"... ich bin ein ausgesprochener Verfechter
der Hochkultur. Oft wird ein folgenreicher Fehler begangen. Man sagt: Kinder,
geht doch mal in eine Brucknersymphonie, hört euch Le Sacre du Printemps
an, das ist alles fabelhaft, es ist ein großes Erlebnis. Und vielleicht
ist mancher dann so dumm und glaubt das, geht sich die Hammerklaviersonate
anhören und denkt dann in der Fuge: das ist aber sehr heikel, der hat mir
doch versprochen, ich würde elektrisiert sein, aber in Wirklichheit komme
ich nicht mit - und stellt sie wieder ab. Die Hochkultur stellt enorme
Ansprüche: Man muss sich damit beschäftigen und es gibt auch
Durststrecken. Genauso, wie wenn man eine Fremdsprache oder ein Instrument
lernt. Man muss sich dann ein bisschen zusammen nehmen, in das einarbeiten, was
uns das Abendland als Bestand hinterlassen hat. Aber ich verspreche: Es gibt
keine Investition, die sich mehr lohnt." Joachim
Kaiser im Gespräch mit Klemens Hippel,
www.crescendo-magazin.de, S. 15, Online-Ausgabe
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