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Klaviersonate in G-Dur
Franz Schubert: Klaviersonate G-Dur, op. 78, D 894
1.Molto moderato e cantabile - 2.Andante - 3.Menuetto - 4.Allegretto – Schubert LinksSchubert LiteraturSchubert CDs
Die Klaviersonate G-Dur, D 894, wurde im Oktober 1826 komponiert und zum ersten Mal am 8. Dezember 1826 in der Wohnung des Freundes Joseph von Spaun gespielt. Ein Jahr später veröffentlichte Verleger Tobias Haslinger sie als Folge einzelner Stücke (Oehlmann 1977, S. 67) und ersetzte die Tempoangabe des 1. Satzes  'Molto moderato e cantabile' durch 'Fantasia'.
Die Sonaten Schuberts fanden erst lange nach seinem Tod die ihnen gebührende Anerkennung, die Sonate G-Dur D 894 stand immer im Schatten der drei späten Sonaten aus Schuberts Todesjahr. Völlig zu unrecht: sie ist „eine der schönsten und vollkommensten, die dem Komponisten gelungen sind” (Oehlmann 1977, S. 67). Ich verbessere:  die den Komponisten (Plural) gelungen sind.
Berücksichtigt man alle Wiederholungsvorschriften im 1. Satz dauert die Sonate nahezu 40 glückliche Minuten.
Das Hauptthema des ersten Satzes verglich der Pianist David Fray "mit der spiegelglatten ruhigen Oberfläche eines Sees, die nichts über die darunter verborgenen Untiefen verrät. Dass es dort aber gehörig brodelt, macht der Mittelteil deutlich".

Vergleich der Länge des 1. Satzes

Label
Jahr
Dauer
Alfred Brendel
Philips
1972
11:55
Michel Dalberto Brilliant
1989
19:41
Maria Joao Pires
Erato
1988
19:45

Alfred Brendel nannte in seinem Essay "Schuberts Klaviersonaten 1822-1828" (Brendel 1977, S. 89-110) Ludwig van Beethoven den Architekten der Ordnung, dagegen „komponierte Schubert wie ein Schlafwandler”. Dem wurde oft widersprochen, da man meinte, der Vergleich ignoriere, dass auch Schubert sehr hart an seinen Werken arbeitete. Vielleicht meinte Brendel aber nur, dass Schubert mit schlafwandlerischer Sicherheit die genau richtigen Tönen zu Papier brachte. Während Beethoven einen Rahmen fixierte und gelegentlich sprengte, ließ es Schubert laufen.
Mit der Klaviersonate op. 78, D894, entstand ein wunderbares vielfältiges, emotionsgeladenes Werk, das man immer anhören kann, zumal in der wunderbaren Interpretation von Maria Joao Pires.

Links
Klaviersonate in G-Dur Fritz Hug: Franz Schubert. Tragik eines Begnadeten. München: Heyne, 1976
Klaviersonate in G-DurAgnieszka Schneider: Schubert - Klaviersonate G-Dur, D 894. BR, Das starke Stück. 11.5.2012 
Klaviersonate in G-DurProgramm 6. Kammerkonzert. Die Duisburger Philharmoniker
Klaviersonate in G-DurPiano Sonata in G major, D 894 (Schubert)
Klaviersonate in G-DurEin Gespräch mit dem Pianisten Alfred Brendel über Seele, Genauigkeit und Humor in der Musik Was ist komisch bei Beethoven? – 2016
Klaviersonate in G-DurDavid Fray mit Werken von Schubert, DLF 8.02.2015
Klaviersonate in G-DurCD-Tipps zu 'Klaviersonate Nr. 18'
Literatur
Brendel, Alfred (1977): "Schuberts Klaviersonaten 1822-1828." in: Nachdenken über Musik, München. S. 89-110.
Oehlmann, Werner, Hg. (1977): Reclams Klaviermusikführer. Band 2. Von Franz Schubert bis zur Gegenwart. Stuttgart: Reclam.
CDs
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Pires Klaviersonate in G-DurMaria Joao Pires - The Complete Erato Recordings. Erato, 1972-1987. 17 CDs
Brendel Klaviersonate in G-DurBrendel spielt Schubert. Philips, 1972–2000. 7 CD-Box Dalberto
Michel Dalberto: Franz Schubert: Sämtliche Klaviersonaten und Klavierwerke. Brilliant, 14 CD-BoxKlaviersonate in G-Dur
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