Otto Geist ist am 27. Dezember 1888 in Eiselfing geboren. Seine
Mutter ist Mathilde, sein Vater Franz Anton
Geist ist ab 1881 in der Eiselfinger Schulchronik als Lehrer
dominierend.
Am 1. April 1881 wurde
der Lehrer Franz Anton Geist, 1903 zum Oberlehrer befördert, an die Schule
Eiselfing versetzt, wo er 31 Jahre wirkte. 1901 wurde ihm von den Gemeinden
Aham, Bachmehring und Freiham das Ehrenbürgerrecht verliehen. Das zeigt,
welcher Wertschätzung sich dieser Lehrer erfreute. Er war
Gemeindeschreiber in 3 Gemeinden, Kantor, Organist, Mesner und Lehrer.
Große Verdienste erwarb er sich um Obstbau und Bienenzucht. Er unterhielt
selber eine Baumschule. Die Birkenalleen an den Fußwegen nach Kerschdorf
und Freiham verdanken ihm seine Entstehung. Neben dieser Fülle von Arbeit
fand Geist noch Zeit zu wissenschaftlicher Betätigung in der Heimat- und
Altertumsforschung. Bei seinen Ausgrabungen fand er z.B. einen Freistein des
Gerichtes des Freiherrn von Perfall, ein Richtbeil vom Pflegegericht Kling, in
Berg eine bajuwarische Begräbnisstätte, einen Pfahlbau im Schwarzen
Moos bei Eiselfing. Lehrer Geist verfaßte auch eine Chronik von
Eiselfing, die von einem Sohn dem Pfarramt Eiselfing übergeben wurde. Ab
1901 ist die amtliche Bezeichnung der Schule "Schule Kircheiselfing". Im Jahre
1903 wurde das Schulhaus um ein Stockwerk erhöht. In diesem wurden zwei
Schulsäle eingerichtet. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 9345 RM. Hinzu
kam noch die Neubeschaffung von Schulbänken. Nach dem Ausbau der Schule
wurde als 3. Lehrkraft eine Schulverweserin, die Hilfslehrerin Laura Thiele
eingesetzt. Oberlehrer Geist wurde 1912 von Herrn Hauptlehrer Karg
abgelöst. Quelle: Schulgeschichte Eiselfing, siehe Links |
Für die heimatkundliche Sammlung Geists wurde nach dessen
Angaben am 24. 6. 1911 eine Bestandsaufnahme gemacht. Sie ging offenbar an F.
Geist über, da die Prähistorische Staatssammlung, München
(jetzt: Archäologische Staatssammlung - Museum für Vor- und
Frühgeschichte), 1965 mehrere Objekte aus dem Nachlaß von F. Geist
erwarb (Steffan, S. 98,
Literatur). Bereits 1868 und 1872 veröffentlichte ein Anton
bzw. Franz Anton Geist heimatkundliche
Beiträge.
- Geist, Anton. "Bericht über die am 14. und 15. Oktober
1867 im Brucker-Forste und am 17. ds. Monats im sogenannten Obereichet
geschehenen Ausgrabungen altgermanischer Leichenhügel und der dabei
gemachten Funde". In: Kollectaneen-Blatt für die Geschichte Bayerns,
insbesondere des ehemaligen Herzogtums Neuburg. Historischer Verein Neuburg
a.D., (Hg.). 32/33. 1866/67 (1868), Teil 2, S. 9 - 10.
- Geist, F[ranz] Anton. "Das Taufbecken in Zell". In:
Kollectaneen-Blatt für die Geschichte Bayerns, insbesondere des
ehemaligen Herzogtums Neuburg. Historischer Verein Neuburg a.D., (Hg.). 34
(1868), S. 172 - 174.
- Geist, Anton. "Ein in der Pfarrkirche zu Zell befindliches
artistisches Monument". In: Kollectaneen-Blatt für die Geschichte
Bayerns, insbesondere des ehemaligen Herzogtums Neuburg. Historischer
Verein Neuburg a.D., (Hg.). 36 (1872), S. 87 - 88.
Es ist mir nicht bekannt, ob dieser Franz Anton Geist mit
unserem Franz Anton Geist aus Eiselfing identisch ist. Auffallend ist,
daß Georg Dehio auf die bauliche Verwandtschaft zwischen der Kirche St.
Laurentius in Zell bei Albaching (Dehio S. 394, Literatur) und der Pfarrkiche St. Rupertus in
Kircheiselfing (Dehio S. 383,
Literatur) hinweist. Es gibt aber auch ein Zell zu Neuburg an der
Donau gehörend, das als Fliegerhorst bekannt ist.
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