| Bertrand Russell: An Inquiry into Meaning
and Truth London: Penguin, 1965. S. 332 |
| Bertrand Russell gerät Anfang des Zweiten Weltkriegs in den USA wegen seines schon 1929 erschienenen Marriage and Morals in lächerliche (vom Anlass her) Schwierigkeiten. Dr. Albert C. Barnes, Erfinder des Argyrol, lud ihn und seine Familie 1940 in ein Haus am Fallen Leaf Lake, Kalifornien, ein, nahe dem Lake Tahoe und der Grenze zu Nevada. Hier schrieb Russell An Inquiry into Meaning and Truth nach den William James Lectures, die er in Oxford, Chicago und der UCLA gehalten hatte. | ![]() Fallen Leaf Lake, Kalifornien |
| An Inquiry into Meaning and Truth beruht auf Vorlesungen, die Russell zuerst in Oxford, dann in Chicago und an der UCLA gehalten hatte. | |||
An Inquiry into Meaning and
Truth untersucht die Beziehung zwischen der Sprache und der Welt. In der
Einleitung stellt er die beiden Fragen (S. 9):
Mit einer einzigen Erfahrung können mehrere verbale Aussagen gerechtfertigt werden. Jede Zusicherung hat zwei Seiten: eine Status des Sprechers (subjektiv) und den Sachverhalt, den sie ausdrücken will (objektiv). Wenn es eine Tatsache ist, hat die Zusicherung Erfolg. Wahrheit ist der fundamentale Begriff und Wissen wird mittels Wahrheit definiert und nicht vice versa. |
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| Russell stellt eine Hierarchie des
empirischen Wissens fest: beobachtete und unbeobachtete Tatsachen,
Basisaussagen und abgeleitete Aussagen. Epistemologisch ist Russell ein Fundamentalist. Der Grund einen empirischen Satz zu glauben ist ein oder mehrere Sätze, die man schon glaubt, oder "some non-linguistic occurrence having a certain relation to the sentence believed" (S. 214). Ontologisch hält Russell die Dinge für Bündel von Eigenschaften: " a »thing« is nothing but a bundle of coexisting qualities" (S. 92). Russell vertritt eine Korrespondenztheorie der Wahrheit zwischen den Basisaussagen und Erscheinungen in der Welt. |
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| Obwohl seit 1940 die theoretische Philosophie, die Erkenntnistheorie und die Philosophie der Sprache voranschritt und mancher Begriff heute gering anders verwendet wird, ist An Inquiry into Meaning and Truth ein Standardwerk, das jedem an diesen Themen Interessierten bestens empfohlen wird. | |||
| Anmerkungen | |||
Russell zitiert
William Shakespeare (S. 51):
Bulldog Drummond (S. 143) ist ein fiktionaler Charakter (Film, Radio, TV) von Herman Cyril McNeile (1888-1937). "Had we but world enough and time" (S. 241) ist die Anfangszeile von Andrew Marvell: "To His Coy Mistress" (Andrew Marvell, 1621-1678, |
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| Links | |||
| Literatur |
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| Bertrand Russell: An Inquiry into
Meaning and Truth. Routledge, 1996. Broschiert, 352 Seiten
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