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Sprachphilosophie
Kompa, Nikola, Hg.: Handbuch Sprachphilosophie
Stuttgart: Metzler, 2015. Gebunden, 441 Seiten – Sprachphilosophie LinksSprachphilosophie Literatur
Die Frage der Philosophie in der Antike war stark pauschaliert: „Was gibt es?” und seit Rene Descartes: „Was können wir wissen?” Erst im Ende des 19. Jahrhunderts kam eine andere Frage in den Fokus der theoretische Philosophie: „Wie können wir über das, was es gibt und von dem wir etwas wissen können, überhaupt reden?” Gottlob Frege, Bertrand Russell und Ludwig Wittgenstein waren dafür die Wegbereiter.
Das Handbuch Sprachphilosophie gibt einen kompetenten und umfassenden Einblick in diese faszinierende Disziplin der neueren Philosophie.
Seit der US-amerikanische Philosoph und Sprachwissenschaftler Richard Rorty erstmal 1967 den Sammelband The Linguistic Turn herausgegen hatte wird diese Wende zu sprachphilosophischen Fragen und Antworten als „linguistic turn” bezeichnet. Jedes sprachphilosophische Werk weist darauf hin, so auch das Handbuch Sprachphilosophie (S. 79).
Die Herausgeberin Nikola Kompa gliedert ihr Mammutprojekt in acht Abschnitte:
I Einleitung
II Historische Stationen
III Strömungen der Sprachphilosophie
IV Ausdrücke und ihre Funktion
V Analytische Sprachphilosophie
VI Phänomene der Sprache
VII Schnittstellen
VIII Anhang
Der Abschnitt II Historische Stationen hat nur geringen Umfang, da der Schwerpunkt des Werks auf der systematischen Darstellung der Fragen und Antworten der zeitgenössischen Sprachphilosophie in analytischer Tradition liegt.
Dazu wurden 47, ausschließlich deutschsprachige Autorinnen und Autoren herangezogen. Ein kleiner, eher unwichtiger Effekt der Deutschsprachigkeit ist es, dass in den Beispielen nicht Sir Walter Scott als Autor von Waverley (wie bei Bertrand Russell) sondern Johann Wolfgang von  Goethe als Autor von Egmont herangezogen wird (S. 175). Obwohl derzeit englischsprachige Autoren die philosophische Diskussion dominieren, zeigt der Sammelband, dass auch kompetente deutschsprachige Autoren die sprachphilosophischen Sachverhalte gut den Lesern vermitteln können. Der Herausgeberin gelang es ausgesprochene Kenner der jeweiligen Thematik für die einzelnen Themen zu gewinnen.
Nur einmal fiel mir ein kleiner Fehler auf. Bei den Beispielsätzen zu Claras Porsche verwechselte der Autor einmal blau und rot (S. 317).
Soweit ich die Aufsätze studiert habe, wurden alle Sachverhalte klar formuliert, so dass auch aufmerksame Laien ihnen folgen können. Dabei vertritt kein Autor nur einen (seinen eigenen) Standpunkt, sondern erklärt zahlreiche kontroverse Auffassungen. Damit eignen sich die Kapitel hervorragend als Einstieg und Ausgangspunkt für eigene Forschung.
Die Herausgeberin Nikola Kompa ist Professorin für Theoretische Philosophie am Institut für Philosophie der Universität Osnabrück.
Man kann sich vorstellen, dass es schwierig ist, dieses umfangreiche Gebiet in einem Buch angemessen darzustellen. Nikola Kompa und den beteiligten Verfassern ist es mit dem Handbuch Sprachphilosophie ausgezeichnet gelungen. Für alle Studenten der Philosophie und sprachlicher Wissenschaften, aber auch für alle anderen an Fragen der Bedeutung und Funktion der Sprache Interessierten kann dieser Sammelband sehr empfohlen werden.
Links
SprachphilosophieProf. Dr. Nikola Kompa
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Richard M. Rorty: The Linguistic Turn: Essays in Philosophical Method. Chicago: University Of Chicago Press, 1992. Taschenbuch, 416 Seiten Sprachphilosophie
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 17.10.2015