| Rede zur Aktuellen
Stunde von Frau Daniela Raab, CSU, MdB, zu Online-Durchsuchungen von PCs durch
das BKA am Dienstag, 13. Dezember 2006 im Bundestag |
| Raab: "Halten wir doch mal fest, was Fakt ist: Die
Entwicklung dieser Maßnahme befindet sich noch in den Kinderschuhen. Die
technischen Voraussetzungen dafür sind noch lange nicht gegeben." |
| Wenn jemand in einer Wendung "Fakt ist"
gebraucht, sollte man hellhörig werden. Meist wird dann eine Vermutung zur
Tatsache erklärt. Selbst wenn die obige Feststellung stimmen würde,
spricht das nicht für die geheime Überwachung privater PCs. Hier ist
der angebliche Fakt keiner: die Massnahme wird schon praktiziert. Weiß
das Frau Raab nicht? Wenn ja, warum meldet sie sich zu einem Thema zu Wort, das
sie ungenügend kennt? |
| Raab: "Es findet zudem keinerlei Überwachung der
Vorgänge in der Wohnung selbst statt." |
| Wieder falsch. Der überwachte
Rechner steht in der Wohnung. Der Nutzer am PC schreibt z.B. einen
persönlichen Brief. Der Staat liest mit. |
| Raab: "Fest steht doch außerdem auch, dass wir
unsere Polizei in die Lage versetzen müssen, bei den fortschreitenden
technischen Möglichkeiten mithalten zu können. Dass hierbei der
Grundrechtsschutz und die Gesetzmäßigkeit entsprechender
Maßnahmen eine immens wichtige Rolle spielen, muss ich hier doch nicht
extra betonen." |
| Da hat Frau Raab Recht: Grundrechte spielen dabei eine wichtige Rolle: einige davon
sind praktisch ausser Kraft gesetzt. |
| Raab: "Und dass bisher schon mit Überwachungen
jeglicher Art höchst sensibel umgegangen wurde, muss ich ebenfalls nicht
betonen. Da habe ich zumindest ausreichendes Vertrauen in unsere Polizei und in
unsere Justiz." |
| Mit so einem Blankoscheck an die
Behörden kann man eine Aufhebung eines Grundrechts wohl kaum
legitimieren. |
| Jetzt folgt eine Themaabweichung durch Frau Raab:
"Terrorbekämpfung muss effektiv sein." |
| Es geht nicht (oder nicht nur) um
Terrorbekämpfung . In Deutschland dürfen Unschuldige abgehört
und überwacht werden und sie werden es auch. |