| "Keine
Alternative zur Zwangsmitgliedschaft", Leserbrief an die Emder
Zeitung veröffentlicht in der Emder Zeitung vom 11. Mai 2005 |
| In der Emder Zeitung vom 7. Mai 2005 erschien
von EZ-Redakteur Axel Milkert: "Keine Alternative zur Zwangsmitgliedschaft". In
dem sich IHK-Hauptgeschäftsführer Dr.
Reinhold Kolck gegen einen geplanten Gesetzesentwurf einer
SPD-Arbeitsgruppe zur Abschaffung des IHK-Zwangs wendet. Aus
Copyright-Gründen kann ich das Interview mit Herrn Kolck hier nicht
bringen. Seine Eingangsthese lautete: "Ich sehe keine Alternative zur
Zwangsmitgliedschaft". |
| Meine Antwort darauf, veröffentlicht in der Emder Zeitung vom 11.Mai 2005 |
| Dem Interview mit Herrn Dr. Reinhold Kolck, dem
Hauptgeschäftsführer der IHK für Ostfriesland und Papenburg,
entnehme ich, dass er einige Verständnisschwierigkeiten hat. Dem
möchte ich hier abhelfen. Die Alternative zur Zwangsmitgliedschaft bei der
IHK, die Herr Dr. Reinhold Kolck nicht sieht, lautet schlicht: keine
Zwangsmitgliedschaft. So einfach kann es sein, wenn man die Scheuklappen
weglässt. Wenn dann die Prüfungsgebühren steigen (was ich
bezweifle), so frage ich "Na und?". Dies hier sollte eine Veranstaltung der
freien Marktwirtschaft sein, die Zwangs- und Planwirtschaft hat sich
längst als Übel entlarvt. Aus der nächsten Antwort Dr. Kolcks erkennt man seinen ersten Denkfehler: er spricht von einer privatisierten Kammer (und straft damit seine erste Behauptung, er sehe keine Alternative, schon Lügen). Selbstverständlich gibt es viele vorstellbare Organisationsformen, darunter auch die Möglichkeit einer nicht-privaten IHK ohne Zwangsmitgliedschaft. Hier sollte Herr Dr. Kolck flexibler denken und wenn ihm das nicht gelingt, einfach nach Abschaffung des Zwangs die Entwicklung abwarten. Der zweite Denkfehler Kolcks offenbart sich, als er meint, mit der beitragsfreien Zangsmitgliedschaft "sei der Kreis der Kleinen schon einmal ausgenommen". Das ist keinesfalls so. Vielen Unternehmern geht es primär nicht um den Beitrag, sondern darum: Zwang spottet jeder freien Marktwirtschaft Hohn. Ich möchte weder in einer politischen Partei noch in der IHK zwangsweise dabei sein, auch wenn ich dafür sogar noch monatlich etwas bezahlt bekomme. Sollte Herr Dr. Kolck aber nur um seinen Arbeitsplatz bangen, so könnte die Abschaffung des Zwangs mit einem Sozialprogramm für überflüssige Bürokraten abgefedert werden. |
| In derselben Ausgabe der Emder Zeitung vom 11.Mai 2005 erschien ein Beitrag von Frank Mälzer, Emden, Mitglied der IHK-Vollversammlung |
| Aus Copyright-Gründen kann ich den
Leserbrief von Herrn Frank Mälzer hier nicht bringen. Seine abschliessende
These lautete, "dass die IHK auf dem Gebiet der Weiterbildung, des
Prüfungswesens und der Existenzberatung große Leistung erbringt, es
liegt in der Hand jedes einzelnen Mitgliedes, diese auch abzufordern.",
|
| Meine Antwort darauf vom 12.Mai 2005 |
| Herr Mälzer wundert sich, dass die
Beiträge der Emder Zeitung auch in NordrheinWestfalen beachtet werden. Was
wird er sich erst einen Tag später, bei meinem Leserbrief aus Wasserburg
am Inn gedacht haben. Die Erklärung ist einfach: seit über 15 Jahren
gibt es Internet, ein Medium, dass auch Kleinunternehmer nahe dem Balkan, wie
mir, die Teilnahme an der Meinungsbildung erlaubt. Wie so oft wird im Leserbrief Herrn Mälzers eine Meinung als unsachlich (Herr Mälzer steigert zu "erschreckend") bezeichnet ohne einen einzigen Punkt aufzugreifen oder gar zu widerlegen. Herr Mälzer meint, dass, wer den bürokratischen IHK-Zwang abschaffen will, "nach noch mehr Staat, noch mehr Bürokratie" ruft. Dieser Zusammenhang ist widersinnig. Nur Politikern gelingt es, "Bürokratie abbauen" zu rufen und dafür neue Gremien einzusetzen und neue Verordnungen vorzuschreiben. Wer die Zwangsmitgliedschaft in einer staatlichen Organisation abschaffen will, will weniger Staat und weniger Bürokratie. Recht hat Herr Mälzer, wenn er meint, dass beide (gemeint sind wohl Staat und Bürokratie) "Innovation und Kreativität eher lähmen". Ein wunderbares Argument gegen die bürokratische Zwangsmitgliedschaft in der IHK. Herr Mälzer schreibt dann, dass die IHK "große Leistung erbringt, es liegt in der Hand jedes einzelnen Mitgliedes, diese auch abzufordern." Wenige bestreiten wohl, dass die IHK Leistungen erbringt. Wie daraus ein Argument für die Zwangsmitgliedschaft wird, erklärt uns Herr Mälzer nicht. Viele Organisationen und Institutionen erbringen "große Leistung". Nur wenn ich die Leistung zum Beispiel des Fernsehens haben will, muss ich bei der GEZ bezahlen; nur wenn ich einen Zug benutze, muss ich bei der Bahn ein Ticket kaufen. In beiden Beispielen bin ich kein Mitglied. Genauso sollte es bei der IHK sein. |