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W. V. Quine, J. S. Ullian: The Web of Belief
New York: Random House, 1978. 2nd ed. 147 Seiten
The Web of Belief ist das Netz rationaler Überzeugungen. Es stellt und beantwortet die Fragen: was sind rationale Überzeugungen? wie werden sie gebildet? wie wird das Netz der rationalen Überzeugungen auf den neuesten Stand gehalten? wie können rationale von anderen Überzeugungen unterschieden werden?
Die Kapiteleinteilung läßt das Thema besser erkennen: Überzeugung und Wechsel von Überzeugungen; Beobachtung; evidente Überzeugungen; Zeugnis anderer; Hypothesen; Induktion, Analogie und Intuition; Bestätigung und Widerlegung; Erklärung; Überredung und Bewertung.
Während man an manch anderem Werk Quines schwer zu kauen hat, ist The Web of Belief erfreulich einfach geschrieben. Für mich war zusätzlich gewinnbringend, daß immer wieder auf das Abgrenzungsproblem (letzte Frage oben bezüglich Überzeugungen, aber auch auf Theorien bezogen) von rationalen und pseudo-wissenschaftlichen. Dabei wird die Argumentation von Verfechtern obskurer Theorien
Du mußt dich in die Begriffswelt (z. B. der Horoskope) einarbeiten, um mich zu verstehen; wer das nicht macht, klammert von vornherein engstirnig wichtige Lehren aus.
wie folgt zurückgewiesen:
"If a scientist were to interrupt existing projects in order to find a plausible hypothesis for every puzzling experience outside the laboratory, and if he were to lend a patient and judicious ear to every crank and gossip, he would learn less." S. 32
Es wird herausgestellt, daß Kandidaten für neue Überzeugungen (oder geänderte alte) dem gesamten Netz gegenüberstehen.
"It is in the light of the full body of our beliefs that candidates gain acceptance or rejection ..." (S. 16) – "The beliefs face the tribunal of observation not singly but in a body." (S. 22)
quine William V. O. Quine und Joseph S. Ullian über Scheinwissenschaft
Zurecht wird darauf hingewiesen, daß auch einfache Beobachtungssätze nicht so evident ist, wi eman meinen könnte. Jemand berichtet: "Ich sehe einen Kasten", während der Spezialist zum selben Sachverhalt berichtet: "Ich sehe einen Radio". Selbst für die erst genannte Beobachtungssaussage oder für "Da ist eine Katze" muß man über Begriffe verfügen. Siehe dazu mcdowell John McDowell: Mind and World.
Für Hypothesen, ihre Prüfung, Abwägung und Beurteilung, geben die Autoren die folgenden Kritieren an und diskutieren sie ausgiebig:
1. Konservatismus, 2. Bescheidenheit, 3. Einfachheit, 4. Allgemeinheit, 5. Widerlegbarkeit.
Die Lektüre von The Web of Belief ist äußerst aufschlußreich und wird bestens empfohlen.
Autoren
quine William Van Orman Quine, 1908-2000; quine erhältliche Literatur von W. V. O. Quine
Joseph Silbert Ullian, * 1930
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quine QuineW. V. Quine, J. S. Ullian: The Web of Belief. McGraw Hill, 1978. Taschenbuch 147 Seiten

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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 24.9.2004