| Rassismus in deutscher Politik, in den
Medien und im Alltag Angeregt durch Noah Sow: Deutschland Schwarz Weiß. Der alltägliche Rassismus wird hier unsystematisch Rassismus in Deutschland festgehalten |
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| Einseitige Darstellung von Migranten in den
Medien Der Verein Schwarze Filmschaffende in Deutschland (SFD) möchte Stereotype in deutschen Film- und TV-Produktionen abbauen. Carol Campbell, Vorstandsmitglied des Vereins, beklagte eine zu einseitige Darstellung von Migranten in den Medien: "Natürlich gibt es den türkischen Gemüsehändler und den schwarzen Asylbewerber in diesem Land. Aber wir sehen viel zu viel davon". Sie sehe beispielsweise kaum "Menschen der schwarzen Community dargestellt als im Alltag angekommen". Auszug aus einem Interview mit der Schauspielerin Dennenesch Zoudé Hat sich das Fernsehen aus dem Vorurteilskorsett früherer Jahre befreit? Da hat sich was verändert, aber es könnte noch selbstverständlicher werden. Die unvoreingenommene Besetzung einer Schwarzen als Schauspielerin, ohne zu diskutieren, wäre wirklich schön. OVB, 23.9.2008, S. 35 |
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| Einseitige Darstellung auch anderer Minderheiten in den
Medien Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma verlangt, dass der für den 19. Oktober 2008 geplante Tatort nicht gezeigt wird. Der WDR-Film Brandmal führe diskriminierende Stereotypen über Roma wie etwa Kriminalität und Ausnutzung des Wohlfahrtsstaates vor, teilte der Zentralrat am 2.10. mit. Der WDR hat die Forderung des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma nach Absetzung eines geplanten ARD-"Tatorts" zurückgewiesen. Der Sender hält an dem Film fest. |
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| Der schwarze US-Amerikaner Palmer Murphy lebt seit fast 30 Jahren in
Deutschland. In Zwiesel, der Stadt am Nationalpark Bayerischer Wald, die sich
als Fremdenverkehrsort sieht, sucht seine Firma ein Zimmer für ihn. An
jahrzehntelange Diskriminierung und häufige Polizeikontrollen in
Deutschland ( Doch wie Noah Sow ( "Nach diesem fremdenfeindlichen Akt ...", "Der Vorfall legt die Vermutung nahe, dass ... Fremdenfeindlichkeit herrscht", SZ, 3.9.2008, S. 38 Da in Zwiesel andere Fremde durchaus Unterkunft finden ist es klarer Rassismus. Zudem wird der Vorgang nicht bedauert, weil er rassistisch ist, sondern "Die Stadt ... sieht nun vor allem diesen Ruf in Gefahr", Der Präsident des Bayerischen Hotel- und Gaststätten-Verbands (BHG), Siegfried Gallus, bezog lobenswert klar Stellung: Im bayerischen Gastgewerbe seien "Menschen jeglicher Hautfarbe als Gäste, Mitarbeiter und Kollegen herzlich willkommen", heißt es in einer Erklärung des BHG. Die Polizei kontrollierte Herrn Murphy zwei Mal in vier Wochen: Was er in Zwiesel macht, wo er herkommt, wollten die Polizisten wissen. Auf dem Weg vom Supermarkt zum Parkplatz hielten ihn Zivilbeamte an, am Bahnhof die Bundespolizei. |
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Ab 1. September 2008
begann in Freising der 6. Weltkongress der Zigeuner-Seelsorge. Ausgerichtet
wird er u.a. vom Päpstlichen Rat der Seelsorge für Migranten und
Menschen unterwegs. Zum Thema Die jungen Zigeuner in der Kirche und in
der Gesellschaft reden mehr als mehr als 160 Bischöfe, Priester und
pastorale Mitarbeiter aus 25 Ländern und dem Vatikan.
"Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma hat den vom Vatikan in Freising bei München organisierten Weltkongress der »Zigeuner-Seelsorge« scharf kritisiert." "Der Vorsitzende des Zentralrates, Romani Rose, beklagte am Donnerstag, die katholische Kirche behandle die Sinti und Roma pauschal als »Nomaden« und »Menschen unterwegs«, anstatt sich für die Anerkennung gleicher Rechte der Sinti- und Roma-Minderheiten in ihren Heimatländern einzusetzen. Auch die ungebrochene Verwendung der diskriminierenden Bezeichnung »Zigeuner« schüre Vorurteile." |
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| Sieben Mitglieder des
Gesundheitsausschusses des Bundestags gingen auf Kosten der Steuerzahler
auf Tournee nach Amerika. Hier greifen bereits zwei Vorwürfe: Der
Staat bedient sich und verschwendet Steuergelder ( Krüger forderte vor der Stadtführung vom Generalkonsul nach dessen Erinnerung:
Der Bundestag will die Vorwürfe wegen einer USA-Reise des Gesundheitsausschusses im vergangenen Frühjahr aufklären. Sollte ein mitgereister Ausschusssekretär tatsächlich rassistische Äußerungen gemacht haben, sei das inakzeptabel und eine üble Entgleisung, kritisierte Volker Beck, Die Grünen, in der Neuen Presse. |
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| Heidemarie Wieczorek-Zeul, SPD, Bundesministerin
für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sprach in der Sendung
"Boulevard Bio" am 25. Januar 2000 mehrmals von "Negerkindern". Zwei Jahre zuvor hatte Renate Schmidt, SPD, gesagt: "Der Mann, der neben mir im Flugzeug saß, gab an wie zehn nackte Neger". Der Berliner Filmschauspieler Pierre Sanoussi-Bliss, ein deutscher Schwarzer, beschwerte sich und ärgerte sich über diesen Ausspruch. Er sei nicht nur rassistisch, sondern ergebe auch keinerlei Sinn. Leserbrief Pierre Sanoussi-Bliss, SZ 22.8.2008, S. 30 |
| Rassismus Theorien, Lehren oder Ansichten, die versuchen, Fähigkeiten und Entwicklungslinien der Geschichte auf biologisch-anthropologische (= typologische) Ursachen zurückzuführen; daraus wird eine Über- beziehungsweise Unterlegenheit einer menschlichen Gruppe behauptet. Meist dient Rassismus dazu Herrschaftsverhältnisse zu rechtfertigen oder zu etablieren und mit dieser Ideologie Massen zu mobilisieren. Der Rassismus liefert innenpolitisch die Begründung für Diskriminierung, Unterprivilegierung oder Unterdrückung ethnischer Gruppen (oft Minderheiten). Außenpolitisch wird der Rassismus zur Rechtfertigung von Imperialismus und Kolonialismus herangezogen. Unter zur Hilfenahme von Brockhaus, Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG, 1999 |