| Giovanni Pico della Mirandola 24.2. 1463 Mirandola (bei Modena) 17.11. 1494 bei Florenz;italienischer Humanist und Philosoph |
| Leben |
| * 24.2.1463 auf Schloß
Mirandola bei Modena, + 17.11.1494 in
Florenz italienischer Humanist und Philosoph. 1477-1479 Studium des Kanonischen Rechts in Bologna 1479-1480 Aufenthalt in Florenz, Studium der Literatur und Philosophie in Ferrars 1480-1482 Studium der Philosophie in Padua. Nicoletto Vernia führte ihn in den Aristotelismus ein, der jüdische Averroist Elia del Medigo machte ihn mit arabischem und hebräischen Gedankengut vertraut. 1482-1485 Reisen und Aufenthalt in Florenz, Freundschaft mit 1485-1486 Studien in Paris; Aufenthalt Florenz, Studium in Perugia. Er lernte erstaunlich schnell Griechisch, Latein, Hebräisch und Arabisch. Er zeigte vielseitiges Interesse, auch zur Alchemie (Vorläufer der Chemie im Altertum und Mittelalter) und Kabbala (jüdische Mystik, entstand im 9.-3.Jahrhundert) und war in seinen letzten Lebensjahren Anhänger von Girolamo Savonarola (1452-1498). 1486 Mit 23 Jahren (!) zog er nach Rom und schlug am 7.Dezember 1486 öffentlich 900 Thesen, die Conclusiones nongentae, an. Seine Idee war es, unterschiedliche Positionen, die er aus verschiedenen Gebieten gesammelt und um eigene Gedanken ergänzt hatte, öffentlich zu diskutieren. Dafür berücksichtigte er alle möglichen Quellen, die ihm als sprachgewandten, vielseitig aufgeschlossenen Forscher zugänglich waren. Endfassung der Oratio de hominis dignitate. 1487 Veröffentlichung der Apologia tredecim quaestionum in Neapel Auf einem Gelehrtenkongreß 1487 in Rom sollten Übereinstimmungen in den 900 Thesen herausgearbeitet werden. Er lud alle Gelehrten Europas dazu ein und versprach sogar die Erstattung ihrer Reisekosten. Doch zur Diskussion kam es nicht. Picos Gegner hatten 13 der 900 Thesen unter dem Vorwand ihrer Treue zum Glauben und aus religiösen Eifer, wie sein Neffe schreibt, bei der Kurie als ketzerisch denunziert. Papst Innozenz VIII. setzte eine Untersuchungskommission ein. Diese verurteilte 7 dieser 13 Thesen als ketzerisch, die anderen 6 für verdächtig. Trotzdem publizierte Pico 1487 die Apologia, in der er die 13 Thesen verteidigte. Der Papst verwarf darauf alle 900 Thesen, darunter 45 (die meisten eines einzelnen Autors) von Thomas von Aquin. Doch die Kirche hatte nicht nur mit ihren eigenen Kirchenlehrer Probleme, sondern verbot bekanntlich über Jahrhunderte sogar das Lesen der Bibel. Innozenz VIII. verbot die Diskussion der Thesen. 1488 Flucht nach Paris; in der Nähe von Lyon Verhaftung durch Philipp von Savoyen auf Antrag der päpstlichen Gesandtschaft (August Buck: aufgrund päpstlichen Haftbefehls). Januar - März Einkerkerung in Vincennes. Die Theologen der Sorbonne weigerten sich, dem Wunsch des Papstes entsprechend Pico wegen Häresie zu verurteilen. Durch Fürsprache mächtiger Gönner, z.B. Karl VIII., Haftentlassung. Aufenthalt in Paris; ab dem Sommer in Florenz; enge Beziehungen zum Mediceer-Kreis und zur Platonischen Akademie. 1489 Heptaplus, de septiformi sex dierum Geneseos enarratione 1491 De ente et uno 1492 oder später: Disputationes in astrologiam 1493 Aufhebung der kirchlichen Sanktionen durch Papst Alexander VI. Erst 31 Jahre alt starb Pico am 17.November 1494 in der Nähe von Florenz. Nicht verwechseln mit Gianfrancesco Pico della Mirandola (1469-1533), ein Neffe Picos, der ebenfalls ein umfangreiches Werk hinterließ. |
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| Werk |
| Auch heute noch lesenswert ist das als Vorwort zu seinen Thesen
gedachte und hier online verfügbare Preiswerte Ausgaben siehe Und noch ein Mirandola-Link: Carmina Ioannis Pici Mirandulae 1496 Erste Gesamtausgabe seiner Schriften von seinem Neffen Gian Francesco Pico in Bologna |
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| Wirkung |
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| Links |
| Literatur |
| Über die Würde des
Menschen. Zürich: Manesse, 1996. Gebunden, 95 Seiten. Herbert Werner
Rüssel, Übs. Vorwort von Thomas Morus. |
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| Oratio de hominis dignitate. Rede
über die Würde des Menschen Lat. / Dt. Stuttgart: Reclam, 1997.
Reclams UB 9658. 140 Seiten. Gerd von der Gönna, Übs. |
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| Kommentar zu einem Lied der Liebe.
Commento sopra una canzone d'amore. Hamburg: Meiner, 2001. Gebunden. 257
Seiten. |
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| Opera Omnia. Nachdruck d.
Ausgabe Basel 1557-73. Olms 1969. 2301 Seiten. |
Bei Amazon nicht lieferbar, jedoch übern Buchhandel erhältlich |
| Sekundärliteratur |
| Richard Reschika. Philosophische
Abenteuer. Elf Profile von der Renaissance bis zur Gegenwart.
Tübingen: Mohr Siebeck, 2001. Taschenbuch, 280 Seiten |
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| Volker Spierling. Kleine Geschichte der Philosophie. 50 Porträts von der Antike bis zur Gegenwart. München: Piper, 1992. Taschenbuch - 374 Seiten | ![]() |
| Farmer, Stephen Alan Hg. Syncretism
in the West. Pico's 900 Theses (1486). The Evolution of Traditional Religious
And Philosophical Systems. Tempe (Arizona) 1998.
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