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Inhaber öffentlicher
Ämter haben Zeit für zahlreiche Nebenjobs Privat genutzte Flugmeilen, Honorarzahlungen, privates Darlehen, bezahlte Flüge und Urlaube usw. Keinesfalls vollständig. Ergänzung: |
| Nach
Jahrzehnten der Diskussion: nicht alle Abgeordnete geben an, für wen sie arbeiten So ignorierte Michael Fuchs, CDU, MdB, jahrelang die Veröffentlichungspflicht bei Nebentätigkeiten. Eine Vorstandsmitgliedschaft in Hongkong meldete er dem Bundestag erst, als ein Bürger auf abgeordnetenwatch.de öffentlich Druck machte. Michael Fuchs ist häufig in seinem Wahlkreis tätig:
28.01.2012, Kappensitzung Rhens
Die Transparenzregeln des Bundestag gelten für ihn anscheinend nicht.
Seine Tätigkeitenliste in anderen Unternehmen ist lang. Was soll ein
Bundestagabgeordneter in seiner grosszügigen Freizeit auch machen?
Richtig, Kohle, durch Tätigkeiten in Aufsichtsräten und Beiräten; oder
Vorstandsmitglied in der Deutsche Handelskammer, Hongkong. – 01.02.2012, Bitburger Karnevalsempfang Verschweigen Abgeordnete die Angabe ihrer sonstigen Tätigkeiten hat das selten Folgen: anders wie beim Normalbürger, – der, wenn er Tätigkeiten verschweigt, kräftig bestraft wird – ist die Bundestagsverwaltung grosszügig: Sanktionen sind – von wenigen Ausnahmen abgesehen – nicht bekannt. |
| Nach
Jahrzehnten der Diskussion: Neben- und Haupteinkünfte der Abgeordneten sind immer noch nicht transparent Unsere Abgeordneten werden teilweise von Firmen, Organisationen und Personen bezeahlt, die ein Interesse an einer bestimmten Ausrichtung und Wahlverhalten des Abgeordneten haben. • Das sollte eigentlich verboten sein, ist aber nicht durchsetzbar. Die Abgeordneten wollen sich – verständlicherweise – ihre Neben- und Haupteinkünfte nicht nhmen lassen. • Seit Jahrzehnten wird daher gefordert: Transparenz für den Bürger! Damit der Wähler weiß, von von welchem Konzern der zur Wahl stehende Abgeordnete bezahlt wird. Doch auch hierzu bremsen die Abgeordneten. So erfährt der Wähler oft erst nach dem Ausscheiden des Abgeordneten aus der Politik, zu welchem Energie- oder Baukonzern er wechselt. |
| Peer Steinbrück, SPD, als Beispiel für die
extrem hohe Belastung unserer Abgeordneten: Für den Bürger bleibt kaum Zeit Peer Steinbrück, SPD, • hatte in der bisherigen Legislaturperiode (noch nicht mal 1 Jahr) 13 Honorar-Vorträge (für mindestens 91.000 Euro) zu halten. • In sechs von elf wichtigen Abstimmungen fehlte er im Bundestag. • Bürgerfragen auf abgeordnetenwatch.de beantwortet Peer Steinbrück selten bis nie. • Peer Steinbrück, SPD, hatte weitere 16 Vorträge gemeldet. • Seine Einkünfte allein aus Vortragshonoraren belaufen sich seit der Bundestagswahl im September 2009 auf mindestens 199.500 Euro. • Peer Steinbrück, SPD, benötigt auch viel seiner spärlichen Freizeit für sein in Kürze erscheinendes Buch „Unterm Strich“. • Die gewissenhafte Ausübung all dieser Jobs läßt verständlicherweise kaum Zeit für sein Bundestagsmandat. • Während am 23. April 2010 das Parlament debattierte trat Peer Steinbrück vor Managern bei einem Finanzsymposium als Referent auf. • Auch am Tag der Haushaltsdebatte, am 21. Januar 2010, konnte Steinbrück nicht teilnehmen. Er sprach am gleichen Abend bei der „Trend und Service Messe EK Live“ in Bielefeld. |
| Mehrere
Jahre nach dem Beschluß die ungefähre Eingruppierung der Nebeneinkünfte
der Abgeordneten zu benennen besteht immer noch ein Vollzugsdefizit.
Das Präsidium des Bundestages verhängte am 23. April 2008 gegen den
Ex-Bundesinnenminister Otto
Schily, SPD, ein zahmes Bußgeld von 3 Monate
Diäten (ohne die steuerfreie Pauschale) aus Schilys Nebenjob als MdB. SZ, 23.4.2008, S. 5 – Schily will dagegen wieder durch alle gerichtlichen Instanzen gehen. Das Bundesverwaltungsgericht entschied: der frühere Bundesinnenminister Otto Schily, SPD, muss kein Ordnungsgeld wegen der Verletzung der Transparenzregeln zahlen. Seine Klage war teilweise erfolgreich. Das Gericht bestätigte zwar, dass Schily die Regeln verletzt habe, hob jedoch die Sanktionen auf. Az: 6 A 1.08, 3.09; "Schily muss nicht zahlen", SZ, 1.10.2009, S.7 – Die Angabe der Einkünfte der Abgeordneten obliegt damit dem Gutdünken des jeweiligen Abgeordneten: Sanktionen oder gar Strafe hat er nicht zu fürchten. |
| Die Klage der
Abgeordneten gegen die ungefähre Eingruppierung ihrer Nebeneinkünfte
scheiterte vor dem Bundesverfassungsgericht im Sommer 2007. Die
Abgeordneten müssen sich laut Bundesverfassungsgericht an die selbst
auferlegten Verhaltensregeln für Abgeordnete halten (wenn es auch
niemand überprüft, ob die Angaben vollständig und korrekt sind). Viele
Abgeordneten folgten dem Urteil. Es gibt aber – Monate nach dem Urteil
– immer noch Verweigerer, so z.B. Otto
Schily, SPD. Er weigert sich die grobe
Selbsteinordnung seiner zusätzlichen Einkommen anzugeben. Trotzdem
sitzt er noch im Bundestag und blieb bis heute unbehelligt. SZ, 24.11.2007, S. 6 Stufe 1: 1000 bis 3500 Euro monatlich Stufe 2: 3500 bis 7000 Euro monatlich Stufe 3: über 7000 Euro monatlich |
| Die
folgenden MdB klagen gegen die Offenlegung der Nebeneinkünfte Siegfried Kauder, Marco Wanderwitz, CDU Wolfgang Götzer, Max Straubinger, alle CSU Hans-Joachim Otto, Sibylle Laurischk, Heinrich Kolb, alle FDP Peter Danckert, SPD Dabei geht es nicht um den genauen Betrag der zahlreichen Jobs, für die Abgeordnete ihre offensichtlich reichliche Freizeit füllen, sondern nur um die Nennung von breit gefassten Einkommensgruppen. Entgegen der geltenden Rechtslage veröffentlich die MdB nicht einmal die Art ihrer Nebenjobs auf ihren Bundestagsseiten; auch nicht die Größenordnung der Nebeneinkünfte. SZ, 10.10.2006, S. 5 |
| Mit vielen rhetorischen Tricks
versuchen die Abgeordneten und die Medien die Multi-Berufe der
Abgeordneten zu verharmlosen, ja, als geradezu wünschenswert
hinzustellen. Dabei streuen sie dem Bürger / Leser Sand in die Augen: "Abgeordnete und Lobbyisten füllen in der Demokratie unterschiedliche Rollen aus", werten aber die Kritik an den Multi-Berufen der Abgeordneten im selben Artikel als "Neidkampagne". Die vielen gleichzeitigen Tätigkeiten der Abgeordneten, so die Befürworter, bringen Sachverstand ins Parlament. Dabei vergessen sie, dass diese Abgeordneten kaum noch Ziet fürs Parlament haben können. Die Rhetoriker erkennen sehr wohl die Problematik. Auf die Frage, ob der Multifunktionär (Erstberuf vielleicht Anwalt, dazu mehrfach hochdotierter Verbandsvertreter) sich seinem Gewissen verantwortlich fühlt, antwortet Robin Mishra: "Der Glaube daran verlangt eine kindliche Vertrauensseligkeit". Genau diese zeigt Mishra, wenn er keinen Grund für eine "Neiddebatte" sieht. Robin Mishra: "Lohn der Freiheit. Volksvertreter: Bezahlte Lobbyisten dürfen sie nicht sein, Nebentätigkeiten aber sind erwünscht". Rheinischer Merkur, 27.7.2006, S. 1 |
| Da
der Beruf des Bundestagsabgeordneten nur wenig Zeit beansprucht,
übernahm Friedrich Merz,
CDU, den sechsten Aufsichtsratssitz. Merz ist Rechtsanwalt der Kanzlei
Mayer, Brwon, Rowe & Maw. Diese berät den Hedge-Fonds TCI, der
wiederum Großaktionär der Deutschen Börse ist. Dort ist Merz im
Aufsichtsrat. Ausserdem sitzt Merz in weiteren Beiräten und kassiert
soviel Kohle, dass es Florian
Pronold, SPD, MdB, zuviel wurde: "Mit seiner
masslosen Gier stellt Merz alle rechtschaffenen Abgeordneten in ein
schlechtes Licht". |
| Der Bundestag beschloß die
Offenlegung der Nebeneinkünfte der Abgeordnete. Bundestagspräsident Norbert Lammert, CDU,
kümmert das nicht: er stoppte die Veröffentlichung. Hans Herbert von Arnim
(seine Dies ist ein weiterer Beleg für |
| Endlich sollen die Bundestagsabgeordneten ihre Einkünfte aus Haupt- und Nebenjobs veröffentlichen. Doch einige MdB wollen dagegen klagen: Heinrich Kolb, Sybille Laurischk, Hans-Joachim Otto, alle FDP; Peter Danckert, SPD; Friedrich Merz, CDU; Max Straubinger, CSU. Straubinger sieht es als sein Recht an, mehrere Berufe auszuüben. Anscheinend kann man den Beruf »Mitglied des Bundestags MdB« locker so erledigen, dass noch viel Zeit für viele weitere Jobs bleibt. |
| 2006 | Friedrich Merz, CDU | MdB, hat
mindesten acht Jobs. Da ist das Bundestagsmandat = Vertretung des
Bürgers wahrlich nur ein Nebenjob, für das er aber die vollen üppigen
Bezüge ( |
| 2005 | Hermann-Josef Arentz, CDU | MdB, CDU Sozialexperte, erwies sich als Experte, wie man (bei ihm: von RWE) abkassiert; SZ 27.4.2005, S. 6 |
| Elmar Brok, CDU | MdB, hat lässig Zeit zum Senior Vice President bei der Bertelsmann AG. Brok meinte, Politik sei keine Arbeit, sondern ein Hobby. SZ, 28.1.2005, S. 2 | |
| Marcel Huber, CSU | MdL, hat noch genügend Zeit für seinen Job in der Firma Praesepio. OVB, 20.1.2005, S. 16 | |
| Stephan Mayer, CSU | MdB, hat noch genügend Zeit für seinen Job als Rechtsanwalt in der Kanzlei Salzberger, Mühldorf. Er ist zudem Stadtrat in Neuötting usw. OVB, 20.1.2005, S. 16 | |
| Laurenz Meyer, CDU | Ex-CDU Generalsekretär; Zahlungen von RWE; SZ 27.4.2005, S. 6 | |
| Werner Müller, parteilos, Bundeswirtschaftsminister 1998-2003 | bezog als Bundeswirtschaftsminister Pensionen vom Energiekonzern Eon; Müller ist heute Vorstandschef der RAG Aktiengesellschaft, Essen, ein Energiekonzern. In einem Entscheidungsfall (in Ziffern: 1) erklärte er sich für befangen und delegierte die Entscheidung an Tacke. | |
| Hans Rambold, CSU | MdL, hat noch
genügend Zeit für seine Jobs als Bürgermeister und im
Textileinzelhandel. OVB, 20.1.2005, S. 16 |
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| Ingolf Viereck, SPD | MdL Niedersachsen; langjährige Geldzahlungen von VW; SZ 27.4.2005, S. 6 | |
| Jürgen Vocke, CSU | MdL: umfangreiche Einkünfte als Präsident des bayerischen Landesjagdverbands; Vizepräsident im Deutschen Jagdschutzverband, Dispofond Präsident; Der Bayerische Jagdverband wählte Jürgen Vocke im März für weitere 4 Jahre als Präsidenten. Wer am meisten Zeit hat ist am besten für diesen Job geeignet. | |
| Ludger Vollmer, Grüne | MdB, hat genügend Zeit für seinen Job als Teilhaber der Consultingfirma Synthesis. SZ, 21.1.2005, S. 5 | |
| Hans-Hermann Wendhausen, SPD | MdL Niedersachsen; langjährige Geldzahlungen von VW; SZ 27.4.2005, S. 6 | |
| 2004 | Ernst Welteke, Bundesbankpräsident, SPD (?) | gesponsorter Aufenthalt im Berliner Hotel Adlon; die Dresdner Bank hatte Welteke und seine Familie für vier Tage im Hotel Adlon untergebracht und die Kosten von 7661,20 Euro übernommen |
| Groteske innerhalb der Affäre: Der
Bundesbank-Vorstand erklärte nach einer fast achtstündigen
Krisensitzung, er sehe "keinen hinreichenden Grund, einen Antrag auf
Abberufung Weltekes zu stellen." |
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| 2002 | Gregor Gysi, PDS | dienstlich erworbene Bonusmeilen privat genutzt |
| 2002 | Rudolf Scharping, Verteidigungsminister, SPD | Honorarzahlungen der PR-Agentur Hunzinger |
| 2002 | Cem Özdemir, innenpolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion, | privates Darlehen des PR-Unternehmers Hunzinger plus die Privatnutzung dienstlich erworbener Bonus-Flugmeilen |
| "Amigo-Affäre" | ||
| 1993/1994 | Max Streibl, Ministerpräsident Bayern, CSU | Reisen auf Kosten privater Gönner |
| Peter Gauweiler, Landesentwicklungsminister Bayern, CSU | private Einkünfte aus der Verpachtung seines früheren Mandantenstamms an eine Anwaltskanzlei | |
| März 1994 | Gerold Tandler, Vorsitzender der CSU | Geschäftsbeziehungen zum "Bäderkönig" und Steuerflüchtling Eduard Zwick, bei dem Tandler zeitweilig hoch verschuldet war |
| Edmund Stoiber, CSU | Nutzung von Autos, Urlaub beim "Bäderkönig" und Steuerflüchtling Eduard Zwick | |
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| 1993 | Günther Krause, CDU | mehrerer Skandale und Verfehlungen, zuletzt rechtswidrig in Anspruch genommene öffentliche Gelder für einen privaten Umzug |
| Anfang der neunziger Jahre | Lothar Späth, Ministerpräsident Baden-Württemberg, CDU (?) | verschiedene Dienst- und Urlaubsreisen auf Kosten von Privatfirmen |
| 1991 und 1996 | Rita Süßmuth, CDU | "Dienstwagen-Affäre": ihr Mann benutzte in ihrem Auftrag den Wagen; der Vorwurf 1996: Nutzung der Flugbereitschaft der Bundeswehr zu privaten Besuchen bei ihrer Tochter in Zürich; Süßmuth wurde vom Ältestenrat des Bundestages entlastet |
| Da man in Deutschland durch Kritik an Politikern
mit einem Fuß schon im Gefängnis steht oder zumindest mit harten
Geldstrafen und Anzeigen rechnen muß ( |