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Herbert
Haffner: His Master’s
Voice. Die Geschichte der Schallplatte Berlin: Parthas, 2011. Broschiert, 208 Seiten – |
| Auf dem Plastikumschlag prangt das Bild der Schelllack-Platte: „Ich küsse ihre Hand, Madame“ von Jack Smith, Bariton, aus dem Jahre 1928. Beim Durchblättern wird der gute erste Eindruck verstärkt. Der Inhalt kann da mithalten, also hat man ein empfehlenwertes Sachbuch vorliegen. |
| Der Schwerpunkt
liegt auf der Geschichte der Schallplatte von den Anfängen der
Tonaufzeichnung bis zu den grossen Umbrüchen im digitalen Zeitalter.
Die ersten zehn Kapiteln gehören der Schallplatte, nebenbei auch
Tonband und Kassette. Die beiden letzten Kapitel behandeln die
Auswirkungen der CD, des Internets, der unbeschränkten Reproduzierung
und Speicherung in Clouds. Der Erläuterung der Herkunft von „digital“ (S. 162) ist nicht ganz korrekt. Es kommt zwar vom englischen „digit“, bedeutet aber – im Gegensatz zu analog – die diskontinuierliche Aufzeichnung. Die Kurzanalyse der Krise der Musikindustrie (S. 171-172) ist überzeugend. |
| Der Text ist
gut lesbar und durch zahlreiche schwarz-weiß Abbildungen aufgelockert.
Gelegentlich wird die Chronologie der Ereignisse einer durchgehenden
Thematik geopfert (z.B. S. 116, S. 141). Das verwirrt. Dass die Gesamteinspielung (!) von Richard Wagners Ring der Nibelungen (16 LPs) unter Georg Solti mit 18 Millionen verkauften Exemplaren das meist verkaufte Album der Klassik ist (S. 142-143) bezweifle ich. Das umso mehr, wenn die meist verkaufte Einzelproduktion der Klassik „nur“ 13 Millionen Käufer fand („Die drei Tenöre“, S. 169). Die Beatles (S. 143f) fehlen im Personenregister. |
| Nach meiner Erfahrung setzte bei den US-Aufnahmen Mitte der 30-iger Jahre ein Qualitätsschub an. Man kann es an den viel proudzierenden Orchestern wie Benny Goodman und Duke Ellington nachvollziehen. Dafür fand ich keine Erklärung, außer der Hochfrequenz-Vormagnetisierung, die der Autor aber Ende der Dreißiger Jahre und in Deutschland ortet (S. 111). |
| Es freute mich zu lesen, dass die
US-Musikergewerkschaft den "Record ban" einen Tag nach meiner Geburt am
27. Oktober 1943 für V-Discs aufhob (S. 102). Vergleiche den |
| Mit
der Haffner Sinfonie hat der Autor nichts zu tun, er beginnt aber die
Geschichte der Schallaufzeichnung weit ausholend im 16. Jahrhundert.
Daraus wird dann eine faktenreiche Geschichte der Schallplatte und der
Musik. Der musikalische Schwerpunkt liegt bei der Klassik, der
Popbereich wird noch bedient, zum Jazz gibt der Text wenig her, auch
wenn die Tonaufzeichnung gerade für die improvisierte Musik enorm
wichtig ist (S. 175). Jedem Schallplatten-, CD- und Musikfreund sehr zu empfehlen. |
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