| Leserbrief gegen die zwangsweise IHK Mitgliedschaft
Wasserburger Zeitung, 8.11.2002, Seite 13. |
| Herr Josef Andres, Vorsitzender der
Milcherzeugergemeinschaft Wasserburg-Ebersberg, fragt [/frägt] im
Interview, wo es noch einen Organisationsgrad von 99,8 Prozent gibt. [Die
Antwort ist einfach:] Bei Handel und Gewerbe gibt es aufgrund des IHK-Zwangs
einen Organisationsgrad von 100 Prozent. [Trotzdem die Zwangswirtschaft
spätestens seit 1990 als gescheitert gilt, halten unsere Politiker eisern
daran fest.] Obwohl [/Trotzdem] viele Politiker den Bürokratieabbau
propagieren, zwingen sie alle Handeltreibenden in eine, für die meisten
nutzlose[, für viele gar schädliche] Organisation. Gerade die CSU redet gerne vom Subsidiaritätsprinzip, versteht dieses zugegeben komplizierte Fremdwort aber völlig falsch. Beim IHK-Zwang muß der Einzelne Kompetenz an größere Einheiten abgeben; das ist Anti-Subsidiarität. Im brandneuen Koalitionsabkommen von SPD/Grüne sollen neue Unternehmen weiter zwangsbeitreten, die ersten vier Jahre beitragsfrei. Dabei übersahen die Koalitionäre, daß es weniger um den Beitrag als um die freie Marktwirtschaft geht. [Die Liberalitas Bavariae wird mit Füßen getreten und das Wirtschaftsministerium in München schrieb mir, das wird auch weiter so sein.] Leider brauchen die Parteien die IHK[, ähnlich wie BLM] und andere, ähnliche Zwangsorganisationen, um möglichst vielen Parteimitgliedern einen lukrativen Job anbieten zu können. Alle Proteste von Kammergegnern wider dieser antidemokratischen [/diese antidemokratische] Zwangsmaßnahme werden daher abgeblockt. Wie immer in einer freien Marktwirtschaft: bei gutem Leistungsangebot und etwas Werbung kommen die Kunden von alleine; die IHK dagegen muß zwangsweise verordnet werden. |
| Anmerkungen und
Ergänzungen Eingeklammerter Text wurde in der Wasserburger Zeitung nicht übernommen; davor mit / versehener eingeklammerter Text wurde ersetzt. "frägt" ist eine korrekte süddeutsche Variante (laut Duden) |