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Douglas Walton: Fundamentals of Critical Argumentation
New York: Cambridge UP, 2006. Broschiert, 343 Seiten – Walton LinksWalton Literatur
Fundamentals of Critical Argumentation hat Laien und Studierende in den Anfangssemestern als Zielgruppe. Es will – wie der Titel verheißt – die fundamentalen Argumentationsschemata zeigen, so dass die Leser anschließend in der Lage sind selbständig Argumente einzuordnen, zu analysieren und ihre Schwachpunkte zu erkennen.
Das Buch gliedert sich in acht Kapitel, die wiederum bis zu 10 Abschnitte enthalten.
1. Arguments and Dialogues
2. Concepts Useful for Understanding Arguments
3. Argumentation Schemes
4. Argument Diagramming
5. Dialogues
6. Detecting Bias
7. Relevance
8. Practical Reasoning in a Dialogical Framework
Die Abschnitte stellen zuerst das im Kapitel zu behandelnde Thema vor. Dann wird diskutiert, welche Probleme es damit in der kritischen Diskussion gibt, wie bestimmte Muster oder Fehler in der Argumentation erkannt werden können, wie man mit ihnen umgeht. Der letzte Abschnitt eines Kapitels fasst die Ergebnisse zusammen.
Gemäß der Zielgruppe geht der Autor recht ausführlich vor. Das hat den Vorteil, dass wirklich jeder mitgenommen wird, aber auch den Nachteil, dass es manchmal etwas langatmig wird.
Für die Argumentationsschemata setzt Walton selbst übersichtliche Schemata ein, denen sich eine Liste kritischer Hinterfragungen anschließt.
Im Kapitel 7. Relevance werden so das Fear Appeal Argument (S. 285) und das Argument Ad Baculum (S. 287) behandelt. Die wörtliche Wiederholung in der Zusammenfassung (S. 297) ist ungewöhnlich (andere Argumentationsschemata werden nicht so "bevorzugt" behandelt) und überflüssig.
Einmal werden zwei Sätze sogar hintereinander wörtlich wiederholt (S. 315 unten). Das dürfte aber ein Setzfehler und keine Absicht des Autors sein.
Walton sorgt düe klare Begriffe und Einordnungen. Der Unterscheidung zwischen "Disputes" und "Dissents" widmet er einen ganzen Abschnitt (S. 36–40).
Überzeugend legt Walton dar, dass nicht alle Argumente mit schlechtem Rufe automatisch schlecht oder gar fehlerhaft sind (z.B. Argument Ad Hominem oderArgument Ad Baculum).
Die didaktische Aufbereitung läßt manchmal zu wünschen übrig. So hebt Walton – wenn ich nichts übersehen habe – nur einmal etwas farblich hervor (S. 226). Eine gute Gelegenheit dafür wären beispielsweise die vier Formen der Transformation eines Arguments. Diese wichtige Erläuerung erfolgt im Fließtext ohne Nummerierung oder Hervorhebung (S. 164-165).
Viele Kapitel werden durch Übungen für den Leser ergänzt. Zumindest für einige dieser Übungen hätten beispielhafte Musterlösungen sehr geholfen.
Fundamentals of Critical Argumentation hat zwei Ansprüche
  • Laien und Studierende in den Anfangssemestern anzusprechen
  • Argumente zu identifizieren und zu analysieren und die fehlenden oder schwachen Punkte darin aufzuspüren
Beiden Ansprüchen wird es gerecht, allerdings auf Kosten zahlreicher Wiederholungen und stellenweiser Langatmigkeit.
Links
Lewinski, M. (2009): „Review: Douglas Walton, Fundamentals of Critical Argumentation”. Argumentation 23, S. 123-126 – Waltononline
WaltonDouglas Walton: Formalization of the "Ad Hominem" Argumentation Scheme
WaltonJohn Danaher: Philosophical Disquisitions: Argumentation Schemes (Part 1)
Walton Critical Thinking: Links
Walton Anmerkungen zur Rhetorik und informalen Argumentationstheorie
Walton Literatur zur Rhetorik und informalen Argumentationstheorie
Walton Eemeren, Frans H. van, Hg: Crucial Concepts in Argumentation Theory
Literatur
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Walton WaltonDouglas Walton: Fundamentals of Critical Argumentation. New York: Cambridge UP, 2006. Broschiert, 343 Seiten
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 1.11.2014