| 20. Juli 1933 Reichskonkordat
Keine umfassende Information (siehe dafür Reichskonkordat: "Todesstoß für den Politischen Katholizismus", |
|||
Reichtagsrede 23. März 1933.
Adolf Hitler beteuert in einer
Reichstagsrede:
20. Juli 1933 Rom: Unterzeichnung des Reichskonkordats, im wesentlichen das Werk von Eugenio Pacelli, dem späteren Papst Pius XII. Bezeichnenderweise enthielt das Konkordat ein Zusatzprotokoll. Darin wurde die allgemeine Wehrpflicht für den Klerus aufgehoben. Es gab aber damals noch keine allgemeine Wehrpflicht! Also blieb das Zusatzprotokoll geheim; mit Zustimmung der Katholischen Kirche. Diese wußte also schon im Juli 1933 von Hitlers Plänen der allgemeinen Wehrpflicht und damit dem Ausbau der militärischen Macht. Das Konkordat trug stark zur Reputation des NS-Regimes im Ausland bei und war damit ein wichtiger Erfolg der nationalsozialistischen Außenpolitik, ein Steigbügel für den weiteren "Aufschwung". Die Nationalsozialisten brechen das Reichskonkordat. Die konfessionellen Jugendgruppen werden unter Druck gesetzt, die katholische Presse drastisch eingeschränkt, der Religionsunterricht behindert. Januar 1937 Der Papst Pius XI. ruft fünf Vertreter des deutschen Episkopats nach Rom. Kardinal Faulhaber entwirft eine päpstliche Enzyklika. Dieser Entwurf wird überarbeitet und erweitert. Enzyklika Mit brennender Sorge und steigendem Befremden beobachten wir den Leidensweg der Kirchen seit geraumen Zeiten wird am Palmsonntag, den 21. März 1937 von allen Kanzeln im Reich verlesen. Nicht das Leiden der Juden und anderer in den KZs erfüllt mit Sorge, sondern die Einschränkungen beim Schulgebet, usw. Text nach einem Referat von Dr. Thomas Brechenmacher, Tagung der Katholischen Akademie Bayern, München: "Kirchen im Krieg 1939-1945", 06.-07. Oktober 2004 |
|||
| In der Besprechung zu
Hubert Wolf: Papst & Teufel. Die Archive des
Vatikan und das Dritte Reich beim dradio kommt Joachim Jauer zu folgenden Befund: "Die deutschen Bischöfe, ganz überwiegend um die eigenen Schäfchen besorgt, setzten 1933 in ihrer Mehrheit auf Verhandlungen mit den neuen Machthabern und ebneten durch leichtfertiges Vertrauen auf Hitlers verlogene Zusagen den Weg für das Konkordat." Hubert Wolf meint, dass Pius XI. und Pius XII. als »obersten Hirten aller Katholiken auf der ganzen Welt« die Hände gebunden gewesen seien. Wolf: "Der Papst war zur politischen Neutralität verpflichtet. Deshalb konnte er nicht selbst den Bannstrahl gegen die Nationalsozialisten schleudern. Er musste so sah es Eugenio Pacelli 1941 wenigstens selbst den offenen Kampf mit dem Teufel den Bischöfen überlassen." Dazu ist anzumerken: das Konkordat von 1933 zeigt, dass die Hände nicht gebunden waren; gegen den Bolschewismus wurde allzeit der päpstliche Bannstrahl entsandt;
der Kampf der Bischöfen gegen den hitlerischen Teufel wurde durch das Konkordat torpediert: wenn der Papst gemeinsame Sache mit den Nazis macht, wie können dann die Bischöfe dagegen kämpfen? Trotz allem schwieg der Papst zu den Untaten der Nazis. Erst vier Jahre später, in 1937, verfasste Pius XI. die Enzyklika "Mit brennender Sorge". Ein Rundbrief wurde von allen katholischen Kanzeln in Deutschland verlesen. Papst Pius XII. schwieg ebenfalls zu den Judenverschleppungen und dem Holocaust. Seit Rolf Hochhuth: "Der Stellvertreter" wird seine laxe Haltung während der Nazizeit diskutiert. Weihnachtsbotschaft 1942: "Dieses Gelöbnis schuldet die Menschheit den Hunderttausenden, die persönlich schuldlos bisweilen nur um ihrer Volkszugehörigkeit oder Abstammung willen dem Tode geweiht oder einer fortschreitenden Verelendung preisgegeben sind." Rede des Papstes an die Kardinäle, 2. Juni 1943: ""Seid nicht erstaunt, Ehrwürdige Brüder und liebe Söhne, wenn Wir mit besonders eiliger Fürsorge auf die Bitten derjenigen antworten, die sich an Uns wenden, die Augen voll von ängstlichem Flehen, diejenigen, die aufgrund ihrer Nationalität oder ihrer Rasse zur Zielscheibe für noch größere Katastrophen und noch heftigere Schmerzen geworden sind, und die manchmal sogar, ohne eigenes Verschulden, zur Ausrottung bestimmt sind." Die Presse jubelt: Der Papst hat also nicht geschwiegen! Zwei Sätze in 12 Jahren? Siehe auch: |
|||
| Das Gesetz zur Durchführung des Reichskonkordats vom 12. September 1933 ist durch den Art.123 Abs. 2 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland weiterhin geltendes Recht. Das wird von einigen Bundesländer bestritten, vom Vatikan, der Bundesregierung und besonders vom CSU-Land Bayern anerkannt. | |||
| Links | |||
| Literatur | |||
| Aretin, Karl Otmar Frhr. v. (1966): "Prälat Kaas, Franz von Papen und das Reichskonkordat von 1933. Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 14:3, S. 252-279. | |||
| Repgen, Konrad (1978): "Über die Entstehung der Reichskonkordats- Offerte im Frühjahr 1933 und die Bedeutung des Reichskonkordats. Kritische Bemerkungen zu einem neuen Buch". Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 26:4, S. 499-534. | |||
| Repgen, Konrad, Klaus Scholder (1979): "Nachwort zu einer Kontroverse". Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 27:1, S. 159-161. | |||
| Scholder, Klaus (1978): "Altes und Neues zur Vorgeschichte des Reichskonkordats. Erwiderung auf Konrad Repgen". Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 26:4, S. 535-570. | |||
| Vollnhals, Clemens (1987): "Das Reichskonkordat von 1933 als Konfliktfall im Alliierten Kontrollrat". Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 35:4, S. 677-706 |
| Bei Amazon nachschauen | Bei Amazon nachschauen | |
![]() |
![]() |
|
| Thomas Brechenmacher, Hg.: Das
Reichskonkordat 1933. Forschungstand, Kontroversen, Dokumente. Paderborn:
Schöningh, 2007. 309 Seiten
|
||
|
John Cornwell: Pius XII: Der Papst, der geschwiegen hat. List 2001. Klaus Kochmann, Übs. Taschenbuch, 558 Seiten | ![]() |
| Klaus Gotto, Konrad Repgen, Hg.:
Die Katholiken und das Dritte Reich. Mainz : Matthias-Grünewald,
1990. Broschiert, 151 Seiten
|
||
![]() |
|
|
![]() |
|
![]() |
| Ernst Klee: Persilscheine und
falsche Pässe. Wie die Kirchen den Nazis halfen. Frankfurt am Main:
Fischer, 2005. Broschiert,191 Seiten |
||
![]() |
||
| Jose M. Sanchez: Pius XII. und
der Holocaust: Anatomie einer Debatte. Schöningh 2002. Taschenbuch,
162 Seiten
|
||
![]() |
![]() |
|
| Hubert Wolf: Papst und Teufel:
Die Archive des Vatikan und das Dritte Reich. München: Beck, 2008.
Gebunden, 360 Seiten Rezensionen:
|
||