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Levinson
Stephen C. Levinson: Pragmatik
Tübingen: Niemeyer, 2000. [Pragmatics] Martina Wiese, Übs. 3. Aufl. Broschiert, 476 Seiten
Levinson LinksLevinson Literatur

Mehr als dreißig Jahren nach Erscheinen zählt Pragmatik (eine Übersetzung von Pragmatics; zur Übersetzung weiter unten mehr) immer noch zu den Standardlehrbücher dieser Metadisziplin.
Der Autor gliedert den umfangreichen Stoff wie folgt:

1 Was ist Pragmatik?
2 Deixis
3 Konversationelle Implikatur
4 Präsuppositionen
5 Sprechakte
6 Konversationsstruktur
7 Schlußfolgerungen
Im ersten Kapitel versucht Levinson also das Gebiet der linguistischenPragmatik abzugrenzen, das geschieht zunächst nur negativ, so dass die Pragmatik das behandelt, was die Semantik übrig läßt. Doch Levinson dringt weiter vor und diskutiert weitere Definitionen und Abgrenzungen. Der Leser merkt: die Sache wird nicht einfach. Doch Levinon nimmt seine Leser bei der Hand und führt sie allmählich durch die feinen Verästelungen der Sprachwissenschaft. Manchmal geht er dabei zu feinkörnig und ausschweifend vor.
Gut werden die Unterschiede zwischen Implikatur und Präsupposition herausgearbeitet, beides pragmatische Inferenzen.
Kürzlich kam ich mit einem Bekannten auf dieses Werk zu sprechen und er warnte mich vor der deutschen Übersetzung. Das galt anscheinend der Erstübersetzung. Die Titelei meiner Pragmatik betont: „neu übersetzt von Martina Wiese”.  Die neue Übersetzung von Martina Wiese erscheint mir angemessen (kenne aber das englische Original nicht). Oft wählt die Übersetzerin deutsche Beispiele und macht gelegentlich auf wichtige Unterschiede oder Gemeinsamkeiten des Deutschen mit dem Englischen aufmerksam. Sonderbar fiel mir nur auf, dass Implikaturen berechnet werden, aber vielleicht  ist das in der deutschsprachigen Pragmatik tatsächlich gebräuchlich. Die Übersetzerin hätte ruhig noch öfters deutsche Beispiele einsetzen können. Die Satzbeispiele mit Fidel Castro und dem US Präsidenten (S. 205) sind nicht nur überholt, sondern sie erläutern den diffizilen Sachverhalt nur eingeschränkt.
Der Sachindex erschließt das Einführungswerk so, dass man es auch später zum Nachschlagen verwenden kann. Gute Alternativen zu Levinsons sehr ausführlichen Lehrbuch sind die Einführungen von Jörg Meibauer (siehe Literatur).
Die breit angelegte Einführung eignet sich für die im Vorwort anvisierten fortgeschrittenen Studenten verschiedener Fachrichtungen. Levinson stellt möglichst viele Ansätze. Ob sie nach über 30 Jahren noch auf dem neuesten Stand sind kann ich nicht beurteilen.
Links
LevinsonPragmatik (Linguistik) (Wikipedia)
LevinsonPragmatics (Stanford Encyclopedia of Philosophy)
LevinsonStephen C. Levinson
Levinson Holm Tetens: Philosophisches Argumentieren: Eine Einführung
Levinson Anmerkungen zur Rhetorik und informalen Argumentationstheorie
Levinson Literatur zur Rhetorik und informalen Argumentationstheorie
Literatur
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Levinson LevinsonStephen C. Levinson: Pragmatik. Tübingen: Niemeyer, 2000. [Pragmatics] Martina Wiese, Übs. 3. Aufl. Broschiert, 476 Seiten Levinson
Stephen C. Levinson: Pragmatics. Cambridge: Cambridge UP, 1983. Cambridge Textbooks in Linguistics. Broschiert, 1983 Levinson
Alternativen
Meibauer LevinsonJörg Meibauer, Ulrike Demske, Jochen Geilfuß-Wolfgang, Jürgen Pafel, Karl Heinz Ramers, Monika Rothweiler, Markus Steinbach: Einführung in die germanistische Linguistik. Stuttgart: Metzler, 2007. Broschiert, 380 Seiten Meibauer
Jörg Meibauer: Pragmatik: Eine Einführung. Stauffenburg, 2001. Taschenbuch, 208 Seiten Levinson
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