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Taboo Tunes
Peter Blecha: Taboo Tunes: A History of Banned Bands & Censored Songs
San Francisco: Backbeat, 2004. Taschenbuch, 214 Seiten – rezension Linksrezension Literatur
Taboo Tunes: A History of Banned Bands & Censored Songs gibt – wie man es nach dem Titel erwartet – einen Abriss der Zensur in der Geschichte der (hauptsächlich) PopMusik. Dieses umfangreiche Unterfangen geht der Autor thematisch an.
Nach zwei Vorworten gliedert er das Material in 7 Kapitel, darauf folgen verschiedene Anhänge.
Kapitel
Inhalt = Zensurgrund
Fear fo Music
geschichtlicher Überblick
Beat Crazy
(vermeintlich) vulgärer Inhalt
The Devil in Disguise
Teufel & Religion
Token Drug Song
Drogen
Let‘s Talk About Sex
Sex
Killing in the Name
Gewalt, Brutalität, Mord
Find the Cost of Freedom
politischer Inhalt

Der Preis für diese thematische Gliederung ist, dass sich manches wiederholt, da Blecha innerhalb jedes Kapitels im Großen und Ganzen chronologisch vorgeht. Doch die Alternative – chronologische Gliederung – wäre kaum besser.
Auch für diejenigen mit Vorkenntnis zur Zensur der Popsongs (wozu ich mich zähle) bringt Blecha Überraschendes. Oft griff die Zensur (durch Behörden, öffentliche Meinung, Medien, ...) völlig fehl, da sie den zensierten Song nicht anhörte oder nicht kapierte und trotzdem Verbote aussprach.
Ein lustiges Beispiel ist Cole Porters „I Get a Kick out of You” (S. 72). Die Sängerin / den Sänger läßt alles kalt, ausdrücklich auch Drogen (Alkohol, Kokain), und sie/er erhält seinen Kick nur von ihrem/seinem Schwarm. Trotzdem wurde der Song für Ethel Merman (1935) zensiert. Allerdings singt auf meinen zwei Versionen von Ethel Merman (darunter die Filmversion von „Anything Goes”, 1936) diese den Originaltext mit „champagne” „mere alcohol” und „cocaine”. Ich habe nicht alle meine Versionen des Songs angehört, aber von den überprüften singt nur Peggy Lee (1946) statt „cocaine” „on a train” und „in a plane”.
Hier und an anderen Stellen ergibt sich, dass Autor Blecha nicht immer genau bleibt. Zwei Beispiele:
  • US-Präsident Richard Nixon lud Elvis Presley auf dessen Bitte hin (!) ins Weiße Haus ein. Das Treffen fand im Dezember 1970 statt. Laut Blecha war damals seit nahezu einer Dekade Elvis Presley musikalisch unbedeutend (S. 75).
    Das ist Unfug, man denke nur allein an „In the Ghetto”, das 1968 Nummer 3 der US-Charts erreichte und „Suspicious Minds”, das 1969 sogar auf Platz 1 kam. Richtig ist, dass Presley nicht mehr das Geschehen im Pop aufmischte und nicht mehr den Ton für die Teenager vorgab.
  • Zu „Frankie and Johnny” erläutert Blecha lakonisch den Inhalt: „jealous gal kills dude [Frankie]” (S. 124). Das ist zumindest missverständlich. Der „dude”, der getötet wird, ist Johnny.
Das abschließende 7. Kapitel  setzt den Schwerpunkt auf zensierte Songs während und nach dem Irakkrieg und nach 9/11.
Ärgerlich ist, dass der Index (ab S. 203) sehr lückenhaft ist.
Peter Blecha schreibt manchmal sprunghaft und wiederholend. Gerade deshalb ist der unvollständige Index ärgerlich. Insgesamt ist Taboo Tunes sehr informativ und behandelt das Thema – soweit ich das beurteilen kann – umfassend.
Links
Taboo TunesElvis Presley/Diskografie
Taboo TunesI Get a Kick Out of You
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 6.2.2018