| Widerstand im Dritten Reich beschämend wenig. Nach dem Krieg spürten die Widerständler wieder Widerstand. Alle Links dieser Seite verweisen auf Seiten dieser Webauftritt, nicht auf offizielle Webauftritts der Personen. Max Josef Metzger, 1887-1944: |
| 64 Jahre
nach Ende des Zweiten Weltkriegs hat der deutsche Bundestag die durch das
Terrorregime der Nazis Verurteilten endlich rehabilitiert. Nach
jahrzehntelanger (!) Diskussion wurden die Unrechtsurteile der NS-Zeit am
Dienstag den 8. September 2009 pauschal aufgehoben. Der jahrzehntelange
Widerstand aus den Reihen der CDU, CSU und auch SPD gegen diese
überfällige Rehabilitierung zeigt, wie sehr noch das Gedankenwirrwarr
der NS-Zeit in den Köpfen steckt(e). "NS-Verurteilte rehabilitiert", SZ 9.9.2009, S. 6 |
| Widerständler und
Opfer der NS-Militärjustiz warten teilweise immer noch auf
Rehabilitierung Ehemalige Wehrmachtssoldaten, die Hitlers Terror, Morden und Verbrechen nicht länger mitmachen wollten, wurden als "Kriegsverräter" zum Tode verurteilt und gelten teilweise bis heute als vorbestraft. Anders als Wehrkraftzersetzer und Deserteure, deren Urteile der Bundestag 1998 und 2002 aufgehoben hatte, warten sie bis heute auf ihre Rehabilitierung. 70 Jahre nach dem Überfall Deutschlands auf Polen und dem Beginn des 2. Weltkrieges plant der Bundestages, die Urteile gegen Kriegsverräter in einer Sondersitzung am 26. August 2009 aufzuheben. Norbert Geis, CSU, sträubt sich immer noch: "... es gab immer wieder Fälle, in denen jemand davongelaufen ist und als Überläufer dem Feind gesagt hat, wo die Stellungen der eigenen Kameraden sind." Diese Helden gegen Hitlers Terrorregime will Geis nicht rehabilitieren. Dazu Jan Korte, Fraktion Die Linke: "Was bitte ist überhaupt hochverratsfähig bei einem Vernichtungs-und Angriffskrieg? Was kann da überhaupt daran verratsfähig sein? Das ist Fritz Bauer: 'Unrecht kennt kein Verrat!'. Das ist ein Akt der Selbstverteidigung gewesen, um Menschenleben letztlich zu retten, um Krieg zu verkürzen. Aus welchen Motiven auch immer." Norbert Geis, CSU, Berichterstatter im Rechtsausschuss des Bundestages (da wurde der Bock zum Gärtner gemacht |
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| Ulrich Baumann, Autor, Hg.: Was
damals Recht war ...: Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht
Beebra 2008. Gebunden, 264 Seiten
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| Detlev Bald, Johannes Klotz,
Wolfram Wette: Mythos Wehrmacht. Nachkriegsdebatten und Traditionspflege.
Berlin: Aufbau, 2001. Broschiert, 211 Seiten |
| Widerständler und Opfer der NS-Militärjustiz warten
teilweise immer noch auf Rehabilitierung Ein Gesetzesvorhaben der SPD Widerständler und Opfer der NS-Militärjustiz mehr als 70 Jahre nach dem Zusammenbruch der Verbrecherriege Adolf Hitlers zu rehabilitieren scheiterte am Widerstand der CDU/CSU. Etwa 30.000 Menschen wurden von der NS-Militärjustiz wegen Fahnenflucht und Kriegsverrats zum Tode verurteilt. Davon wurden 20.000 Urteile vollstreckt. Ein Teil davon wurde 2002 pauschal rehabilitiert, ein Teil wartet immer noch darauf. Doch die CDU/CSU stellt sich hinter die Urteile der NS-Militärjustiz und verweigert die pauschale Rehabilitierung. Besonders Norbert Geis, CSU, ( |
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| Widerständler und Opfer der NS-Militärjustiz warten
teilweise bis heute auf Rehabilitierung Der Bundesgerichtshof bezeichnete 1995 die NS-Militärjustiz als "Blutjustiz", deren Richter sich eigentlich hätten verantworten müssen. Doch bekanntlich wurde nicht einer davon bestraft. 1995 stellte der Bundesgerichtshof selbstkritisch fest, dass die strafrechtliche Aufarbeitung der NS-Justiz in der Bundesrepublik fehlgeschlagen sei. Im Gegenteil: Witwen der Blutrichter bezogen deutsche Rente; Mitglieder des Bundestags verweigern Opfern der NS-Militärjustiz teilweise bis heute die Rehabilitierung. Der Deutsche Bundestag hob erst 2002 (!!!) die Urteile der Wehrmachtsjustiz gegen Deserteure, Kriegsdienstverweigerer und "Wehrkraftzersetzer" auf. Die Blutjustizurteile gegen sogenannte "Kriegsverräter" blieben bestehen. Der Marinegefreite Ludwig Baumann wollte im Frühjahr 1942 in Südfrankreich bei dem Massenverbrechen der Nazis nicht mehr mitmachen, er desertierte. Ein Marinekriegsgericht verurteilte ihn nach 40-minütiger Verhandlung zum Tode. Dank der Beziehungen seines Vaters wurde die Todesstrafe für Ludwig Baumann in zwölf Jahre Zuchthaus umgewandelt. Er kam Baumann nach Torgau, in das größte Wehrmachtsgefängnis des NS-Regimes. Die Militärjustiz bestrafte mehr als eine Millionen Soldaten. Über 100.000 Verurteilte wurden in Zuchthäuser, Konzentrationslager und Strafbataillonegesteckt. 20.000 der 30.000 Todesurteile wurden vollstreckt: weltweit und in der Geschichte einmalig. Norbert Geis, CSU, MdB, seinerzeit rechtspolitischer Sprecher seiner Partei gehört zu Politikern, die die Rehabilitierung ablehnten, also an den Urteilen der NS-Blutjustiz festhielten. Hartmut Schulze-Boysen stellte den Antrag (man muss das in Deutschland beantragen!), um seinen von den Nazis hingerichteten Bruder Harro, ein führendes Mitglied der Widerstandsgruppe "Roten Kapelle", zu rehabilitieren. Das Urteil wurde im Februar 2006 aufgehoben. Aus der Begründung:
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| "Der Zweite Weltkrieg war ein Angriffs- und
Vernichtungskrieg, ein vom nationalsozialistischen Deutschland verschuldetes
Verbrechen." Entschließung des Deutschen Bundestags, Mai
1997 |
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| Jana Leichsenring: Frauen und
Widerstand. Lit 2004. Taschenbuch, 168 Seiten
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| Gerhard Ringshausen: Widerstand und
christlicher Glaube angesichts des Nationalsozialismus. Lit Verlag 2007.
Reihe: «Lüneburger Theologische Beiträge» Bd. 3.
Broschiert, 536 Seiten
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| Während
des Zweiten Weltkrieges rettete Herbert
Herden mehrere Juden vor der Ermordung durch die Deutschen.
Dafür wurde er am 4. November 2004 von der zentralen israelischen
Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem als Gerechter unter den Völkern
geehrt. Es handelt sich um die höchste Auszeichnung, die der Staat Israel
an Nicht-Juden vergibt (bisher an 383 Deutsche). Herden versteckte jahrelang in Krakau Juden und schmiedete für sie Fluchtpläne. 1944 wurde Herden denunziert und ins KZ Dachau gebracht. Zuletzt sollte er an der Front für Deutschland kämpfen. Doch er konnte nach Schlesien fliehen und untertauchen. 1949 kam Herden mit seiner Familie aus Schlesien ins oberpfälzische Flossenbürg. SZ, 4.11.2004, S.47 |
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| Der deutsche Spion Fritz Kolbe lieferte von August 1943 bis April 1945 viele streng geheime Dokumente nach Bern. "Geheime Reichssachen", die über seinen Schreibtisch gingen, kopierte er und stellte sie den West-Alliierten zur Verfügung. Er half dadurch den Alliierten gegen Adolf Hitler. Er war der einzige wirkliche Spion der USA in Nazi-Deutschland und blieb bis heute weitgehend unbekannt. Nach dem Krieg wurde er dafür als Verräter gemobbt. In der jungen Bundesrepublik hatten die alten Nazi-Diplomaten, wie Herbert Blankenhorn, z.B. Botschafter in Paris und in London 1965-1970, unverändert wichtige Posten inne. In einer Bundestags-Debatte räumte Konrad Adenauer ein, dass 66 Prozent der Diplomaten ehemalige NSDAP-Parteimitglieder seien. Andere Stimmen sagen, daß 85% der Führungspersonen im Auswärtigen Amt der 50-er Jahre ehemalige Mitglieder der NSDAP waren. Sie verhinderten, dass der "Verräter" wieder beim Staat beschäftigt wurde. | |
| Ralf Husemann, Süddeutsche Zeitung, 26. Juli 2004, Seite 9 | Bei Amazon nachschauen |
| Lucas Delattre: Fritz Kolbe. Der
wichtigste Spion des Zweiten Weltkriegs. München: Piper, 2004. 399
Seiten
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| Nach fast fünfzig Jahren der Ignoranz
werden nun die Edelweißpiraten
endlich als Widerständler anerkannt. Die Edelweißpiraten waren 3000
Jugendliche (Gerda Koch, die einzige Frau
der Gruppe, meint, es waren mehr) aus dem Arbeitermilieu an Rhein und Ruhr. Sie
trugen weiße Socken und ein Edelweiß unter dem Kragen als
Erkennungszeichen. Sie sabotierten die Hitlerjugend, verteilten
Flugblätter, stahlen Lebensmittel von Nazis, füllten deren Autotanks
mit Zucker und brachten Munitionszüge zum Entgleisen. Sie riskierten
Gefängnis und ihr Leben. Im November 1944 wurden sechs von ihnen
hingerichtet. Nach dem Krieg wurden sie ignoriert. Mitte der Achtziger verlieh
der Staat Israel dem Edelweißpiraten Jean
Jülich und postum auch Bartholomäus Schink (1928 1944) die
Medaille "Gerechte unter den Völkern". Gerda Koch ist verbittert, dass
Deutschland den Widerstand nie anerkannte. Koch: "Die Witwe vom Göring hat
nach dem Krieg die volle Rente bezogen." Sie erhielt nie eine
Entschädigung. Quelle: Michael Kläsgen: "Zucker in den Tank der Nazis", SZ, 11.6.2004, S.10 |
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| Die gute Nachricht: Ludwig
Baumann gilt für seinen Widerstand gegen Hitler seit 2002 nicht
mehr als vorbestraft: SPD / Grüne haben die pauschale Aufhebung der
NS-Urteile zur Desertion beschlossen. Die schlechte Nachricht: nicht mehr zu
ändern ist, daß 4000 Deserteure den Krieg überlebten und
jahrezehntelang als vorbestraft galten, während von den 3000 Richtern
keiner sich verantworten mußte. SZ, 28.2.2003,
S.3 |
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| Die Widerständler im Dritten Reich
gelten teilweise noch heute als vorbestraft!
Deserteure sind die Opfer, die Unrechtsurteile der Nazi-Zeit wurden
nicht pauschal aufgehoben. So streitet Ludwig
Baumann (inzwischen 80-jährig) noch heute für die
Rehabilitierung der Opfer der Wehrmachtsjustiz, vor allem der Deserteure.
SZ, 14.12.2001, S.6 Dabei zeichnet sich wieder einmal Norbert Geis, CSU, aus: er werde keinesfalls zustimmen, die Deserteure der Wehrmacht zu entlasten. Der Bundesgerichtshof (BGH) bezeichnete die NS-Terrorjustiz mit über 46.000 Todesurteile als "Blutjustiz", Norbert Geis, CSU, verteidigt sie. |
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(2) Mader, Ernst T.; Knab, Jakob: Das Lächeln des Esels. Das Leben und die Hinrichtung des Allgäuer Bauernsohnes Michael Lerpscher (1905 - 1940). Blöcktach (Verlag an der Säge) 1987. S. 80. Die sechs exekutierten katholischen Radikalverweigerer: |
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| Jakob Knab
erinnerte an die folgenden unbequemen Märtyrer (nur einer überlebte
den 2. Weltkrieg): Michael Lerpscher (1905-1940) Joseph Ruf (1905-1940) Ernst Volkmann (1902-1941) Franz Reinisch (+1942) Franz Jägerstätter (1907-1943) Dr. Josef Fleischer (1912-1998) Richard Breitsamer (1901 - ?). Über die katholischen Kriegsdienstverweigerer unter Adolf Hitler urteilte der päpstliche Nuntius Cesare Orsenigo, sie seien "Märtyrer ihrer eigenen Dummheit" (Knab, S. 37). Fleischer, Josef: Die Kriegsdienstverweigerung. Eine wissenschaftliche Studie von Dr. Josef Fleischer. Freiburg 1949. 54 S. Knab, Jakob: "Katholische Kriegsdienstverweigerer unter Hitler. Unbequeme Märtyrer". Publik-Forum, 22, 1986, S. 37-40. |
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