| Wolfgang Schaupensteiner wechselt die Front "If you can't beat them, join them" |
| Der Frankfurter Oberstaatsanwalt Wolfgang
Schaupensteiner jagte einst korrupte Mitarbeiter und kritisierte
ignorante Firmen. "Korruption ist heute selbstverständlich", sagte er in
einem Interview Die Zeit 18.3.2004. Er meint
damit kein Land ausserhalb Europas, sondern Deutschland. Er galt als "der
Korruptionsspezialist". |
| Jetzt meldet die
Wirtschaftswoche: Seitenwechsel.
Der profilierte Frankfurter Korruptionsbekämpfer Wolfgang Schaupensteiner wechselt zur Deutschen Bahn AG. Dort übernimmt er den Posten als Chief Compliance Officer und ist Bahnchef Hartmut Mehdorn direkt zugeordnet. Er soll illegale Praktiken verhindern und aufklären und so den Konzern vor Strafzahlungen und Imageschäden bewahren. |
| Nach eigenen Angaben hat Schaupensteiners Abteilung 15 Korruptionskomplexe bei der Bahn mit zusammen mehr als 200 Beschuldigten bearbeitet. Bahnchef Hartmut Mehdorn gelang damit ein cleverer Coup. Vielleicht wurde er vom Bahn-Vorstandsmitglied Otto Wiesheu, CSU, beraten, einem Spezialisten darin, wie man aus fatalen Situationen wie ein Phoenix aus der Asche erstarken kann. |
| Das alles erinnert an
den Coup der IBM mit dem US Justizminister, der gegen das Computer-Unternehmen
Ende der 60-er Jahre des 20. Jhdts. kartellrechtlich vorging. IBM holte den US
Justizminister, der federführender Ermittler war, an Bord in den
IBM-Vorstand. Dieser konnte nach dem Seitenwechsel am besten die eigenen
Vorwürfe aus der Welt schaffen. "If you can't beat them, join them!" heißt ein englisches Sprichwort und schon Queen (mit Freddy Mercury) sang einen gleichnamigen Song. Hier haben wir die Variante: Wenn sie dich bedrohen, kauf sie! |
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