „Die jungen
Zigeuner in der Kirche und in der Gesellschaft“ reden mehr als mehr als
160 Bischöfe, Priester und pastorale Mitarbeiter aus 25 Ländern und dem
Vatikan.
"Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma hat den vom Vatikan in Freising bei München organisierten Weltkongress der »Zigeuner-Seelsorge« scharf kritisiert." "Der Vorsitzende des Zentralrates, Romani Rose, beklagte am Donnerstag, die katholische Kirche behandle die Sinti und Roma pauschal als »Nomaden« und »Menschen unterwegs«, anstatt sich für die Anerkennung gleicher Rechte der Sinti- und Roma-Minderheiten in ihren Heimatländern einzusetzen. Auch die ungebrochene Verwendung der diskriminierenden Bezeichnung »Zigeuner« schüre Vorurteile." |
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| Sieben
Mitglieder des Gesundheitsausschusses des Bundestags gingen – auf
Kosten der Steuerzahler – auf Tournee nach Amerika. Hier greifen
bereits zwei Vorwürfe: Der Staat bedient sich und verschwendet
Steuergelder ( Krüger forderte vor der Stadtführung vom Generalkonsul nach dessen Erinnerung:
Der Bundestag will die Vorwürfe wegen einer USA-Reise des Gesundheitsausschusses im vergangenen Frühjahr aufklären. Sollte ein mitgereister Ausschusssekretär tatsächlich rassistische Äußerungen gemacht haben, sei das „inakzeptabel und eine üble Entgleisung“, kritisierte Volker Beck, Die Grünen, in der „Neuen Presse“. |
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| Heidemarie Wieczorek-Zeul,
SPD, Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung sprach in der Sendung "Boulevard Bio" am 25. Januar 2000
mehrmals von "Negerkindern". Zwei Jahre zuvor hatte Renate Schmidt, SPD, gesagt: "Der Mann, der neben mir im Flugzeug saß, gab an wie zehn nackte Neger". Der Berliner Filmschauspieler Pierre Sanoussi-Bliss, ein deutscher Schwarzer, beschwerte sich und ärgerte sich über diesen Ausspruch. Er sei nicht nur rassistisch, sondern ergebe auch keinerlei Sinn. Leserbrief Pierre Sanoussi-Bliss, SZ 22.8.2008, S. 30 |
| Rassismus Theorien, Lehren oder Ansichten, die versuchen, Fähigkeiten und Entwicklungslinien der Geschichte auf biologisch-anthropologische (= typologische) Ursachen zurückzuführen; daraus wird eine Über- beziehungsweise Unterlegenheit einer menschlichen Gruppe behauptet. Meist dient Rassismus dazu Herrschaftsverhältnisse zu rechtfertigen oder zu etablieren und mit dieser Ideologie Massen zu mobilisieren. Der Rassismus liefert innenpolitisch die Begründung für Diskriminierung, Unterprivilegierung oder Unterdrückung ethnischer Gruppen (oft Minderheiten). Außenpolitisch wird der Rassismus zur Rechtfertigung von Imperialismus und Kolonialismus herangezogen. Unter zur Hilfenahme von Brockhaus, Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG, 1999 |