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Sheldrake
Hans-Peter Dürr, Franz-Theo Gottwald, Hg. Rupert Sheldrake in der Diskussion.
Das Wagnis einer neuen Wissenschaft des Lebens. Bern: Scherz, 1999. 351 Seiten
Rupert Sheldrake ist Biologe. *1942, Studium der Biochemie, Botanik, Philosophie und Wissenschaftsgeschicht an der Harvard University und in Cambridge; derzeit ist er freier Wissenschaftler. Seine These lautet, "daß ein formbildender Einfluß in der Natur am Werk ist, der die Eigenschaft hat, sich entwickelnde Organismen, Gesellschaften, die geistige Tätigkeit und so weiter zu gestalten, und daß er ein immanentes Gedächtnis hat" (309). Dazu postuliert er die Existenz morphogenetischer Felder, die Raum und Zeit kausal überbrücken: "Sie enthalten ein eingebautes Gedächtnis, das durch Selbstresonanz mit der Vergangenheit einer morphischen Einheit und durch morphische Resonanz mit allen vorherigen ähnlichen Systemen gegeben ist. Diese Gedächtnis ist kumulativ" (20-21). Starker Tobak, fürwahr! Doch neuartige Hypothesen sollte man nicht nur deswegen verwerfen, weil sie zu bizarr sind. Sheldrake erhält im ersten Abschnitt des Buches Gelegenheit, seine Thesen zu erläutern und zu untermauern. Es zeigt sich: winzige, unerklärliche Alltagsbegebenheiten veranlassten Sheldrake zu seiner Theorie.
  • Da sind die Hunde, die zur Tiere gehen, wenn Herrchen irgendwo entfernt sich auf den Nachhauseweg macht. — Es zeigt sich, daß dieses Phänomen keineswegs empirisch gesichert ist. Ich frage mich, warum der Hund schon zur Türe rennt, wenn Herrchen 30 km entfernt zum Mittelklassewagen geht.
  • Da ist das Phänomen, das man angeblich merkt, wenn man (unbemerkt) angestarrt wird. — Unter wissenschaftlichen Bedingungen konnte dieser Effekt noch nicht nachgewiesen werden (Sheldrakes Beteuerungen zum Trotz).

Anschliessend zu Sheldrakes Einführung in seine Theorienwelt erhalten dreizehn Wissenschaftler Gelegenheit, sich damit auseinanderzusetzen. Die Beiträge sind fundiert, wenn auch meist zu Sheldrake-freundlich; aber das mag an meiner subjektiven Einstellung liegen. Fundiert heißt: seine Thesen werden nicht einfach vom Tisch gewischt, sondern hinterfragt. Dabei stellt sich heraus,

  • daß sie auf dünnem Boden stehen und
  • daß sie zur Erklärung der meisten angeführten Phänomene nicht nötig sind.

Hervorzuheben sind die Kurzbiografien der Autoren, die man aufgrund ihres Werdeganges doch einordnen kann und das zehnseitige Literaturverzeichnis. Das Buch ist gut geeignet, sich mit Sheldrakes Position auseinanderzusetzen. Eine weitere Rezension im Skeptiker. Zeitschrift für Wissenschaft und kritisches Denken. 1/00 (2000). S. 58.

Literatur
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Sheldrake SheldrakeHans-Peter Dürr, Franz-Theo Gottwald: Rupert Sheldrake in der Diskussion. München: Scherz, 2001. Gebunden, 351 Seiten sheldrake
Rupert Sheldrake: Das Gedächtnis der Natur. München: Scherz, 1992. Tb., 447 Seiten.Sheldrake
sheldrake SheldrakeRupert Sheldrake: Das schöpferische Universum. Die Theorie des morphogenetischen Feldes. Ullstein, 1993. Tb., 229 Seiten sheldrake
Rupert Sheldrake: Sieben Experimente, die die Welt verändern könnten. München: Goldmann, 1997. Tb., 286 Seiten.Sheldrake
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 8.8.2005