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Erskine Hawkins
Erskine Hawkins
Bandleader, Trompeter, 26.7.1914, Birmingham, AL – 11 Nov 1993 Willingboro, NJ
Erskine Hawkins Erskine Ramsey Hawkins wurde 1914 in Birmingham, Alabama, als Sohn eines U.S. Militärs, der im 1. Weltkrieg sein Leben verlor, geboren. Mit 7 Jahren begann Erskine Schlagzeug zu spielen, ging zur Posaune über und entschied sich mit 13 für die Trompete. Haywood Henry (auf den RCA Platten: Heywood), späterer Klarinettist und Saxophonist im Hawkins Orchestra: "The nucleus of the Erskine Hawkins orchestra was a group of boys from Tuggles Institute and Industrial High School in Birmingham, Alabama. Some of us had known each other since we were only five or six years old—a long time before President Trenholm, of Alabama State Teachers College, discovered the group of us, Erskine, Bob Range, Dud Bascomb and so on, and offered us those scholarships which brought us to college in 1930." Gene Fernett. Swing Out. Great Negro Dance Bands. Midland, Michigan, 1970. S.83
Noch während Hawkins dann das State Teachers College in Montgomery, Alabama, besuchte, spielten sie als Tanzorchester unter dem Namen 'Bama State Collegians. Diese Band tourte im Süden, hatte einen Auftritt im Grand Terrace Ballroom, Chicago, Illinois, und nahm für das Vocalion Label auf. Dann machte sie unter Hawkins zwei Tourneen nach New York. Beim ersten Mal, 1935, trat die Band im Harlem Opera House auf, beim zweiten Mal im Savoy Ballroom zusammen mit der Chick Webb Band. Ab 1934 nannte sich die Band Erskine Hawkins Orchestra und erhielt einen Schallplattenvertrag mit dem RCA-Sublabel Bluebird. Die ersten Aufnahmen waren 1936 (andere Quellen nennen 1937). Erskine Hawkins war ein talentierter high-note-Trompeter und Bandleader. Er hatte den Spitznamen "The 20th Century Gabriel". Ab 1938 war er ausserordentlich erfolgreich, da er sowohl die Tänzer als auch die Jazzfans bediente. Hawkins war beeinflusst von Jimmie Lunceford und Count Basie. Seine bekanntesten Hits waren "Tuxedo Junction," "After Hours" und "Tippin' In". Auch "Dolomite", "Whispering Grass" und "Don't Cry Baby" waren sehr beliebt. In schwarzer Literatur wird oft Erskine Hawkins genannt, so in Chester Himes: If He Hollers Let Him Go. Erskine Hawkins schrieb auch selbst erfolgreiche Titel, so "Tuxedo Junction" (Trometensolo dabei aber von Wilbur "Dud" Bascomb) und "Gin Mill Special". "Tuxedo Junction" war gerade im 2. Weltkrieg unter den US GIs in Europa sehr beliebt. Während dieser Jahre entdeckte Hawkins erstklassige Jazzmusiker wie Paul und Wilbur Bascomb, Sammy Lowe, Haywood Henry und Avery Parrish. Seine Gesangssolisten waren Ida James, Delores Brown, der Saxophonist Jimmy Mitchelle, Madeline Green und Della Reese. In den frühen Fünfzigern trat Della Reese in Clubs in Detroit auf und kam dann nach New York, wo sie mit dem Erskine Hawkins Orchestra sang, bevor sie 1957 ihre Solokarriere startet. Hawkins beeinflußte andere Swingbands aber auch den Rhythm and Blues, wie zum Beispiel den jungen Ray Charles.
Zwischen 1936 und 1951 beteiligte sich die Erskine Hawkins Band auch an über 160 live Radioaufnahmen, von denen die meisten auf Schallplatten veröffentlicht wurden. Bis 1953 konnte Hawkins seine Band unterhalten, wechselte dann mehr zum R&B und mußte sich in den Folgejahren mit einer kleineren Einheit begnügen. 1971 kam es zu einer Revival-Aufnahmesitzung der ehemaligen Bandmitglieder. Erskine Hawkins war bis in die 80er Jahre aktiv, trat vor allem auf Jazz Festivals (z.B. 1968 Newport Jazz Festival mit Woody Herman, 1979 Jazz Festival Nizza) auf und spielte in der Hausband des Concord Hotels in den Catskill Mountains (NY). Er starb am 11. November 1993 in Willingboro, New Jersey an einem Herzschlag.
"Erskine can blow, that cat can tell a full story with his horn." — Louis Armstrong, 1951
"Hawkins led a band that produced straightforward, no-nonsense, swinging jazz, which explains, of course, its high rating with the negro dancing public. Producing its simple arrangements was not necessarily such a simple task, and in this domain the band was admirably served by men like Sammy Lowe, Avery Parrish and Bill Johnson. Although the orchestra could rely an Hawkins' incisive, full-blooded trumpet, Julian Dash's tenor and Avery Parrish's piano for its solo strength (in addition to such worthy warriors as Dud and Paul Bascomb, Bill Johnson and Heywood Henry), it was as a cohesive ensemble that it really came into its own. The section work was sharp and the call-and-response technique, over a light but firm rhythmic base, produced a loose-limed, infectious—above all, eminently danceable—swing."
Don Waterhouse, Erskine Hawkins Vol.5, Black and White Series Vol.163, RCA FXM1 7232
"Die Savoy Sultans waren die permanente Band im Savoy. Einige andere wechselten einander ab: Erskine Hawkins, Teddy Hill, Chick Webb, Willie Bryant und einmal Fess Williams. Ich habe in allen diesen Bands gespielt." Dizzy Gillespie, Ende der 30er.
Dizzy Gillespie, Al Frazier. To Be of Not to Bop. Memoiren – Dizzy Gillespie. Wien, Hannibal 1988. S.72
"Da war ein weiterer Stadtteil, wo ich viel Zeit verbrachte und ich jede Art von Musik hörte, die man damals spielte – Louis Jordan, Big Joe Turner, Erskine Hawkins, Tiny Bradshaw, Muddy Waters, Lucky Millinder, Earl Hines und Nat Cole." Ray Charles, Anfang der 40er. Ray Charles, David Ritz. Ray Charles. What I Say. St.Andrä-Wördern, Hannibal 1994, S.43.
"... das wird die erste Big Band ihrer Art gewesen sein, bei der ich spielte.
Sie spielten immer das damals übliche Zeug, “Tippin' In” und “After Hours”, Arrangements, die sehr hip waren, die großen Hits von Erskine Hawkins. Ich mochte besonders “After hours” mit seinem schönen bluesigen Klavier-Feeling." Ray Charles, Anfang der 40er. Ray Charles, David Ritz. Ray Charles. What I Say. St.Andrä-Wördern, Hannibal 1994, S.45.
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