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Strawinsky
Igor Strawinsky: Le sacre du printemps. Tableaux de la Russie païenne en deux parties
Die Frühlingsweihe. Bilder aus dem heidnischen Russland in zwei Teilen - auch: Das Frühlingsopfer
Strawinsky LinksStrawinsky LiteraturBeethoven CDs

"Le sacre du printemps" ist Igor Strawinskys dritte Ballettmusik nach "Der Feuervogel" (1910) und "Petruschka" (1911). Viele weitere Ballettmusiken sollten noch folgen. "Le sacre du printemps" ist aber ungewöhnlich:
  • es hat keine fortschreitende Handlung
  • es beschreibt ein Frühlingsopfer im heidnischen Russland
  • damit kam ein brutaler Gewaltakt auf die Bühne
  • keine klassischen Tanzschritte
  • nackte Tänzerinnen und Tänzer
  • Lehren über Takt und Rhythmus werden über den Haufen geworfen (Pahlen 1977, S. 318)
  • es ist gespickt mit Dissonanzen
Ballettimpresario Sergei Djagilew, Balletttänzer und Choreograf Vaslav Nijinsky und Igor Strawinsky waren sich schon bei den Proben uneins. Djagilew legte es vermutlich sogar auf einen Skandal hin an: ein Skandal erzeugte Publicity und führte zum Erfolg. Genauso war es bei der Uraufführung am 29. Mai 1913 im Théatre des Champs-Elysées in Paris. Es kam zu einem der größten Skandale in der Musikgeschichte.
Jean Cocteau schrieb in seinen Aufzeichnungen darüber:
„Bei der Uraufführung des Sacre spielte der Saal die Rolle, die er spielen mußte: er revoltierte von Anfang an. Man lachte, höhnte, pfiff, ahmte Tierstimmen nach, und vielleicht wäre man dessen auf die Dauer müde geworden, wenn nicht die Menge der Ästheten und einige Musiker in ihrem übertriebenen Eifer das Logenpublikum beleidigt, ja tätlich angegriffen hätten. Der Tumult artete in ein Handgemenge aus.“ (Feil 2005, S. 678)
Dirigent Pierre Monteux behielt die Ruhe und dirigierte das mehr als halbstündige Werk trotz des Tumults durch.
"Le sacre du printemps"gilt heute als Schlüsselwerk der Musik des 20. Jahrhunderts. Für heutige Hörer ist die Dominanz des Rhythmus und der teilweise "Lärm" nichts Außergewöhnliches.
Aufnahmen & Interpretationen
Im CD Klassikführer ‘95/’96 (eine Publikation der Musikzeitschrift FonoForum) werden diese Aufnahmen gelobt und empfohlen:
  • 1960 London Festival Orchestra, Rene Leibowitz
  • 1972 Boston Symphony Orchestra, Tilson Thomas
  • 1991 Cleveland Orchestra, Pierre Boulez
Ich habe:
  • 1963 Staatskapelle Dresden, Otmar Suitner
  • 1990 The New York Philharmonic Orchestra, Zubin Metha
  • 1999 Kirov Orchestra, Valery Gergiev
Von meinen Aufnahmen bevorzuge ich die hart exerzierte von Valery Gergiev. Die Aufnahme der Staatskapelle Dresden unter Otmar Suitner ist ebenfalls gut und teilweise mysteriöser, aber Valery Gergiev ist zu bevorzugen.
Wohl unabsichtlich, aber als unterscheidender Hinweis brauchbar, ist, was bei den beiden CDs nach "Le sacre du printemps" folgt:
  • Suitner: Claude Debussy: Prélude à l'après-midi d'un faune
  • Gergiev: Alexander Scriabin: Le Poeme de l'extase
Jetzt kommt der Hammer: die Aufnahme von Zubin Metha mit dem New York Philharmonic Orchestra ist die allerbeste der drei genannten: durchsichtig, hart und einfach pfundig. Auf dieser CD folgt auf "Le sacre du printemps", ebenfalls von Igor Strawinsky die "Sinfonie in 3 Sätzen".
Es ist so: höre ich die Gergiev-Interpretation halte ich diese für die beste; höre ich die Metha-Interpretation halte ich wiederum diese für die beste.

Links
StrawinskyIgor Strawinsky
StrawinskyLe sacre du printemps
StrawinskyIgor Strawinsky: Der "Le Sacre"-Skandal
StrawinskyStrawinskys Skandal - Die Uraufführung von "Le Sacre du Printemps"
StrawinskyMariel Kreis: «Le Sacre du Printemps» – eine musikalische Atombombe? 26. Mai 2013
Strawinsky100 Jahre "Le Sacre du Printemps"
StrawinskyRoland Wächter: Strawinskys «Sacre» in 38 Aufnahmen 27. Mai 2013
StrawinskyIgor Strawinsky Le Sacre du Printemps - Schule des Hörens (pdf)
StrawinskyIgor Stravinsky - Le sacre du printemps, Classic Cat
Literatur
Feil, Arnold (2005): Metzler Musik Chronik. Stuttgart: Metzler.
Meyer-Eller, Sören, Fischer, Volkmar, Hg. (o.J.): CD Klassikführer ‘95/’96. 4., erw. Auflage. Unterschleißheim: SZV.
Pahlen, Kurt (1977): Das große Heyne Konzert Lexikon. Die Sinfonien und Konzerte der Welt und ihre Komponisten. München: Heyne.
CDs
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Gergiev Valery Gergiev
StrawinskyIgor Strawinsky: Le Sacre du Printemps & Alexander Scriabin: Le Poeme de l'extase op. 54. Kirov Orchestra, Dirigent: Valery Gergiev. Philips, aufgenommen 1999
Metha
Zubin Metha
Igor Strawinsky: Le Sacre du Printemps New York Philarmonic Orchestra, Zubin Metha. Sony, New Yoprk 1990 Strawinsky
Suitner Otmar Suitner
Strawinsky Igor Strawinsky: Le Sacre du Printemps. Staatskapelle Dresden, Otmar Suitner (1963) & Igor Strawinsky: Jeu de cartes (1973). Rundfunk- Sinfonieorchester Leipzig, Herbert Kegel. Berlin Classics.
Suitner
Otmar Suitner: Legendary Recordings. Staatskapelle Dresden, Otmar Suitner. Edel, 10 CDs. Strawinsky
enthält CD #10:
Paul Hindemith: Symphonic Metamorphosis of Themes by Carl Maria von Weber & Igor Strawinsky: Le Sacre du Printemps & Claude Debussy: Prélude à l'après-midi d'un faune

Weitere Aufnahmen
Strawinsky: «Le sacre du printemps» – 100th Anniversary Collectors Edition, Decca 478 3729 (20 CDs) ist derzeit (2016) vergriffen. Es gibt aber mehr als genug andere Aufnahmen.
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Stravinsky Strawinsky Igor Stravinsky: Le Sacre du Printemps (100th Anniversary Collectors Edition) Box-Set, Sony.
10 x Le Sacre du Printemps auf 10 CDs


Stravinsky Strawinsky Igor Stravinsky: Le Sacre du Printemps - Der Feuervogel. 2002. Pierre Boulez & Chicago Symphony Orchestra. DG Stravinsky

Igor Stravinsky: Le Sacre du Printemps. Teodor Currentzis,  MusicAeterna (Orchester), 2015. Sony Strawinsky
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