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Konkordat
Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland
seit 23.Mai 1949 mehrfach verwässert und entkräftet
Art.33         (1) Jeder Deutsche hat in jedem Lande die gleichen staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten.
(2) Jeder Deutsche hat nach seiner Eignung, Befähigung und fachlichen Leistung gleichen Zugang zu jedem öffentlichen Amte.
(3) Der Genuß bürgerlicher und staatsbürgerlicher Rechte, die Zulassung zu öffentlichen Ämtern sowie die im öffentlichen Dienste erworbenen Rechte sind unabhängig von dem religiösen Bekenntnis. Niemand darf aus seiner Zugehörigkeit oder Nichtzugehörigkeit zu einem Bekenntnisse oder einer Weltanschauung ein Nachteil erwachsen.
(4) ... (5) ...
Bevorzugung der Katholischen Kirche
In Bayern werden aufgrund der Bevorzugung der Katholischen Kirche und des rechtsfreien Raums, der ihr zugestanden wird, ständig die Menschenrechte, insbesondere das Diskriminierungsverbot des Art. 33 verletzt.
Die katholische Kirche hat ein Mitspracherecht bei der Besetzung von Lehrstühlen an staatlichen Universitäten, nicht nur in der Theologie (wäre schlimm genug), sondern auch in anderen Fächern, beispielsweise der Philosophie.
Wer nicht katholisch ist scheitert bei der Bewerbung am Veto der Religionsgemeinschaft.
Klage wegen Konkordat. Professorin sieht sich bei Lehrstuhlbesetzung benachteiligt, SZ 19.07.2011, S. 34
Entgegen Satz (3) gibt es sogenannte Konkordatslehrstühle. Sie werden von allen Steuerzahlern, unabhängig von der Weltanschauung, bezahlt. Trotzdem darf die Katholische Kirche die Zulassung bestimmen. Davon gibt es mehr als 20 in Bayern. Im Regelfall werden von der Katholischen Kirche (wer kann es ihr verdenken?) nur Katholiken zugelassen. Alexander von Pechmann, Philosophie-Dozent an der LMU: "In der Katholischen Theologie mag das noch angehen. In anderen Fächern ist das ein Anachronismus", SZ, 11.6.2008, S. 46. Mit Hilfe der Humanistischen Unio klagt der Dozent gegen diese Diskriminierung bei der Vergabe öffentlicher Ämter gegenüber Nicht-Katholiken.
Sein Kommentar ist vielleicht aus klagetaktischen Gründen recht zurückhaltend.
  1. Selbstverständlich gilt Art. 33 auch für öffentliche Ämter bei der Katholischen Theologie. Es darf auch dort keine verfassungswidrigen Räume geben (Konkordat Rechtsfreier Raum in Bayern).
  2. Es ist kein Anachronismus sondern eindeutig ein Verfassungsverstoss.
Die Konkordatslehrstühle und die damit verbundene Privilegierung der Katholischen Kirche gehen auf 1817, erneuert 1924, 1933 (!) und 1974 zurück. Insoweit extrem anachronistisch.
Kugel Das Verwaltungsgericht Stuttgart hat einer jungen Pädagogin trotz fachlicher Qualifikation die persönliche Eignung für das Lehramt in Baden-Württemberg abgesprochen, weil sie auf dem Tragen ihres Kopftuches beharrt. Christliche Glaubensgenossen dürfen natürlich Kutte und Hauben tragen, Muslime wird das Kopftuch verwehrt. Süddeutsche Zeitung, 25.3.2000, Seite 7islam Islam
Kugel Als ich diesen Artikel des Grundgesetzes zum erstenmal las traute ich meinen Augen nicht. Jeder Satz ist gelogen. Dieser Artikel konkurriert mit einigen anderen um die Spitze bei den Verstössen.
 

Konkordat
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 18.7.2011