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Klavier
Joachim Kaiser: Große Pianisten in unserer Zeit
München, Zürich: Piper, 1978. Broschiert, 258 Seiten. – Klavier LinksKlavier Literatur
Als ich dieses Kompendium führender Pianisten (Pianistinnen sind hier im Text immer eingeschlossen) der damaligen Zeit (Erstausgabe 1965, dann eine stark erweiterte und überarbeitete Neuausgabe 1972, hier mit einem Nachtrag aus dem Jahre 1978) erwarb, wurde es mir bald zum wichtigen Nachschlagewerk. Als musikalischer Laie war ich froh für die gesetzten Leuchtbarken.
In der schon damals – und heute umso mehr – schier unübersichtlichen Menge von guten bis sehr guten Pianisten war mir Joachim Kaisers Urteil hoch willkommen.
Er hatte viel zu kritisieren, begründete es aber immer sehr gut, so dass es auch der Laie meist nachvollziehen konnte. Natürlich prägte das oft auch mein Urteil. Ich kannte ja bei weitem nicht so viele (wenn überhaupt) Vergleichsaufnahmen und deshalb bevorzuge ich seitdem beispielsweise Beethovens Klavierkonzerte von Claudio Arrau in der Einspielung mit dem Philharmonia Orchestra London unter der Leitung von Alceo Galliera vor allen anderen. Mit der Zeit hörte ich: zu Recht.
Joachim Kaiser vergleicht immer wieder mit Vladimir Horowitz und Arthur Rubinstein, seine Hausgötter und er hat mit Mozart, Beethoven, Schubert, Schumann und Chopin auch bevorzugte Komponisten fürs Klavier. Warum auch nicht?
Zur Auswahl der Pianisten
Joachim Kaiser berücksichtigte nur Pianisten, die im Jahrzehnt des Erscheinens (1965) lebten, Konzerte gaben oder Schallplatten einspielten (S. IX).
Hier die Kapitel die explizit Pianisten zum Thema haben:
  • Arthur Rubinstein
  • Wilhelm Backhaus
  • Wladimir Horowitz
  • Wilhelm Kempff
  • Claudio Arrau
  • Rudolf Serkin, Solomon und Clifford Curzon
  • Svjatoslav Richter
  • Emil Gilels
  • Benedett Michelangeli und Casadeus
  • Glenn Gould und Friedrich Gulda
  • Daniel Barenboim, Stephen Bishop, Alfred Brendel
  • Martha Argerich, Bruno Leonard Gelber, André Watts
  • Wladimir Ashkenazy, Maurizio Pollini, Jean- Bernard Pommier
  • Geza Anda – und andere Mozart Interpreten
Kritik an Große Pianisten in unserer Zeit
  • In späteren Online-Besprechungen wird dem bahnbrechenden Kaiser-Klavierwerk oft vorgeworfen, es sei veraltet. Sicher, Joachim Kaiser kannte 1965 und in späteren erweiterten Ausgaben bis zum Ende des 20. Jhdts. viele heute topaktuellen Pianisten nicht, konnte sie noch nicht kennen. In der mir vorliegenden Ausgabe von 1978 vermisse ich beispielsweise Maria João Pires, Rudolf Buchbinder und Karl Engel. Ich kann aber nicht einschätzen, wie präsent diese und andere 1978 schon waren. Aufnahmen dieser drei Weltklassepianisten waren jedenfalls verfügbar.
  • Eine zweite häufige Kritik wirft Kaiser Hochmütigkeit vor und dass er sich selbst in den Vordergrund stellen will. Nur den ersten Teil der Kritik kann ich nachvollzuiehen, teile ihn aber nicht. Ich meine, der Vorwurf der Hochmütigkeit resultiert daraus, dass Kaiser nicht um den Brei herum redet, sondern seine Meinung über Schwächen der besprochenen Pianisten und deren Aufnahmen unmissverständlich hinschreibt. Das trifft viele Fans – sie gibt es im Klassikbereich ebenso wie in anderen Musikgenres oder im Sport – hart, die nichts über ihre Klaviergöttin kommen lassen wollen.
  • Der zweite Teil der obigen Kritik (er will sich selbst in den Vordergrund stellen) entbehrt aus meiner Sicht jeglicher Grundlage.
Egal welche Ausgabe dieses Werks man sich anschafft. es lohnt sich, auch im 21. Jhdt. noch. Man berücksichtige bitte, dass Kaiser sein Werk  Große Pianisten in unserer Zeit nannte und damit im Gegensatz zu Jürgen Otten: Die großen Pianisten der Gegenwart nicht Vollständigkeit suggerierte.
Kurzer Überblick zu den wesentlichen Auflagen  (ohne Buchclubausgaben)
Jahr
Titel und Besonderheiten
Verlag
Seiten
1965
Grosse Pianisten in unserer Zeit
München: Rütten & Loening
230
1971
Great Pianists of our time
Übs. David Wooldridge & George Unwin
London: Allen & Unwin
230
1972
Stark erw. u. überarb. Neuausg.
München: Piper
253
1977
Stark erw. u. überarb. Neuausg., 3. Aufl.
& Kap. „Konzertkultur, Schallplatte und Fernsehen”
München, Zürich: Piper
255
1978
4., erw. Aufl., stark erw. u. überarb.
München, Zürich: Piper
258
1982
5., erw. Aufl. & „Statt eines Nachwortes: Von Lipatti bis Pogorelich” München, Zürich: Piper
291
1991
Erw. Neuausg. 1989, 8. Aufl. (2. Aufl. dieser Ausg.)
München: Piper & Mainz: Schott
319
1996
Joachim Kaiser, Klaus Bennert, (Bearb.)
Erw. Taschenbuchausg – neues Umschlagbild
München, Zürich: Piper
363
2017

München: Piper ebooks
368
Links
KaiserJoachim Kaiser
KaiserJoachim Kaiser: Große Pianisten, Die Zeit, 19. März 1965, aktualisiert am 21. November 2012
KaiserGroße Pianisten in unserer Zeit von Joachim Kaiser und Klaus Bennert, zur erweiterten Neuausgabe 1996, 2.02.98
KaiserDorothea Hußlein / Heidi Ruhbaum: Joachim Kaiser zum 85. "Nur wer liebt, darf kritisieren", BR 18.12.2013
KaiserZu Werken, Büchern und Verschiedenem der Klassischen Musik
KaiserKunterbuntes zur klassischen Musik, ihren Genies, Interpreten und Fans
KaiserRezensionen von Sachbüchern allgemein
Literatur
Kaiser KaiserJoachim Kaiser: Große Pianisten in unserer Zeit. München, Zürich: Piper, 1978. Broschiert, 258 Seiten
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Kaiser KaiserJoachim Kaiser, Klaus Bennert (Bearb.): Große Pianisten in unserer Zeit. München, Zürich: Piper, 1989. Broschiert, 363 Seiten Kaiser
Joachim Kaiser, Klasu Bennert (Bearb.): Große Pianisten in unserer Zeit. München: Piper ebooks, 2017. Ebook, 368 Seiten.Kaiser
Otten KaiserJürgen Otten: Die großen Pianisten der Gegenwart: Mit ausführlichem Lexikonteil. Henschel, 2009. Gebunden, 288 Seiten



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