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Brendel
Alfred Brendel: Über Musik: Sämtliche Essays und Reden
München, Zürich: Piper, 2008. Broschiert, 535 Seiten – Brendel LinksBrendel Literatur

Der Physiker Stephen Hawking zitierte in Eine kurze Geschichte der Zeit das gängige Bonmot, dass jede mathematische Formel in einem Buch die Verkaufszahl halbiert. Ähnliches gilt wohl auch für Notenbeispiele in Musikbüchern. Weil ich damit nichts anfangen kann, mache ich um solche Bücher einen Bogen. Da kann ich von Glück reden, dass ich vor dem Kauf nicht in Alfred Brendels Über Musik geschaut habe. Mir wäre ein ein gescheites Buch über Musik, Komponisten und Interpreten entgangen. Nicht zu unrecht erschien es in vielen Auflagen.

Die mir vorliegenden Ausgabe von 2008 umfasst laut Untertitel sämtliche Essays und Reden von Alfred Brendel aus den Jahren von 1954 bis 2001.
Sie handeln u.a. von Komponisten, einzelnen Werken, Notentexte, Interpreten, Aufführungspraxis, Dirigenten. Schwerpunkte bei den Komponisten sind Wolgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven, Franz Schubert, Franz Liszt und Ferruccio Busoni.

Ich lernte viel dazu, so dass Brendel Beethovens Diabelli-Variationen für das größte aller Klavierwerke hält (S. 37).
Es freute mich, dass Brendel eine Lanze für den missverstandenen Franz Liszt bricht. So urteilt er: „Wer der Meinung ist, es gäbe auch nur eine einzig Lisztsche Komposition, deren Hauptzweck darin bestünde, den Virtuosen gymnastisch zu beschäftigen, solle seine Hände von Liszt lassen” (S. 301-302).
Im selben Essay von 1961 hält er Liszt und Haydn für die am häufigsten mißverstandenen bedeutenden Musiker (S. 309) und tritt damit auch für Haydn ein, der zu häufig nur als Auftakt für eine Konzertabend dient.
An anderer Stelle unterstreicht er mein Laienurteil über Franz Schubert: „ Ich finde, dass Schuberts Werk vielleicht unter allen Komponisten der erstaunlichste Fall ist mit fast tausend Werken in 31 Jahren, unter denen viele bedeutende sind.” (»Musik kommt aus der Stille und führt in die Stille«, SZ Interview, 17. 9 2014, siehe Brendel Links)

Insgesamt ist diese Sammlung – trotz der vielen Notenbeispielen – auch für Musiklaien wie mich ungemein erhellend zu lesen. Brendel ist meinungsstark und hat für solch einen Experten auf seinem Gebiet eine gut verständliche und klare Ausdrucksweise.
Allen Musikfreunden sehr zu empfehlen.

Links
BrendelAlfred Brendel Biografie
BrendelPortrait Alfred Brendel - Sendemanuskript für den Deutschlandfunk, Köln, 6.8.1996
Brendel»Musik kommt aus der Stille und führt in die Stille« SZ Interview, 17. 9. 2014
Brendel Zu Werken, Büchern und Verschiedenem der Klassischen Musik
Brendel Kunterbuntes zur klassischen Musik, ihren Genies, Interpreten und Fans
Brendel Rezensionen von Sachbüchern allgemein
Brendel Zitate von Stephen Hawking
Literatur
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Brendel BrendelAlfred Brendel: Über Musik: Sämtliche Essays und Reden. München, Zürich: Piper, 2009. Broschiert, 544 Seiten

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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 27.3.2019