| Mein liebstes bayerisches Wort:
»fei« Ergebnis einer Aktion des Landesverein für Heimatpflege und des Bayerischen Rundfunk 2004 Bürger Goethe Krämer-Neubert Lachner Mozart Rückert Sillner Links |
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| Fast 10.000
Vorschläge gingen ein. Gesamtbayerisches Siegerwort "fei" Es ist ein verstärkendes Funktionswort, etwa übersetzbar mit "wirklich", "schon", "wohl" oder "doch". Sabine Krämer-Neubert, Dialektforscherin, Universität Würzburg, Institut für deutsche Philologie: "Es stammt ab von fein". Das ist richtig, aber auch schon in Bairisch für Liebhaber nachzulesen: |
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| "Das Bairische hat, wie andere Mundarten auch, die
Eigenschaft, einen Gedanken oft viel empfindsamer und nuancierter
ausdrücken zu können als die genormte Schriftsprache. Dennoch gilt es
wenn auch unbegreiflicherweise heutzutage als unfein, das
feinsinnige Umstandswort fein (bairisch fei', durch die Nase ausgesprochen und
ohne eigentliches n) im Hochdeutschen zu gebrauchen. Schad drum, denn es tut
sich eine ganze Skala von Bedeutungen auf, in denen es ein anderes Wort
unterstützt oder ersetzt, zum Beispiel: wohl, recht, hübsch, sogar,
noch dazu, ja aber. Sagt einer etwa: »Des is fei' nix!«, so heißt das nicht nur, daß das nichts sei, sondern man müßte es, gleichsam gefühlsmäßig, ungefähr so übersetzen: Höflich und bestimmt möchte ich Sie darauf aufmerksam machen, daß das, was Sie da tun oder sagen, auf keinen Fall richtig ist." S. 47 Leo Sillner: Bairisch für Liebhaber. München: Süddeutscher, 1967. 136 Seiten. |
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| Mit "fei" wird eine Steigerung ("Des glab i fei aa!"), Drohung ("Des sag i fei meim Bruada!") oder eine Bitte ("Pass fei auf!") ausgedrückt. Die Wissenschaftler an der Universität Würzburg fanden heraus, dass "fei" seit dem 12. Jahrhundert in der Hochsprache gebräuchlich war. Ein paar Beispiele, wo es noch als "fein" im Schriftdeutschen verwendet wird: | ||||||
In "Der Ritter und sein Liebchen" von Gottfried August Bürger (31.12.
1747 Molmerswende, Landkreis Mansfelder Land 8.6. 1794 Göttingen,
Friedrich Rückert: »Daß du mir bleibest fein gesund« und Johann Wolfgang von Goethe: »Sei fein fleißig«. Für Hinweise bin ich dankbar.
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Wolfgang Amadeus Mozart, Kanon "Bona nox!",
Originaltext: 2. September 1788
siehe |
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| Dank einer Mitteilung per E-Mail hier noch Gellert, Fontane und E.T.A. Hoffmann: | ||||||
| Ich halte viel aufs Rechnen und aufs
Schreiben: Dies laß Er sie fein fleißig treiben, Und präg' Er ihnen ja das Christentum wohl ein. Christian Fürchtegott Gellert: "Der Informator", Fabeln und Erzählungen. Gellert-W Bd. 1, S. 168 |
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| König. Braucht
nur fein fleißig Steinsalz, dann werdet Ihr die Viehseuche nicht wieder
bekommen. Fromme. Ja, Ihro Majestät, das brauch' ich auch; aber
Küchensalz thut beinah eben die Dienste. Theodor Fontane: Wanderungen durch die Mark Brandenburg. Fontane-NA Bd. 9, S. 363 "Das Dosse-Bruch" in Die Grafschaft Ruppin (1862) aus Wanderungen durch die Mark Brandenburg. Mundus 1999, S. 308-309 |
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| Endlich war es doch so weit gekommen,
daß Erasmus Spikher den Wunsch, den er sein Leben lang im Herzen
genährt, erfüllen konnte. Mit frohem Herzen und wohlgefülltem
Beutel setzte er sich in den Wagen, um die nördliche Heimat zu verlassen
und nach dem schönen warmen Welschland zu reisen. Die liebe fromme
Hausfrau vergoß tausend Tränen, sie hob den kleinen Rasmus, nachdem
sie ihm Nase und Mund sorgfältig geputzt, in den Wagen hinein, damit der
Vater zum Abschiede ihn noch sehr küsse. »Lebe wohl, mein lieber
Erasmus Spikher,« sprach die Frau schluchzend, »das Haus will ich
dir gut bewahren, denke fein fleißig an mich, bleibe mir treu und
verliere nicht die schöne Reisemütze, wenn du, wie du wohl pflegst,
schlafend zum Wagen herausnickst.« Spikher versprach das.
E.T.A Hoffmann: "Die Geschichte vom verlornen Spiegelbilde". In: Fantasiestücke in Callots Manier: Die Abenteuer der Silvesternacht |
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