| Hermann Stöhr 1898 1940; Information und Meinung zu einem deutschen Kriegsdienstverweigerer im Zweiten Weltkrieg |
| Der evangelische Pazifist Dr. Hermann Stöhr, geboren 1898,
nahm als Kriegsfreiwilliger am Ersten Weltkrieg teil. Aufgrund seiner
Kriegserlebnisse begann er, sich pazifistisch zu engagieren, unter anderem beim
Internationalen Versöhnungsbund, dessen
hauptamtlicher Sekretär er wurde. Anfang März 1939 verweigerte er die
Einberufung zur Wehrmacht, am 31. August, einen Tag vor Ausbruch des Zweiten
Weltkriegs, wurde er verhaftet. Im Gefängnis verweigerte er den
"Führereid". Das Reichskriegsgericht verurteilte ihn im Frühjahr 1940
zum Tode, am 21. Juni 1940 wurde er in Plötzensee enthauptet. Er wurde von
den protestantischen Kirchenführern ebensowenig wie andere Pazifisten
geschützt. "Seine Kirche bejahte den Krieg, nannte den Verweigerer einen
»religiösen Pathologen«, der die Ethik der Bergpredigt
kurzschlüssig verabsolutiere, eine »bedauernswerte
Persönlichkeit« eben" (Ossietzky, 18/2001, S.620). Auch nach
dem Krieg wurden die katholischen und protestantischen Verweigerer von ihren
Kirchenoberen nicht rehabilitiert. Es dauerte beispielsweise bis zum Dezember 1997, bis das Todesurteil gegen Hermann
Stöhr juristisch aufgehoben wurde. Immerhin wurde 1998 in Berlin ein bisher namenloser Platz am Kaufhof-Gebäude am Hauptbahnhof in Friedrichshain als Hermann-Stöhr-Platz benannt. |
Literatur
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