| Bernd Sponheuer, Wolfram Steinbeck, Hg.:
Mahler Handbuch Stuttgart: Metzler, 2010. Gebunden, 504 Seiten |
| Die Jahre 2010 und 2011 sind Gustav Mahler Gedenkjahre. Er lebte von 1860 bis 1911. Dazu kann man es nur begrüßen, dass die Musikwissenschaftler Bernd Sponheuer und Wolfram Steinbeck ein umfangreiches Mahler Handbuch herausgegeben haben. |
| Schon mit der
ausführlichen Zeittafel gleich zu Beginn wird ein Akzent gesetzt. Man kann
in drei chronologisch gleichlaufenden Spalten Biografisches, Mahler als
Dirigent und als Komponist verfolgen. Bei späteren Essays orientiert man
sich gerne daran. Nach der Einleitung gliedert sich das Werk in vier Hauptteile zu Leben, Essays, Werke, Interpretation und Rezeption. Die Lebensbeschreibung von Jens Malte Fischer ist für Laien und Kenner Mahlers lesenswert. Fischer ist dafür bestens geeignet, hat er doch 2003 mit Gustav Mahler. Der fremde Vertraute ein umfangreiche Mahlerbiografie verfasst, die sich übrigens gut zur Ergänzung eignet, wenn man wirklich noch mehr zu Mahlers Leben wissen will. Das Werk erschien zum Mahlerjahr 2010 ergänzt in einer Taschenbuchausgabe ( |
| Es ist eine Stärke des Buchs
enorm fundiert das Werk Mahlers zu analysieren und trotzdem den Blick für
die Zeitumstände nicht zu verlieren. Den Hauptteil bildet die Werkschau, die mir viele bisher unbekannte Zusammenhänge erschloß. Auch die Rezeptionsgeschichte, mit ihrer zunächst jahrzehntelang schwankenden Einschätzung des Komponisten Mahler, wird schlüssig dargelegt. Einzig der Interpretationsüberblick hätte ausführlicher sein können. So fehlt jeder Hinweis auf die herrausragende Gesamteinspielung der Mahlersymphonien durch Rafael Kubelik und dem Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Gleich noch eine Frage, die (nach bisheriger Lektüre) unbeantwortet blieb: warum schrieb Mahler kein Instrumentalkonzert, besonders fürs Klavier, das er selbst spielte? Einen Sammelband, der alle Fragen zu Mahler beantwortet, wird man aber redlicherweise eh nicht erwarten dürfen. |
| Ich werde dieses gelungene Handbuch sicher noch oft zu Rate ziehen. Gerade für den musikalischen Laien (sicher auch für die Experten) sind alle seine Teile hoch willkommen. Sie sind auch völlig verständlich gehalten, wirkliche Details der Werke kann man sich mit dem Buch erarbeiten oder man beläßt es wie ich beim Genuss der Musik, der mit diesem Handbuch durch besseres Verständnis ungemein gesteigert wird. |
| Links |
| Literatur |
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| Jens Malte Fischer: Gustav
Mahler: Der fremde Vertraute DTV 2010. Taschenbuch, 992 Seiten
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