| Regulierung und
Bürokratie Politiker fordern den Abbau des Übermaß an Regulierung und Bürokratie. Doch sie tun das Gegenteil. »Der Staatsapparat gehört entrostet, umgebaut und in Schwung gebracht.« Horst Köhler, Bundespräsident, 3.10.2004; |
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| Das deutsche Steuerrecht ist kompliziert. Selbst
Rentner benötigen zum Ausfüllen der zahlreichen Formulare für
die Einkommensteuererklärung ein Wochenende und länger. Daher: "Viele
machen sich daher gar nicht erst die Mühe, eine
Einkommensteuererklärung abzugeben, denn sie scheitern schon am
Ausfüllen der Bögen. Und verschenken dadurch möglicherweise
mehrere hundert Euro Steuererstattung", Andreas Grote: "Der
Computer als Steuerberater". SZ, 13.3.2008, S. 27 Hier übersieht der Journalist, dass man zur Abgabe der Einkommensteuererklärung verpflichtet ist. Der "einfache" Steuerzahler füllt oft die Formulare ob ihrer Komplexität zu seinen Ungunsten mangelhaft aus (wen wundert's?). Der Staat profitiert. Das Ganze ist wohldurchdacht. Die Abgeordneten, die diese Steuerkomplexität fast täglich erhöhen, haben ihr Einkommen zu einem großen Teil von der Versteuerung ausgenommen |
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| An der
Spitze der Kommission für "Bürokratieabbau in der EU" sorgt Edmund
Stoiber für rasanten Bürokratiezuwachs:
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| Das Frauenhaus Rosenheim ist wichtige
Zufluchtstätte für Frauen. Seit 1989 hat es 745 Frauen und 785 Kinder
betreut. Diese sozial wertvolle Arbeit wird ihr fast muss man sagen
selbstverständlich durch eine überbordende Bürokratie
versauert. Die bayerische Regierung will anscheinend diese Arbeit
möglichst erschweren. Das Frauenquötlein (4 von 18) der Bayerischen
Regierung sagt vieles. OVB, 30.10.2007, S. 10 |
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| Allen Beteuerungen der bayerischen
Politiker zum Trotz und trotz zahlreicher Kommissionen und Experten-Gremien
(siehe die nachfolgenden Beiträge), sorgen die
bayerische Regierung und die Landtagsmehrheit weiterhin für eine wuchernde
Bürokratie. Mit der Verabschiedung des Bayerischen Kinderbildungs- und
-betreuungsgesetzes (BayKiBiG) hat Bayern
seinen Regulierungswahn erneut unter Beweis gestellt. Schon das
Gesetzgebungsverfahren glich einem Bürokratiemonster. Es wurde "nach einem beispiellosen Aufwand an Erprobung, Abstimmung und
Öffentlichkeitsarbeit über mehrere Jahre hinweg" (so wörtlich das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und
Sozialordnung, Familie und Frauen (welch ein Ausdrucksungetüm), siehe
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| In der Staatskanzlei in München muß
irgendwo ein Raum sein, in dem die vielen teuren Gutachten abgelegt werden. Die
Staatsregierung läßt alle paar Jahre die Zukunftschancen
vorhersagen. Sie setzt aufwändige und teure Kommissionen ein, so die
Deregulierungs-Kommission (eine der Kommissionen unter Leitung von Herbert Henzler), die viele Ordner an Expertisen und
Empfehlungen erstellt. OVB 5.6.2007, S. 3 Einige Beispiele: 1997 bayerische-sächsische Zukunftskommission 2000 Experise "Chancen für Bayern Bayern 2020" 2007 "Zukunft Bayern 2020" (421 Seiten!), Leitung Herbert Henzler Was kommt heraus? Der Steuerzahler bezahlt; die Politiker gegen sich den Anschein der sorgsamen Planung und dass um die Zukunft der Menschen besorgt seien; die Bürokratie wird gesteigert; einige Kommissionen erhalten fette Honorare; der Raum in der Staatskanzlei erhält neue Ordner und Regale. Immerhin wurde aus der Expertise 2000 in sieben (7) Jahren das Gutachten "Zukunft Bayern 2020", das am 20. April 2007 Herbert Henzler dem Ministerpräsidenten Dr. Edmund Stoiber, CSU, übergab. Drei Monate später übernahm Stoiber das Gutachten in seine Regierungserklärung: |
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| Johannes
Ludewig leitet ein achtköpfiges Experten-Gremium, das
wöchentlich tagt und die Bürokratie dämpfen soll. Doch Ludewig
vergleicht seinen Kampf mit dem gegen die mythische Hydra: wenn etwas bereinigt
wird, wachsen an zehn anderen Stellen neu bürokratische Auswüchse
heran. Ehrlich ist Günther Verheugen,
SPD: "Wir verbringen einen Großteil unsere Zeit damit, Probleme zu
lösen, die ee nicht gäbe, wenn es uns nicht gäbe." Uneinsichtig
ist dagegen Hans Bernhard Beus,
Bundeskanzleramt: "Jede Vorschrift hat ihre Entstehungsgeschichte, nichts wird
als purer Unsinn in der Verwaltung geboren." |
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| Zufällig stieß ich in einem
Landtagsprotokoll vom 8. Juli 2003 auf die Rede von Staatsminister Erwin Huber, CSU, Leiter der Staatskanzlei, zum
Thema Deregulierung und Entbürokratisierung
in Bayern Vorfahrt für Unternehmergeist und Arbeitsplätze
. Zwei wörtliche Auszügg "Aus diesem Grund hat Ministerpräsident Stoiber im Dezember 2002 eine Deregulierungskommission aus Vertretern von Wirtschaft,Verwaltung und Kommunen unter Leitung von Professor Henzler eingesetzt. Das Ergebnis liegt nun vor. Gestern ist es der Staatsregierung übergeben worden, und schon heute informieren wir den Bayerischen Landtag." "Professor Henzler ist in der Diplomatenloge anwesend. Er hat die Arbeit der Kommission abgeschlossen und uns eine Hausaufgabe auf den Tisch gelegt. Der Ministerpräsident hat es zur politischen Richtlinie gemacht, die Vorschläge zügig und schnell umzusetzen." Seitdem ist für den Bürger (ausser mehr und komplexerer Bürokratie) nicht viel passiert. Die CSU hat ihre "Hausaufgabe" vom Juli 2003 nicht gemacht. Ministerpräsident Edmund Stoiber, CSU, hat wie üblich die Vorschläge weder zügig noch schnell (was ist der Unterschied zwischen "zügig" und "schnell"? Wohl nur eine verbale Aufblähung) umgesetzt. |
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| Den Erklärungen und
Kommissionen für Bürokratieabbau stehen weitere Aufblähungen der
Bürokratie entgegen. Kreisbrandrat Sebastian
Ruhsamer, Landkreis Rosenheim: "Wir
ersticken in einer Flut von Vorschriften und Richtlinien". Die
Ehrenamtlichen leiden überall unter den überbordenden Vorschriften.
Diese werden ständig erweitert und verschärft. irgendetwas muß
ja auch der Politiker machen, wenn er mal nicht gerade mit seinen nebenjobs
beschäftigt ist. OVB, 3.5.2007, S. 15 |
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| Unter dem Vorwand der Entbürokratisierung will
die CSU-Regierung die Rechte der Bürger beschneiden. Wer sich gegen
Entscheidungen und Willkür von Behörden zur Wehr setzen will, soll es
künftig schwerer haben. Nach dem Willen von Innenminister Günther Beckstein, CSU, dem Kämpfer gegen
Menschen- und Bürgerrechte ( "Das ist Wahnsinn, was da passiert. Hier wird ein Teil unserer demokratischen Rechtskultur auf einen Schlag vernichtet", Rudolf Riechwald, Münchner Anwalt. Genau das wird ja beabsichtigt "Gegenteil einer Vereinfachung", so der Bayerische Städtetag. SZ, 5.3.2007, S. 49 |
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| CSU-Initiative zur Steigerung der
Bürokratie Die CSU startet in der Bundesratssitzung am 16.2.2007 einen erneuten Anlauf für ein Verbot von menschenverachtenden Killerspielen. Mit einem riesigen Maßnahmenpaket soll die Bürokratie gesteigert werden, denn Gewaltverherrlichung ist schon längst strafbar. Das Erzwingen einer vermeintlich schöneren Welt durch Verbot oder Vernichtung des Unproduktiven oder Kranken ging in Deutschland schon mal ins Auge. Erich Fried (1921-1988) veranlasste es zu seinem Gedicht "Die Maßnahmen", daraus den Schlussvers, der bezüglich Killerspiele und denjenigen, die die bösen Killerspieler treffen wollen, doppeldeutig ist:
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| Angelos
Chaniotis, Altertumsforscher, kehrte der Universität Heidelberg
und den Hochschulen Deutschlands den Rücken. In Heidelberg hätte er
Universitätrektor werden können. Die überbordende
Bürokratie ließ ihn die Flucht ergreifen. Er lehrt und forscht nun
am All Souls College, Oxford. Deutschlands Hochschulen sind so der
Wissenschaftler Chaniotis durch zu viele Studenten, dafür zu wenig
Geld und zu viel Bürokratie kaputt gemacht worden. Wer Elite wolle,
müsse sehr viel mehr in Bildung investieren als Deutschland es tut.
SZ, 21.2.2007, S. 3 |
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| Ein tolles Beispiel
überbordender Bürokratie sind die Vorschriften für
Webauftritt-Betreiber. Ich habe versucht, sie in meinem
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| Spezielle Kommissionen, Erklärung zur Chefsache
und Priorisierung des Bürokratieabbaus haben seit Jahren kaum einen
Wirkung: die Bürokratie wird weiter aufgebläht: zu Ungunsten der
Effektivität und auf Kosten des Steuerzahlers. Das erkannte auch Uwe Brandl, CSU, Präsident des Bayerischen
Gemeindetages. "Auch der neueste Gesetzentwurf ist kein Durchbruch zur
tatsächlichen Entlastung der Gemeinden und ihrer Bürger von
überflüssigen Gesetzen und Verordnungen". SZ,
15.11.2006, S. 41 |
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| Nach jahrelangem Zögern,
verschleppen in Kommissionen und im Kabinett hat Europaministerin Emilia Müller, CSU, ein neues
Bürokratie-Abbau-Feld erspäht. Beim Wirtschaftsbeirat Bayern in
Rosenheim kündigt sie an, dass Bayern bei der EU (!) weiter entschlossen
für Bürokratieabbau und Deregulierung kämpfen werde:
Unsere Unternehmen haben völlig zu Recht kein Verständnis
dafür, dass ihnen im harten internationalen Wettbewerb ständig
bürokratische Knüppel zwischen die Beine geworfen werden. Die
EU-Kommission beziffert die Bürokratiekosten für Unternehmen in
Europa mittlerweile auf jährlich rund 600 Milliarden Euro. Wir brauchen
eine Reduzierung dieser Bürokratiekosten um 25 Prozent.
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| Manche überflüssige Verordnungen und
Gesetze wurden vielleicht schon gestrichen, doch es wie mit der
neunköpfigen Hydra ( |
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| Nach Jahren der Kommissionen und
des Zauderns wurde der Bürokratieabbau in Bayern nun vollends erschwert
und verzögert. Edmund Stoiber, CSU, auf einer Klausur in St. Quirin am
Tegernsee: "Bürokratieabbau ist
Chefsache". SZ, 5.10.2006, S.
41 |
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| Das bayerische Kabinett tritt am Mittwoch, 4.
Oktober 2006, zu einer Klausurtagung am wunderschönen Tegernsee im
Bildungszentrum St. Quirin statt. Absoluter Schwerpunkt [wörtlich aus der PM der Staatskanzlei; H.H.] der
Kabinettsklausur ist Bürokratieabbau und Deregulierung. Die
Staatsregierung will beim Bürokratieabbau zum 769. Mal entschlossen
anpacken. Ziel der Staatsregierung ist der massive Abbau von
Bürokratiekosten und Bürokratiezeiten für eine möglichst
bürgernahe Verwaltung. PM 378 der Staatskanzlei 2. Oktober
2006 |
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| Was macht die bayerische Regierung
zum Bürokratieabbbau (nach dem Einsatz vieler Kommissionen und der 768.
Ankündigung des Bürokratieabbaus) ? Sie verlautbart die 769. Ankündigung des Bürokratieabbaus im August und zwar mit dem für Politiker vollem Tempo in einer Kabinettssitzung am 4. Oktober 2006. SZ, 23.8.2006, S. 37 |
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| "Zu den billigsten Versprechen der Politiker
gehört der angebliche Kampf gegen die Regelungswut. Auf vielen Ebenen gibt
es dazu Arbeitsgruppen, auch im Kanzleramt. Erfolgsmeldungen fehlen."
Wilhelm Christbaum, OVB, 7.7.2006, S. 2 |
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| Alain
Zucker: "Halten Sie es nur für ineffizient, wenn der Staat eingreift, oder
auch für unmoralisch?" Milton Friedman, Nobelpreis Wirtschaft 1976: "Beides. Ich halte es für unmoralisch, wenn der Staat mich davon abhalten will, Marx zu lesen oder Marihuana zu rauchen. Er versucht in beiden Fällen zu kontrollieren, was ich mir nehme. Es ist ebenso unmoralisch, Geld von den Reichen zu nehmen und den Armen zu geben, unter der Voraussetzung, dass die Reichen ihr Geld ehrlich verdient haben." SZ Magazin 25 (2006), S.22 |
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| Die bayerische Staatsregierung begrüsst die
Föderalismusreform. Dr. Edmund
Stoiber, CSU, wird in der Ministerpräsidentenkonferenz die
Zustimmung zur Föderalismusreform empfehlen.
Sie wird mehr Bürokratie bringen, so Christa Naaß, SPD. |
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| Die bayerische Staatsregierung
will zum wiederholten Male durch neue Bürokratie die alte "abbauen": das
vierte "Gesetz zur Aufhebung von
Rechtsvorschriften" steht zur Beratung an. SZ, 19.6.2006, S.
50 |
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| Ministerpräsident Dr.
Edmund Stoiber, CSU, erklärte, dass
Bayern die Sorgen der Bauern vor überbordender Bürokratie sehr ernst
nimmt. Er kündigte eine Initiative zum Bürokratieabbau in der
Landwirtschaft an. Dies dürfte so etwa die 768.
Ankündigung des Bürokratieabbaus durch die
Staatsregierung, Staatskanzlei und CSU in den letzten 10 Jahren sein.
Was an Bürokratie entfällt künftig? Quelle: PM 217 der Staatskanzlei 30.5.2006 Das Kabinett beschloss heute einen Aktionsplan = nix Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber hatte Anfang 2006 angekündigt, dass er sich dem Bürokratieabbau in der Landwirtschaft persönlich annehmen werde = wieder nix Eine Arbeitsgruppe zwischen Landes- und Bundespolitikern wird eingerichtet = mehr Bürokratie Änderung von EU-Recht = unklar eine neue Kontrollorganisation in Bayern = mehr Bürokratie Einführung von praxisgerechten Bagatellgrenzen = mehr Bürokratie Bündelung von Kontrollen = unklar Generelle Erlaubnis zur vorherigen Ankündigung von Kontrollen vor Ort = noch mehr Bürokratie Einführung einer so genannten beratenden Kontrolle = mehr Bürokratie Festlegung der Kontrolldichte für Cross-Compliance = mehr Bürokratie Verzicht auf das Bestandsregister bei Rindern = weniger Bürokratie Abschaffung des Rinderpasses = weniger Bürokratie Erleichterungen bei der Registrierung von Schweinen = weniger Bürokratie Verzicht auf eine Dokumentationspflicht für bestimmte Futtermittel = weniger Bürokratie Streichung des geplanten Erosionskatasters = weniger Bürokratie Fazit: Noch mehr Bürokratie, wie bei Bürokraten nicht anders zu erwarten. |
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| Bundeswirtschaftsminister Michael Glos, CSU, forderte die Firmen auf, den
Bürokratieabbau durch eigene "konkrete, wirklichkeitsnahe Vorschläge"
voranzubringen. Das ist extrem scheinheilig, da dem Minister zahlreiche
Vorschläge vorliegen. Insbesondere wird seit Jahren die Abschaffung des
bürokratischen Zwangs zur IHK gefordert ( |
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| Karoline Beck,
Vorsitzende des Bundesverbandes Junger Unternehmer, BJU, über die
Koalition CDU / CSU / SPD unter Angela
Merkel, CDU (nach ca. 100 Tagen): "Die neue Regierung schafft ein Bürokratiemonster nach dem anderen und rühmt sich mit der Abschaffung des »Gesetzes über die Auflösung, Abwicklung und Löschung von Kolonialgesellschaften". Dabei gibt es ein Einsparungspotenzial durch Bürokratieabbau von 78, 4 Milliarden Euro. "Der gute Vorsatz, Bürokratie abzubauen, ist bisher ad absurdum geführt worden." "Zudem entsteht neuer Aufwand durch handwerklich miserabel gemachte Gesetze." Karolina Beck: "Der Bürokratieabbau fällt schon wieder aus". Rheinischer Merkur, 16.3.2006, S.13 |
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| Abgeordnete der Grünen
stellten am 21.2.2006 im Bayerischen Landtag den Dringlichkeitsantrag "Keine weiteren bürokratischen Hürden bei der
Einbürgerung". Also nicht Rücknahme oder Abbau von
Bürokratie, sondern den bescheidenen Wunsch die Bürokratie nicht zu
erhöhen. Anlass: Es ist geplant, ab 1.3.2006 Bürokratie und Verwaltungsaufwand zu erhöhen. Am 23.2. empfahl der Ausschuss für Verfassungs-, Rechts- und Parlamentsfragen die Ablehnung. Für mehr Bürokratie stimmten die folgenden Mitglieder der CSU: Peter Welnhofer, Dr. Ingrid Fickler, Petra Guttenberger, Hans Herold, Alexander König, Martin Neumeyer, Thomas Obermeier, Sebastian Freiherr von Rotenhan, Jakob Schwimmer, Ernst Weidenbusch, Dr. Bernd Weiß, Josef Zellmeier. Die Mitglieder der SPD und Grünen im Aussschuss stimmten gegen mehr Bürokratie. |
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| Peter Ramsauer,
CSU, spricht sich für eine
stärkere und strengere Bürokratie aus: "Wir brauchen in der
Handwerksordnung wieder strengere Maßstäbe, um das heimische
Handwerk zu schützen und für Ordnung auf dem Arbeitsmarkt zu sorgen."
Anschließend spricht er sich gegen
die Abschaffung von Zwang aus. Ramsauer also klar für mehr Regulierung und
Bürokratie. OVB, 3.2.2006, S. 10 |
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| Nach einer Studie von McKinsey
könnte die öffentliche Hand 2.000.000.000
Euro jährlich im IT-Budget sparen (Gesamtvolumen: 11
Milliarden). Nur 28 % der IT-Projekte im öffentlichen Sektor werden
erfolgreich abgeschlossen, 52 % sind überteuert oder verzögert.
SZ, 2.12.2005, S. 24 |
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| Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig urteilte:
Betriebe müssen für ihren Restmüll auch dann an den kommunalen
Entsorger Gebühren bezahlen, wenn sie die Tonnen nicht nutzen.
Az: 10 C 4.04. Die Großbäckerei Kamps,
Filiale Schifferstadt, bringt den Müll ins 10 km entfernte Ludwigshafen.
Dort wird er von einer privaten Firma entsorgt. SZ, 2.12.2005,
S. 24. |
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| Die ersten Beschlüsse der
großen Koalition von CDU, CSU und SPD im Oktober 2005 betreffen eine
gigantische Bürokratievermehrung.
Statt 13 soll es 14 Ministerien geben: die Amigos wollen sich ja gegenseitig
bedienen. Die Ministerien werden intensiv und kostenaufwändig
umstrukturiert. Ungenannte Stimme aus dem Wirtschaftsminsterium: "Das
verursacht immense Bürokratiekosten." SZ, 15.10.2005, S.
23 |
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| CDU und CSU kündigten im Falle eines Wahlsiegs
am 18.9.2005 mehr Zwang und Bürokratie an. Die CSU kündigte
an, die Meisterpflicht (deren Auswüchse von Rot-grün abgeschafft
wurden) wieder einzuführen. Neben Annette
Schavan, Peter Müller, beide CDU, und Heinrich Traublinger, CSU, forderte auch die IHK
( |
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| Hier kann man eigene Ideen und
Vorschläge für Bürokratieabbau in Deutschland äußern
und damit die CDU/CSU bei ihrer Arbeit für mehr Regulierung und
Bürokratie unterstützen. |
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Die wichtigsten (also nicht alle!) Punkte des
gemeinsamen Gesundheitsmodells von CDU und CSU
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Am Tag der
Regierungserklärung zum Abbau des Dickichts der Vorschriften
plädierte Erwin Huber für neue Öffnungsvorschriften für Autowaschanlagen
(derzeit anscheinend das drängendste Problem). Die sich abzeichnende
"Lösung":
Und dann wurden es vier: Fortsetzung der Regulierungswut:
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| Bayern soll nach Aussage von
Staatskanzleichef Erwin Huber, CSU, das
Bundesland mit den wenigsten Vorschriften werden. Ein Drittel aller
Verwaltungsanweisungen werde ersatzlos gestrichen, bekräftigte Huber am
Freitag in einer Regierungserklärung vor dem Landtag in München. Die
Zahl der Landesverordnungen reduziere sich damit von über 1100 auf rund
850. Diese Verheißung zeigt zunächst nur, daß in Bayern viel zuviel Bürokratie herrscht. Erwin Huber kritisierte, das Dickicht der Vorschriften sei ein Hauptgrund für die hohe Arbeitslosigkeit in Deutschland. Christa Naaß, SPD: «Das ist die fünfte Reform in den letzten 35 Jahren» Sepp Dürr, Grüne: «Seit über zehn Jahren wächst die Bürokratie in Bayern und wächst und wächst und wächst.» Bayern bleibe «ungefährdeter deutscher Bürokratie-Meister». |
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| Gleichzeitig mit der
Bürokratisierung stellt die Süddeutsche Zeitung eine Verstoiberung der Sprache fest. Einfache
Sachverhalte werden von den Politikern verkompliziert und bürokratisiert,
wohl um sich selbst unentbehrlich zu machen und um Parteifreunden in dem
gewaltigen Apparat der Bürokratie einen Posten anbieten zu können.
Beispiele: BLM ( |
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| Bayern setzt seine
Bürokratisierungsoffensive fort Mit der Einführung eines Verfahrensmanagers (mit dieser Monsteraufgabe): Manager zur Vereinfachung und Beschleunigung von Genehmigungsverfahren, Genehmigungshöchstfristen und Vereinfachungen im öffentlichen Vergaberecht) setzt Bayern seine Ausweitung der Bürokratisierung fort. |
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| Bayerns Staatskanzleichef Erwin
Huber, CSU: Die Regierung Stoiber hat die Verwaltung seit dem Amtsantritt um
9.000 Stellen reduziert. Die Einsparung weiterer 3.000 Stellen läuft und
dazu fallen noch 2.000 Stellen weg durch die bisherigen Beschlüsse zur
Verwaltungsreform. PM Nr. 323 der Staatskanzlei "Fitnessprogramm für schlankeren Staat", 27.8.2004 Wenn das richtig ist, zeigt es deutlich: die bayerische Bürokratie wucherte: 14.000 Stellen waren zuviel. |
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| Der bayerische Automobilzulieferer Weigl verlagert zum Jahresende
2004 seine Produktion von Pöttmes, Kreis Aichach-Friedberg, Bayern, nach
Sachsen und Thüringen. Firmenchef Franz Josef
Weigl nennt als Grund die bürokratischen Hürden in Bayern.
Die bayerische Bürokratie ist auf diesem Ohr natürlich taub: "Den
Vorwurf des überzogenen Bürokratismus weise ich entschieden
zurück", so Reinhard Pfeiffer,
Sprecher des Bayerischen Wirtschaftsministeriums. OVB,
19.6.2004, 11 |
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| "Über Jahre hinweg waren es
auch wir, die politisch Verantwortlichen, die in guten Zeiten und in gutem
Glauben mit immer mehr staatlichen Leistungen den falschen Eindruck vermittelt
haben, als könne und würde der Staat alles auffangen und leisten."
Regierungserklärung des Bayerischen
Ministerpräsidenten Dr. Edmund Stoiber am 6. November 2003.
Späte Einsicht.
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| Jochen Heil,
Chef des Finanzamts Straubing, findet, dass das deutsche Steuersystem ist in
seiner Kompliziertheit "unbrauchbar geworden ist". SZ,
5.11.2003, S. 44 |
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| Die Politiker und Ämter
sinnieren noch, bilden Kommissionen, palavern, da nehmen die Unternehmer das
Anliegen selbst in die Hand: |
| Weltbank klagt über deutsche
Bürokratie Bürokratie und Regulierung behindern die Unternehmen in Deutschland weit stärker als in den meisten anderen Industrieländern. Zu diesem Ergebnis kommt der Bericht "Doing Business", in dem die Weltbank die Folgen der Regulierung für Volkswirtschaften und Arbeitsmarkt verglichen hat. Untersucht wurden 130 Staaten. Positive Beispiele sind Australien, die USA, Großbritannien, Singapur, die Niederlande und Dänemark. Typisch für Deutschland, daß sich sofort die IHK, Auswuchs der Bürokratie ( |
| Ernst Hinsken,
MdB, CSU, und Heinrich Traublinger,
Präsident der Handwerkskammer von München und Oberbayern, MdL, CSU,
wehren sich gegen Bürokratieabbau. Zur Agenda 2010 der Bundesregierung
gehört die Novellierung der Handwerksordnung, die damit verbundene
Förderung von Kleinunternehmen, die Lockerung des Meisterzwangs; alles
dient dem Abbau bürokratischer Hürden. Doch Ernst Hinsken
(Bäcker) und Heinrich Traublinger ( Haben die beiden CSU-ler ihr Abgeordnetenmandat um ihre privaten Pfünde zu sichern? |
| Erweiterung der Bürokratie: Blaue
Dekorationslampen an Autos sind nach Günther
Beckstein, CSU, nicht zulässig (ausgenommen Pkw des
Innenministeriums und seiner nachgeordneten Behörden). OVB, 1.10.2003, S.1 |
| Professor Karl
Homann spricht sich in einem
SZ Interview
für die soziale Marktwirtschaft aus. |
| Hans-Olaf Henkel, Ex-IBM Deutschlandchef,
Ex-Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie: "Der Kern der
modernen Ethik muss die Freiheit sein: die Freiheit des Einzelnen, am globalen
Spiel teilnehmen und sich aktiv verwirklichen zu können, und zwar nicht
nur zum eigenen, sondern zum Nutzen aller." |
Bei Amazon nachschauen |
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| Hans-Olaf Henkel. Die Ethik des Erfolgs.
Spielregeln für die globalisierte Gesellschaft. München: Econ,
2002. Gebunden, 280 Seiten |
| "Ein Kernübel rot-grüner Politik ist das
Übermaß an Regulierung und
Bürokratie. ... Der Staat stranguliert durch bürokratische
Überregulierung die freie Initiative und das Engagement des Einzelnen,
praktizierte Solidarität bleibt auf der Strecke." Aus:
Sofortmaßnahmen
Startprogramm Deutschland der CDU/CSU, ein Wahlkampfpapier von Edmund
Stoiber, CSU. Das schlimmste Übermaß an Regulierung und Bürokratie stammt freilich von der CDU/CSU selbst. In Bayern (und anderswo) muß man, wenn man sich wirtschaftlich selbständig macht, zwangsweise der IHK, einer Quasi-Tochter der CSU, beitreten. Man muß einer Organisation beitreten, die gegen einen selbst arbeitet. Man muss sich zwangsweise selbst schaden. Die IHK bringt mir nur Nachteile. Wann wird diese planwirtschaftliche, bürokratische Zwangsregulierung abgeschafft? |
| Pikantes Detail: wenn man die
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