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Geach
Peter Thomas Geach: Reason and Argument
Oxford: Basil Blackwell, 1976. 99 Seiten – geach Linksgeach Literatur
Reason and Argument widmet sich vornehmlich der praktischen Logik. In 19 Kapiteln auf nur 99 Seiten behandelt P.T. Geach viele Fragen des Argumentierens und der praktischen Logik, ohne einer Symbolisierung auszuweichen. Das dünne Buch hat den Ehrgeiz ein Textbuch für die Studenten zu sein, aber auch ein Arbeitsbuch für Seminare. Sind die Kapitel noch so kurz, sie schliessen mit einem Abschnitt "Discussion Topics" oder "Exercises".
Trotzdem Geach die symbolisierte Sprache immer anwendet, wenn angebracht, lockert er den Text durch Beispiele und – was mir besonders auffiel – durch Hinweise auf die nicht- philosophische Literatur (Trollope, Tolstoi, ... H. G. Wells) auf. Er deckt ein weites Feld ab, so dass manches Thema recht knapp, manchmal auch zu knapp, aber nie oberflächlich behandelt wird.
Löblich, dass er gleich im zweiten Kapitel auf die Inkonsistenz eingeht, wenn er sie auch nicht genau genug gegen den Widerspruch abgrenzt. Viele Begriffe und Prozesse werden ganz knapp definiert und klargestellt. Jeder sollte sie sich hinter die Ohren schreiben. Ein Beispiel: Es gibt nur zwei Wege eine Argument anzuzweifeln: entweder man bestreitet eine oder mehrere der Prämissen oder man bezweifelt, dass die Konklusion aus den Prämissen folgt (S. 18).
Wofür Frege und Quine einen Teil ihres Lebens verwendeten (Unbestimmtheit der Übersetzung; Theorie der Referenz), erläutert Geach in einem Satz: Welcher Art von Wort ein Wort ist, erklärt sich aus dem Kontext eines Satzes; und es wäre ein Wunder wenn zeigendes Lehren von einzelnen Wörtern ("gavagai!", H.H.) dies übermitteln würde (S. 41).
Die Diskussionsfragen beziehen sich immer auf den Text, weisen aber auch darüber hinaus. Hier wären kurze "Lösungen" angebracht gewesen. Da die Kapitel eh so kurz sind, sind die Überschriften schon fast als Index brauchbar. Trotzdem erhöht ein Sachindex in einem Studienbuch wie diesem den Gebrauchswert. Literaturhinweise streut Geach immer wieder in den Text ein: sie reichen aus, zumal sie aus heutiger Sicht eh teilüberholt wären. Gerade die vielen Diskussionsteilnehmer im öffentlichen Raum – und hier schließe ich explizit die Internet-Diskussionsforen ein – sollten dieses Buch durcharbeiten. Dann würden sie beherzigen, dass jede Diskussion eine gewisse gemeinsame Menge von Prämissen und eine gemeinsame Sprache voraussetzt (S. 17). Zu oft erlebe ich es, dass in Internetforen alles Mögliche angezweifelt wird. Wenn ich die These: "Schnee ist weiß" verteidige, kommt zuerst der Hinweis auf Schmutz geach und als letzter Notanker die Sprache: "Vielleicht heißt »Schnee« im Dialekt der nordöstlichen Papua-Einwohner Dotterblume und dann wäre er/sie gelb".
Aufgrund des knappen Charakters und meiner umfangreichen Vorkenntnisse kann ich schlecht beurteilen, wie sich dieser Text als Propädeutikum eignet. Zumindest vermittelt Reason and Argument einen fundierten Einstieg und es ist aufgrund der zahlreichen Kapiteln auch für Wiederholungen bestens geeignet.
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Peter Thomas Geach, * 29. März 1916 in London; britischer Philosoph und Logiker.
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geach Anmerkungen zur Rhetorik und informalen Argumentationstheorie
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geach Literatur zur Rhetorik und informalen Argumentationstheorie
Literatur
Black, Max: Critical Thinking. An Introduction to Logic and Scientific Method. Englewood Cliffs, N.J.: Prentice-Hall, 1953. 2. Aufl. geach Rezension
Stalker, Douglas F.: "Reviewed Work(s): Reason and Argument. by P. T. Geach. Journal of Symbolic Logic 45.1 (1980). S. 185-187.
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geach GeachGeach, Peter Thomas: Reason and Argument. Oxford: Basil Blackwell, 1976. 99 Seiten. tugendhat
Ernst Tugendhat, Ursula Wolf: Logisch - semantische Propädeutik. Ditzingen: Reclam, 1989. Broschiert, 268 Seiten Geach
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 19.11.2006