| Bertrand Russell: The Problems of
Philosophy with new introduction by John Skorupski. Oxford: Oxford UP, 1998. 102 Seiten |
| In Problems of Philosophy
dem ersten wichtigen philosophischen Werk nach der Principia Mathematica
diskutiert einige wichtige, grundlegenden Probleme der Philosophie.
Allerdings ist wie man sich bei wenig mehr als hundert Seiten denken
kann "The Problems" im Titel etwas übertrieben. Inhaltsverzeichnis |
| I II III IV V VI VII VIII IX X XI XII XIII XIV XV |
Appearance and
Reality The Existence or Matter The Nature of Matter Idealism Knowledge by Acquaintance and Knowledge by Description On Induction On Our Knowledge of General Principles How A priori Knowledge is Possible The World of Universals On Our Knowledge of Universals On Intuitive Knowledge Truth and Falsehood Knowledge, Error, and Probable Opinion The Limits of Philosophical Knowledge The Value of Philosophy |
| Der Einstieg erfolgt mit der Frage:
Gibt es Wissen, das über allen vernünftigen Zweifel sicher ist? Da wir zunächst nur von unserer Erfahrung via Sinne ausgehen können spricht Russell von den subjektiven Sinnesdaten, die eine Ursache haben (müssen): die einfachste Erklärung dafür ist, dass es Gegenstände unabhängig von uns gibt. Während die common-sense-Annahme der Gegenstände (und der Materie) auch für Raum und Zeit gilt, scheinen uns die Ordnung in Raum und Zeit annähernd direkt bekannt. Den Idealismus, dem Russell am Anfang seiner Laufbahn anhing, weist er hier im Kapitel 4 zurück. Dann trifft er eine wichtige Unterscheidung: Erkenntnis der Dinge durch Kenntnis mittels Bekanntschaft (direkte Wahrnehmung) oder Beschreibung (übermittelte Kenntnis die letztlich aus direkter Wahrnehmung abgeleitet ist). Hierzu sollte man Russells epochalen Aufsatz "On Denoting" lesen ( Ähnlich wie bei den Objekten geht Russell beim Induktionsprinzip vor. Eine basale Grundlegung ist nicht möglich. Aber wenn man überhaupt vorhersagen machen will kommt man ohne Induktionsprinzip nicht weiter. Hier bringt Russell auch sein berühmtes Hähnchen-Beispiel:
Satz der Identität: Was ist, ist. Gesetz des Widerspruchs: Nichts ist und ist gleichzeitig nicht. Gesetz des ausgeschlossenen Dritten: Für alles gilt: entweder es ist oder es ist nicht. Diese drei Prinzipien können nicht anhand der Erfahrung überrüft und mit ihr belegt werden, da jeder Beweis sie bereits voraussetzt. Zu Existenzbehauptungen stellt Russell fest: "Nothing can be known to exist except by the help of experience" (S. 41). Ein interessanter Gedanke schließt das 7. Kapitel ab. Da Generalisierungen immer ungewisser sind als Einzelaussagen (für jene ist die Induktion notwendig; Einzelaussagen lassen sich empirisch überprüfen und klären) ist die induktive Argumentation der deduktiven (Spezialisierung aus der (ungewissen) All-Aussage auf die Einzelaussage) vorzuziehen (S. 45). Bei seiner skeptischen Analyse, was wir wissen können, lehnt sich Russel an Descartes an, gesteht aber von vornherin mehr zu: Sinnesdaten + Logik. Er stuft bezüglich Gewissheit ab. System der abgestuften Gewissheit: Sinnesdaten + Logik Introspektion, bestimmte Teile der Erinnerung hypothetische Gewissheit. Der Aufbau der vom Betrachter unabhängigen Aussenwelt setzt für Russell unbedingt das Kausalitätsprinzip (als Ursache der Sinnesdaten) voraus. Nach Kapiteln über die Universalien und Wahrheit erarbeitet Russell seinen Begriff des Vermutungswissen. Bei der Erklärung des Wissens bringt er ein Gettier-Beispiel (S. 77), das von der Erkenntnistheorie nicht so richtig berücksichtigt und gewürdigt wurde. erst über fünfzig Jahre später machte es Furore. Eine wesentliche Aussage ist hier: Wissen muß für die Kritik offen bleiben (S. 87). Das abschließende Kapitel über den Wert der Philosophie als Disziplin und Geistestätigkeit (aber nicht nur dieses) ist auch heute noch sehr lesenswert, besonders für die Banausen, die immer nach dem wirtschaftlichen Nährwert der Philosophie oder der Geisteswissenschaften fragen. Dabei stechen zwei Antworten Russells hervor. Die erste ist eher trivial aber doch ein Hieb gegen diejenigen, die Freude an Erkenntnis und argumentatives Denken in Frage stellen: Die geistigen Genüsse sind ebenso wichtig wie die körperlichen. Der Wert der Philosophie ist genau unter diesen geistigen Genüssen zu finden. Nur diejenigen, denen diese gleichgültig sind, halten Philosophie für Zeitverschwendung (S. 89-90). Die zweite Antwort Russells ist an diejenigen gerichtet, die immerhin ihren Geist einsetzen, allerdings in eine falsche Richtung. Russell meint zur Philosophie:
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Seinen nie
versiegenden Humor zeigte Russell 1966 in seiner Antwort auf die Frage des
Verlags, welches Bild auf die Neuauflage seiner Problems of Philosophy solle.
Er bedauerte, 1912 noch nicht genügend Einsteins Relativitätstheorie
berücksichtigt zu haben und schlug daher vor:
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| The Problems of
Philosophy ist eine hervorragende Einführung in Probleme der
analytischen Philosophie. Gerade die geradliniege Argumentation des Autors
breiten die Probleme anschaulich vor dem Leser aus. Vieles was Russell 1912
dazu meinte ist keinesfalls überholt. Starke
Leseempfehlung. Ergänzende, ebenfalls empfehlenswerte Einführungen findet man unter |
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| Links | ||
| Online:
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| 1905
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| Zitate von
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| Literatur |
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| The Problems of Philosophy.
Dover 1999. Taschenbuch, 128 Seiten
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| Stephen Law: Philosophie.
London u.a.: Dorling Kindersley, 2008. 352 Seiten. [Philosophy] Klaus Binder,
Bernd Leineweber, Übs.
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| Jay F. Rosenberg: Philosophieren. Ein Handbuch für Anfänger von Philosophieren. Ein Handbuch für Anfänger. Klostermann 2006. Broschiert, 194 Seiten. 5. Auflage | ||