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Edmund, Stoiber, CSU
Die Bildungslügen in der Regierungserklärung
des Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Edmund Stoiber, CSU, am 6. November 2003 „Perspektiven für Bayern schaffen Sparen – reformieren – investieren“
"Prioritäten setzen wir für Bildung, für die Familien, für Wissenschaft, Forschung und Technologie und damit für Arbeitsplätze. Das ist das Leitmotiv für unsere Politik in den nächsten Jahren." (S. 20)
"Ein Teil der Mittel, die wir mit Sparen und Reformieren freischaufeln, wollen wir für die Kinder, für ihre Bildung und Ausbildung, für Innovationen und Kreativität nutzen." (S. 33)
"Wir investieren in exzellente Bildung auf internationalem Niveau." (S. 37)
"Das deutsche Bildungssystem raubt den Jugendlichen im europäischen Vergleich wertvolle Zeit, die sie für Familiengründung, Beruf und den Aufbau ihrer Altersversorgung nutzen könnten. Wenn deutsche Akademiker im Durchschnitt erst mit 28 Jahren ins Berufsleben eintreten, ist das eine Vergeudung von Ressourcen für die Sozialversicherungssysteme und letztendlich für das gesamte Gemeinwesen. Deshalb muss gelten: früher in die Schule und früher in den Beruf." (S. 38)
"Wir wollen neben einer fundierten akademischen Ausbildung für alle Studenten die Betreuung der Studenten verbessern." (S. 44)
Alle obigen Zitate Stoibers aus: Regierungserklärung des Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Edmund Stoiber am 6. November 2003 „Perspektiven für Bayern schaffen Sparen – reformieren – investieren“ regierungserklärungPDF-Fassung
Die Realität ist:
Die bayerische Staatsregierung plant, den gesamten Staatshaushalt bis Ende 2004 um 10% zu kürzen. Diese Kürzungen betreffen insbesondere den gesamten Bildungs- und Sozialbereich. An der Universität München wurde daher vom Rektorat ein sofortiger Einstellungsstopp verfügt. Dies bedeutet, dass keine der momentan freien und im nächsten Jahr frei werdenden Stellen neu besetzt werden. Derzeit handelt es sich um 600 Stellen. Besonders betroffen sind davon Assistenten- und Mittelbaustellen. Ebenfalls werden keine studentischen Hilfskräfte mehr eingestellt werden.
Die Folgen:
  • Weitere Verschlechterungen der Studiengänge. Bereits jetzt können Studienordnungen nicht eingehalten werden, entspricht das Lehrangebot in keiner Weise den Bedürfnissen der Studierenden.
  • Schließung von Studiengängen. Kleine Fächer, die zum Teil nur in München studiert werden können, werden wegfallen. Auch größere Fächer, z.B. Medizin, Informatik, usw. sind stark betroffen.
  • Weniger Dozenten, weniger HiWi-Jobs. In vielen Fächern wird dadurch das Grundstudium unmöglich.
  • Streichungen an den Bibliotheken. Stark eingeschränkte Öffnungszeiten, weniger Bestand.
  • Keine Jobs für junge WissenschaftlerInnen. Eine ganze Generation fällt weg und damit deren innovative Forschung. Abwanderung des Nachwuchses.
  • Kündigungen in der Verwaltung können ganze Studiengänge gefährden. Dies betrifft vor allem neue, innovative Studiengänge und Projekte.
  • Schlechtere Bildung an der Universität = schlechtere Lehrerausbildung = schlechtere Chancen für Kinder.
  • Langfristig: Bayern fällt im internationalen Vergleich ab.
  • Wahlversprechen zur Förderung des Bildungsstandortes Bayern werden ad absurdum geführt!
Alle obigen Zitate aus: "Fakten zum Stellenstopp an den Universitäten", Fachschaften der Studierenden an der LMU München

Edmund, Stoiber, CSU
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 10.11.2003