| Arnold Feil: Metzler Musik Chronik Vom frühen
Mittelalter bis zur Gegenwart Stuttgart: Metzler, 2005. 2. erw. Aufl. 895 Seiten |
| Die zweite erweiterte Auflage der
Metzler Musik-Chronik vom frühen Mittelalter bis zur Gegenwart
bietet auf nahezu 900 Seiten einen chronologischen Gang durch die
abendländische Musikgeschichte. Dies geschieht durch Werkbeschreibungen
und abschnittsweise ausführliche Erläuterungen der musikalischen
Epochen. Zum Vergleich: Erste Auflage, 1993, 836 Seiten. Die zweite Auflage wurde um 200 Artikel zur Musik der Gegenwart von 1950 bis heute erweitert. Dieses Mammutwerk wurde von Arnold Feil, emeritierter Professor für Musikwissenschaft an der Universität Tübingen, bearbeitet. Er nennt ausdrücklich seine Vorgänger (vor allem: Friedrich Blume, Hg:: Die Musik in Geschichte und Gegenwart), denen er und die Chronik viel zu verdanken hat. Mir war Feil durch seine wunderbares Franz Schubert. Die schöne Müllerin - Winterreise bekannt. |
| Zur Beurteilung eines so umfangreichen
lexikalischen Werkes in kurzer Zeit gibt es zwei Methoden: gezielte und
zufällige Suche. Die gezielte Suche nahm ich mit dem Oktett op.20 von Felix Mendelssohn-Bartholdy vor. Wenn die Jahreszahl zu einem gesuchten Werk fehlt, tut man sich etwas hart. Das Namensregister hilft nur wenig, da es kaum gegliedert ist. Das Oktett fand ich unter dem Jahr 1826 bei der Konzertouvertüre "Ein Sommernachtstraum" kurz erwähnt. Bei Wolfgang Amadeus Mozart: "Die Hochzeit des Figaro" half mir die Chronik schneller und eingehender. Ich fand im einleitenden Essay eine lange Abhandlung zur Arie des Figaro "Non piu andrai" (S. 375-378) und zur Oper erwartungsgemäß einen langen Eintrag im Jahre 1786. Der zufällige Test ergab sich durch die Lektüre von Anne Fadiman: Ex Libris ( Es fehlen zurecht Biografien, denn die kann man in Spezialwerken nachlesen. Es fehlt aber auch der Jazz und Pop mit wenigen Ausnahmen mit Feigenblattcharakter: zwei Einträge zum Musical, einer zu Glenn Miller. Es fehlen beispielsweise Duke Ellington, Billy Strayhorn (um nur Komponisten zu nennen) im Jazz und Irving Berlin im Pop. Wenn man auf einer ganzen Seite Ferdinand Kauers Märchen-Oper "Das Donauweibchen" von 1798 behandelt, so muss man dem Blues, Jazz und Pop viele Seiten einräumen. Zumindest hätte ich eine kurze Begründung erwartet, warum diese wichtigen Musikzweige des 20. Jahrhunderts fast völlig ausgeblendet werden, zumal der Autor am Ende des Werkes andere Einschränkungen begründet. Von diesen Defiziten abgesehen, ist Metzlers Musik-Chronik dem Kenner und Liebhaber der abendländischen Musik eine unerschöpfliche Informationsquelle und Bereicherung des Musikgenusses. |
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