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Simon Grynaeus
Simon Grynaeus
1493 Veringen – 1.8. 1541 Basel; Humanist, Sprachgelehrter, Graecist, Theologe, Philosoph
LiteraturLinks
Simon Grynaeus wurde als Simon Griner 1493 in Veringen (Laucherttal, heute: grynaeusVeringendorf; in Veringendorf und Veringenstadt wohnen noch heute viele namens Griener) geboren. Das Dorf gehörte zur Grafschaft Zollern. Mit 14 Jahren kam Simon Griner in die Lateinschule nach Pforzheim. Dort traf er den Mitschüler Philipp Melanchthon und schloß eine lebenslange Freundschaft.
1511 oder 1512 immatrikulierte Simon Griner an der Universität Wien; er konnte inzwischen Latein, Griechisch und Hebräisch. Er studierte Mathematik, Naturwissenschaft, Philosophie und Medizin und schloß sein Studium mit dem Magister der freien Künste und später dem Magister philosophiae ab.
1520 nach Ofen, dem heutigen Budapest: Rektorat einer Schule. Als Humanist und Vertreter reformatorischer Ideen kam es zum Streit mit den Dominikanern. Er wurde der Ketzerei verdächtigt und kam in den Kerker. Aufgrund seinen Beziehungen zum Adel wurde er wieder befreit und verließ nach 1 1/2 Jahren Ungarn.
Am 17. April 1523 schreibt er sich in Wittenberg ein und trifft dort Philipp Melanchthon und Martin Luther.
Simon Griner latinisierte seinen Namen zu Simon Grynaeus. Gryneus war Beiwort des Apollo in Vergils Aenaeas und weist auf die kleinasiatische Hafenstadt Grynium hin (Gryneisches Orakel).
1523 Heirat mit Magdalena Spirensis
1524 Professor für Griechisch an der Universität Heidelberg: sein Jahresgehalt von 50 Gulden ist als gering einzustufen. Bekanntschaft mit dem Reformator Ökolampad.
1526 Erhöhung des Gehalts auf 70 Gulden; dafür muß er neben Griechisch auch Arithmetik, Musik, Geometrie und Astronomie unterrichten; zusätzliche Professur für Latein. Er studierte die Werke Aristoteles' und Galens.
1527 entdeckt Grynaeus im nördlich Heidelbergs gelegenen Kloster Lorsch fünf unbekannte Bücher von Livius.
1529 Grynaeus besucht den Reichstag im nahen Speyer um seinen Freund Philipp Melanchthon zu treffen. Dort kommt es zum Streit mit Johann Faber, Bischof von Wien, wegen dessen Predigt. Faber will Grynaeus verhaften lassen, doch Melanchthon und dessen Freunde können ihn über den Rhein auf sicheres Gelände bringen.
8. Mai 1529 der Rat der Stadt Basel beschließt auf Betreiben des Bürgermeisters Jacob Meier und des Reformator Ökolampads eine Anstellung für Grynaeus als Nachfolger des nach Freiburg abgereisten Erasmus von Rotterdam. Mit seinem Neffen Thomas Griner geht Grynaeus nach Basel. Seine Antrittsvorlesung hält er über Aristoteles' Rhetorik. Neben dem Lehrbetrieb hat er ausreichend Zeit für private Studien. Er bringt eine neue Ausgabe des Aristoteles heraus.
1531 gibt Grynaeus den gesamten, damals bekannten Livius mit einem Vorwort von Erasmus heraus.
1531 März oder April bis Juli Reise nach England, wo er Thomas Morus und König Heinrich VIII. trifft. Während der Zeit seines Besuches machte sich Heinrich VIII., da er sich von seiner Frau scheiden lassen wollte, zum Oberhaupt der englischen Kirche.
1531 erneut Vorlesungen in Basel; es kommt zum innerschweizerischen Religionskonflikt zwischen den Reformatoren und Katholiken. Gynaeus übernimmt eine Professur der Theologie.
1531 Procli diadochi commentaria in Euclidem, Herausgabe der Werke Euklids mit dem Kommentar von Proklus
1532 Herausgabe von Novus orbis regionum ac insularum veteribus incognitarum anläßlich des 40. Jahrestags der Entdeckung Amerikas.
Zahlreiche Übersetzungen von antiken Schriftstellern (z.B. Aristoteles, Plutarch, Aristophanes) in Latein und Deutsch.
1534 Religionsgespräch in Stuttgart auf Einladung des Straßburger Reformator Martin Bucer
Anfang November beginnt Grynaeus auf Einladung eine Reformtätigkeit an der Universität Tübingen. Nach neun Monaten zieht Grynaeus über Straßburg wieder nach Basel, wo er am 7. Juli 1935 eintrifft.
Ab 1937 hat Grynaeus in Basel zwei Professuren inne: Philosophie und Neues Testament.
1539 Die zweite Frau Katharina Lombard schenkt Grynaeus das einzige Kind Samuel
Im Sommer 1541 bricht in Basel die Pest aus. Grynaeus wurde am 1. August 1541 ihr Opfer.
simon grynaeus Anfang
Ein Nachkomme Simon Grnyaeus', der Basler gleichen Namens (1725 - 1799), wird als der anonyme Übersetzer von Shakespeares Romeo and Juliet von 1758 vermutet.
grynaeusShakespeares deutsche Übersetzer
Literatur
Bokeloh, Karl-Heinz. "Simon Grynaeus (Griner)". In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 4. Auflage, 3.Bd. 2000, S. 1320.
Pendergrass, J. N. Die naturphilosophischen Vorreden des Basler Gräzisten Simon Grynaeus von Vehringen (1493-1541). Humanismus, Reformation u. Naturwissenschaft im frühen 16. Jh. München 1980. Universität, Phil. Fak., Magisterarbeit 1980.
"Grynaeus, Simon". In: Metzler Lexikon christlicher Denker. Stuttgart: Metzler, 2000. S. 300-301.
Links
grynaeus Árpád Blázy: Der Humanist und Reformator Simon Grynaeus
grynaeus Ludwig Griener: Wer war Simon Grynaeus?
grynaeus GRYNÄUS, Simon Biographisch-Bibliographischen Kirchenlexikon
simon grynaeus Herbert Huber: Simon Grynaeus als Wegbereiter René Descartes
Die Vorrede Simon Grynaeus' zur Euklid-Ausgabe 1533 und ihre Auswirkungen
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 27.2.2004