| Edgar
Dahl, Hg.: Die Lehre des Unheils. Fundamentalkritik am
Christentum Hamburg: Carlsen, 1993. 318 Seiten |
| Dieser Sammelband fasst 19 Beiträge (und ein Vorwort)
zusammen. Das ist auch seine Stärke: das Thema Religion allgemein und
Christentum im besonderen wird aus vielen Blickwinkeln beleuchtet. Wer sich
also weniger für "Christliche Kirchen und AIDS" interessiert (wie z.B.
ich) überblättert diesen Beitrag. Er findet immer noch genug und
sicher auch genug Neues. Die Liste der Autoren umfasst weltbekannte
Professoren, Kirchenkritiker, Theologen, Philosophen, Atheisten, usw. z.B.
Gerhard Vollmer, Steven Weinberg, Norbert Hoerster,
Bernulf Kanitscheider, Edward O.Wilson, Hans Albert, Gerhard Streminger, Dieter
Birnbacher, Franz Buggle, Karlheinz Deschner (darf natürlich
nicht fehlen!), Hubertus Mynarek, Peter
Singer. Es geht aber nicht nur um das Christentum sondern auch die jeder Religion und der Philosophie zugrunde liegenden Fragen. Was gefällig zum Leben nach dem Tode? Henry Gelhausen schreibt: "Es gibt bis heute keinen Befund, der berechtigt anzunehmen, von einem Toten bleibe etwas übrig. Pointiert gesagt: Wer tot ist, ist höchstwahrscheinlich tot." Prägnanter habe ich es noch nie gelesen. Zur Existenz Gottes meint Steven Weinberg, Professor für Physik und Astronomie an der University of Texas: "Falls es einen Gott gibt, der besondere Pläne mit den Menschen hat, dann hat dieser Gott sich wirklich große Mühe gegeben, sein Interesse an uns nicht sichtbar werden zu lassen. Es erschiene mir unhöflich, wenn nicht gar respektlos, einen solchen Gott mit unseren Gebeten zu behelligen." Es geht auch um die Widersprüchlichkeiten zur sogenannten Religionsfreiheit im Insgesamt eine kurzweilige, ausführliche und aufschlussreiche Anthologie. Sehr zu empfehlen. |
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