| Christian Suhm: Wissenschaftlicher
Realismus. Eine Studie zur Realismus-Antirealismus-Debatte in der neueren
Wissenschaftstheorie Frankfurt: Ontos, 2005. Gebunden, 361 Seiten |
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| Zum Wissenschaftlichen Realismus gibt es doch
genügend Bücher ( Die vielen Werke zu diesem Thema sind in englisch. Die Diskussion in diesem Bereich ist virulent, das hier zu besprechende Werk ist deutsch und aktuell. Der Autor verfolgt zwei Ziele:
Suhm geht von den folgenden Thesen des Wissenschaftlichen Realismus aus:
Im zweiten Teil werden wichtige Gegenpositionen zum Wissenschaftlichen Realismus dargestellt und kritisiert:
Aus vielerlei Gründen lässt sich eine epistemisch bedeutsame beobachtbar/unbeobachtbar Unterscheidung nicht sinnvoll begründen. Einer ist, dass die Theorien, die die Grenzen des menschlichen Sinnesapparats bestimmen, bereits die Grenzziehung zwischen beobachtbar/unbeobachtbar voraussetzen. Eine zirkelfreie Bestimmung des Konzepts von Beobachtbarkeit kann nicht erbracht werden. Der Vertreter des Wissenschaftlichen Realismus muss nun noch die pessimistische Metainduktion entkräften und plausibel machen, warum wissenschaftliche Theorien erfolgreich sein können, obwohl sie sich später als falsch erweisen. Nur wenn das gelingt, lässt sich die ontologische These aufrecht erhalten. Dazu zeigt Suhm, dass die aufeinander folgenden empirisch erfolgreichen Theorien in einer Kontinuitätsrelation zueinander stehen. Diese Kontinuitätsrelation betrifft die von den Theorien postulierten theoretischen Entitäten (theoretische Gegenständen, Eigenschaften, Strukturen etc.). |
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| Wissenschaftlicher Realismus ist editorisch sehr gut lesbar. Erfreulich ist die informative Übersicht der Positionen und Thesen auf S. 62. Im gesamten, nicht einfachen Text entdeckte ich nur zwei Druckfehler. | ||||
| Kritikpunkte Zumindest verwirrend ist die Feststellung, dass die sechs Thesen zum wissenschaftlicher Realismus aufgestellt werden, in zwei Gruppen zu je vier Thesen unterteilt werden (S. 21). Richtig ist, dass die zwei ontologischen Unterthesen mit und ohne Korrespondenztheorie der Wahrheit formuliert werden (S. 48-49) und damit ebenso zu einer Viergruppe werden, wie die epistemologischen Unterthesen. Einen Index vermisste ich sehr. Wo ist z. B. die pessimistische Metainduktion zu finden? (S. 83 und 111) Der Trennungsalgorithmus lässt zu wünschen übrig: S. 29: Gegens-tandsbereich S. 33: Gegens-tänden S. 56 Theorieu-nabhängigkeit Fussnoten folgen manchmal ohne ersichtbare Nowendigkeit erst auf der nächsten Seite. Im Literaturverzeichnis ist Ladyman ist falsch einsortiert; Kutschera (1993) fehlt (S. 54, Fn.34); Laudan (1981) fehlt (S. 78, Fn. 66). |
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| Suhms Studie kann besonders denjenigen empfohlen werden, die schon in die Debatte eingestiegen sind. Man lernt den Debattenstand umfangreich und systematisch kennen. | ||||
| Dr. Christian Suhm | ||||
| ist wissenschaftlicher Assistent am Philosophischen Seminar der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster | ||||
| Literatur | ||||
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| Jarrett Leplin: A Novel Defense
of Scientific Realism. Oxford: Oxford UP, 1997. Gebunden, 224 Seiten
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| Stathis Psillos: Scientific
Realism: How Science Tracks Truth. Routledge 1999. Philosophical Issues in
Science. Broschiert, 352 Seiten
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