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Germans
The Germans to the Front!
Dieser Losung folg(t)en Deutschlands Söhne begeistert – front Linksfront Literatur
Die zahlreichen Einsätze der deutschen Soldaten im 20. und leider auch 21. Jahrhundert zeigen: nur zu gerne geben Politiker diese Losung aus und nur zu willig folgen ihr die deutschen Männer.
"The Germans to the front!" lautete der Befehl des britischen Admiral Lord Seymour am 22. Juni 1900, für den Angriff auf das Fort Hsiku im Boxeraufstand in China.
Im 21. Jahrhundert: noch mehr Deutsche an die Front !
forderten
  • Bundespräsident Joachim Gauck auf der 50. Münchner Militärkonferenz, auch bekannt als Sicherheitskonferenz 2014.
    „Ich meine: Die Bundesrepublik sollte sich als guter Partner früher, entschiedener und substantieller einbringen.” Damit – es geht aus dem Kontext hervor – meinte er militärische Einsätze um das System zu erhalten: „Aus all dem leitet sich Deutschlands wichtigstes außenpolitisches Interesse im 21. Jahrhundert ab: dieses Ordnungsgefüge, dieses System zu erhalten und zukunftsfähig zu machen.” Deutschlands historische Schuld darf man – so Gauck – nicht dazu  benutzen, um sich hinter Weltabgewandtheit oder Bequemlichkeit zu verstecken. Er wurde auch konkreter: „Manchmal kann auch der Einsatz von Soldaten erforderlich sein” ... „Als äußerstes Mittel ist dann der Einsatz von Militär möglich”.
  • Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, CDU
    "Wir sind zum Handeln verpflichtet", sagte die Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen mit Blick auf die Flüchtlingsströme gesagt. Damit meinte sie aber nicht eine humane Aufnahme und menschenwürdige Unterbringung, sondern militärische Einsätze in der Heimat der Flüchtlinge. "Wenn wir über die Mittel und Fähigkeiten verfügen, dann haben wir auch eine Verantwortung, uns zu engagieren", sagte von der Leyen auf der euphemistisch  Sicherheitskonferenz genannten Militärkonferenz im Februar 2014 in München. Es gebe eine Verpflichtung Deutschlands, einen "Beitrag zu einer schrittweisen Lösung der aktuellen Krisen und Konflikte zu erbringen".
  • Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier, SPD,
    blies ebenfalls ins Horn der militärischen Fantasien: die Übernahme von Verantwortung müsse bei solch einem größeren deutschen Engagement möglichst konkret sein.
Dagegen sprachen sich 61 Prozent der Deutschen im aktuellen Deutschlandtrend im ARD-"Morgenmagazin" gegen einen Ausbau der Bundeswehr-Auslandseinsätze aus. Nur jeder Dritte (30 Prozent) befürwortete die Pläne der Großen Koalition aus CDU, CSU, SPD nach mehr Militäreinsätzen.
Mehr Verantwortung könnte Deutschland zeigen durch
  • humane Aufnahme und menschenwürdige Unterbringung von Flüchtlingen aus den Kriegsgebieten, in denen die deutsche Wehrmacht im Einsatz ist
  • Aufbau und Ausbau gewaltfreier Konfliktlösungsstrategien
  • raschen Abbau der weltweiten Rüstung
  • Reduzierung der deutschen Waffenexporte auf Null
frontLeyen fernab der Heimatfront: Besuch in Afrika, 6.2.2014 – frontVon der Leyen bei Sicherheitskonferenz: Willkommen in der Macho-Welt, Spiegel – frontIMI-Analyse 2014/004: Münchner Sicherheitskonferenz: Generalangriff der Kriegstreiber, 1. Februar 2014 – frontEröffnung der 50. Münchner Sicherheitskonferenz 31. Januar 2014 (pdf) – frontGaucks Rede auf der Sicherheitskonferenz - Unbequeme Fragen an die Nation, Der Tagesspiegel, 31.1.2014 – frontKonferenz in München: Steinmeier verspricht aktivere deutsche Sicherheitspolitik, Spiegel Online, 1.2.2014 – frontUmfrage: Deutsche lehnen Ausweitung der Bundeswehreinsätze ab, Spiegel Online, 31.1.2014
Sprüche zum Thema
"Erstens: Deutschland wird auch am Hindukusch verteidigt. Er ist akzeptiert, auch wenn mir zu wenig darüber diskutiert wird. Der zweite Satz lautet: Einsatzgebiet der Bundeswehr ist die ganze Welt. Wer einer NATO-Response-Force zustimmt, wer dem Konzept der Battle-Groups zustimmt, muss wissen: Grundsätzlich müssen deutsche Soldaten bereit sein, an Orten Verantwortung zu übernehmen, an die wir heute noch nicht denken." Peter Struck, SPD, als Verteidigungsminister, Frankfurter Rundschau 2.6.2005
HunnenredeKaiser Wilhelm II: "Hunnenrede" - Bremerhaven, 27. Juli 1900
Links
frontKampflied: The Germans to the Front! von 1900, beginnend mit: "Vom Marsch erschöpft das kleine Heer ..."
frontGermans to the front! im Krieg in China: Boxeraufstand
frontHeinrich Jaenecke: "The Germans to the front!" Stern.de 24. Mai 2002
frontDaniel-Erasmus Khan, Markus Zöckler: "Germans to the Front? or Le malade imaginaire". European Journal of International Law 3.1 (1992). S. 163-177; kompletter Text als pdf
frontJürgen Link: "No Germans to the Front. Plädoyer für eine neue Friedensbewegung – neun Thesen"
frontJürgen Rose: "Germans to the front. Kriegerischer Interventionismus als Wesensmerkmal". Forum Wissenschaft 1/2002
frontTorsten Wöhlert: " Germans to the front? Das UN-Gewaltmonopol, die Linkspartei und der Geist von Münster". Freitag 43, 28.10.2005
Literatur
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fehl GermansGerhard Fehl, Renate Fehl, Hg.: The Germans to the Front? Mit einer Batterie schwerer Haubitzen im "Boxerkrieg". Ein Tagebuch der Deutschen Expedition nach China 1900-1901 von Julius Fehl. Hamburg: Kovac, 2002. Broschiert, 212 Seiten
FehlVerlagsinformation
large
David Clay Large: Germans to the Front: West German Rearmament in the Adenauer Era. University of North Carolina Press 1995. Taschenbuch: 341 Seiten Germans
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 9.2.2014