| Georg Brun: Die richtige Formel. Philosophische Probleme der
logischen Formalisierung Frankfurt am Main: Hänsel-Hohenhausen, 2003. 393 Seiten |
| Das Thema Formalisierung kommt in den
gängigen Logikbüchern ( |
In Die richtige
Formel werden drei Aspekte unterschieden:
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| Wenn eine Theorie gültiger
Schlüsse das Ziel der Logik ist und Schlüsse in einer
natürlichen Sprache, Beweise für ihre Gültigkeit aber in einem
Formalismus formuliert sind, so muss eine logische Theorie auch eine Theorie
über die Beziehung zwischen Schlüssen und Ausdrücken des
Formalismus umfassen. Kurz: Das Thema Formalisierung gehört zur Logik und
nicht oder zumindest nicht ausschließlich in irgendeine
sprachwissenschaftliche Disziplin. Georg Brun geht, seinem Thema gemäß, penibel vor. Der Leser weiß immer genau, was der Autor meint. Das Verständnis wird durch diese genaue Vorgehensweise ungemein gefördert. Schlimmstenfalls geht man mit Hilfe des Registers dahin zurück, wo der Autor den Begriff eingeführt hat. So untergliedert er das Formalisieren in zwei Stufen, indem er verschiedene Zeichen einführt: deskriptive Konstanten und schematische Buchstaben. Beim Formalisieren werden Formeln mit deskriptiven Konstanten und einem Korrespondenzschema erstellt, beim Nachweis der Gültigkeit Schemata mit schematischen Buchstaben (ohne Korrespondenzschema) verwendet. Im ersten Schritt, dem Formalisieren, wird eine logische Form einer Aussage ermittelt. In einem zweiten Schritt, dem Schematisieren, kann man anschließend von einer solchen Formel zu einem Schema übergehen, indem man deskriptive Konstanten durch passende schematische Buchstaben ersetzt (S. 145-46). Der Autor gibt Denkanstösse zu grundlegenden Problemen, die in Logikbüchern oft wenig beachtet werden, so beispielsweise das Begründungsproblem der Logik. Eine Fußnote (S. 70, #2) gibt dann gezielt Literatur zur Vertiefung an. Angenehm fiel mir auf, daß der Autor sich nicht scheut auch deutschsprachige Werke und Autoren zu nennen, die in der führenden anglosächsischen Literatur meist unbeachtet bleiben. Die Bedingungen für ein adäqautes Formalisieren werden sehr gut herausgearbeitet. Auf dem Weg dorthin wurde mir als Leser einiges klar. Sehr empfehlenswert. |
| Autor Georg Brun Ausführliche Besprechung in Timm Lampert, Michael Baumgartner: "Book Review". Erkenntnis 60 (2004): 417-421. |
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