| Vereinfachung
der Einkommensteuererklärung und – bescheidener – Einkommensteuer nicht weiter verkomplizieren Abgelehnt; im Ausschussjargon: "nicht entsprochen" –
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| Komplexes Steuerrecht läßt Firmen und Bürger stöhnen
und überfordert die Finanzämter Deutschlands oberster Steuerrichter Rudolf Mellinghoff hält viele Gesetze für schlecht gemacht. Joachim Jahn, FAZ: „Mehrere Ihrer Vorgänger haben Appelle an die Politik gerichtet, das Steuerrecht systematischer und gleichmäßiger, gerechter und einfacher auszugestalten ...“ Mellinghof: „...bei der hohen Komplexität und Differenziertheit des geltenden Steuerrechts stellt sich die Frage, ob die Finanzämter die Vorschriften überhaupt noch wirksam vollziehen können.“ Der Bundesrechnungshof veröffentlichte am Dienstag den 17. Jan. 2012 ein Gutachten zu den Steuergesetzen. Fazit: „Der gesetzmäßige Vollzug der Steuergesetze bei der Veranlagung der Arbeitnehmer ist nicht gewährleistet.“ Ursachen: In den Finanzämtern fehlt Personal und die Gesetze ändern sich ständig. Die Fälle werden durch zahlreiche Steuerrechtsänderungen ständig komplizierter. „Ungebrochene Änderungsflut Ferner seien die Fälle durch zahlreiche Steuerrechtsänderungen komplizierter geworden. So wurden zwischen 2006 und 2010 insgesamt 102 Steuer-Reformen beschlossen. Alleine in der Einkommensteuer seien 428 Bestimmungen durch 48 Gesetze geändert worden.“ |
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| Vereinfachung des Steuerrechts für Firmen Die von der Koalition Anfang Dezember 2010 geplante Vereinfachung des Steuerrechts betrifft hauptsächlich Firmen. Die Arbeitnehmer sollen laut Koalitionsangaben in Höhe von 590 Millionen Euro entlastet werden. Der CDU/CSU-Finanzexperte Leo Dautzenberg täuscht sich allerdings gewaltig, wenn er meint, die geplante Anhebung des Arbeitnehmerpauschbetrags von 920 auf 1000 Euro pro Jahr entlaste die Bürger beim Sammeln von Quittungen. Man erkennt die Bürgerferne vieler Abgeordneter ( Unterm Strich wird auch diese angebliche Vereinfachung zu einer Verkomplizierung des Steuerrechts führen. Wetten? |
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| Vereinfachung der Einkommensteuererklärung
nicht gewollt Nicht nur das Bundesfinanzministerium und der Petitionsausschuss Bund können/wollen keinen Stopp der anhaltenden Verkomplizierung der Einkommensteuergesetze und – richtlinien zubilligen, auch der bayerische Finanzminister Georg Fahrenschon, CSU, bleibt hart: einen Stopp der Zunahme der Komplexitat kann er nicht versprechen (Schreiben vom 1.12.2010). Der Bürger muss auch weiterhin die Formulare ohne Durchblick bei den komplexen Zusammenhänge ausfüllen, 150 Seiten und mehr für die Einkommensteuererklärung abliefern, seinen steuerlichen Pflichten also mehr oder weniger blind nachkommen. All das ist offensichtlich unabwendbar und – ich meine – durchaus gewollt. Der Oberste Bayerische Rechnungshof ORH legte am 7. Dezember seinen jährlichen Prüfbericht vor und kam – mir beipflichtend – zum Schluss: die deutsche Einkommensteuer ist viel zu kompliziert. Nicht nur der Bürger blickt nicht durch, vielen Finanzbeamten geht es ebenso. Bei den vom ORH überprüften Steuerbescheiden gab es eine erhebliche Fehlerquote. Allein für Bayern bedeutet das einen Ausfall von mehr als 100 Millionen Euro pro Jahr. "Nachgerechnet", 8.12.2010, S. 33 |
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| Einkommensteuer
nicht weiter verkomplizieren. Bundesfinanzminister Schäuble plant inzwischen neue Steuerreformen, die erfahrungsgemäss zu erhöhtem Aufwand und meist auch zu finanziellen Belastungen führen. Meist sind es nur Scheinreformen. So bringt gleich der erste Punkt: Steuererklräung nur alle zwei Jahre nichts. Dann ist der Aufwand dafür statt jährlich 2 x 7 Tage halt 1 x 14 Tage alle 2 Jahre. Hier ist die Liste der geplanten "Reformen" und "Vereinfachung":
Absage an Steuersenkungen. Merkel: Aber Vereinfachung bringt Menschen Erleichterung", OVB 4.11.2010, S. 1 – "Schäubles kleiner Wergzeugasten", SZ, 4.11.2010 |
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| Genauer war
mein Vorschlag: "Die Regelungen zur Einkommensteuer nicht noch aufwendiger zu gestalten und einfach mal ein Jahr die Einkommensteuergesetze nicht zu verkomplizieren." Die 25 Mitglieder des Petitionsausschuss konnten den simplen Kern meines Vorschlags offensichtlich nicht selbst beurteilen: sie holten eine Stellungnahme des Bundesministerium für Finanzen ein Zusammenfassendes Ergebnis:
Leider verhindert das |
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| "Ein
gewisser Umfang der Steuerformulare ist unvermeidbar, um sie einfacher
und damit verständlicher zu gestalten." Der erste Teilsatz mag zutreffen, doch keinesfalls um die Formulare einfacher zu gestalten. |
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1) Nachdem im
ersten Satz
2) Ein neues Steuerbürokratieabbaugesetz schafft neuen Bürokratismus. |
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| Es
wird genau das Gegenteil meines Vorschlags angekündigt. Weitere Bitten
vom 24.12.2009 und vom 3.10.2010 die Einkommensteuererklärung nicht
weiter zu verkomplizieren wurden abgelehnt.
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Der bayerische
Petitionsausschuss benötigte zwar etwas länger als der Bund, aber
erkannte zumindest:
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| Stimmen zum Steuerbürokratismus, der vom
Petitionsausschuss nicht gesehen und vom BMF bestritten wurde Diese Zusammenstellung ist völlig unvollständig. Ich sammelte solche Stimmen nie, da ich annahm, jeder einigermaßen politisch Bewanderte weiß, dass das deutsche Steuerrecht als eines der kompliziertesten des Universums gilt. |
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| Zu
neuen Steuerplänen: "Es sind vielmehr kleine Korrekturen, die an dem Grundproblem, dass sich Deutschland das wohl komplizierteste Steuerrecht der Welt gönnt, nichts ändern. [...] Doch ein ernsthaftes Bemühen um ein einfacheres und damit effizienteres Steuerrecht ist zu jeder Zeit ein honoriges Ansinnen und ist auch aufkommensneutral möglich." |
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| Die FDP will
eine umfassende Steuerreform mit einem einfachen Drei-Stufen-Tarif von
10, 25 und 35 Prozent. "FDP wettert gegen
Staatsbürokratie", SZ, 25.2.2009, S. 6. Das hört sich gut an, doch aus jahrzehntelanger Erfahrung weiß der Bürger: jede Änderung der Einkommensteuer führt zu einer Verkomplizierung und damit mehr Ungerechtigkeit. |
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| "Was
wir dagegen brauchen, ist eine Reform zur Vereinfachung des
Steuerrechts". Theo Waigel, CSU, Ex-Bundesfinanzminister, OVB, 21.3.2009, S. 2 |
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| "Der Präsident des Bundesfinanzhofs hält das derzeitige Steuerrecht für “außerordentlich kompliziert”. Leserbrief in der Süddeutschen Zeitung, 19. Dezember 2008, S. 40 | |