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Wiener
Manfred Geier: Der Wiener Kreis. Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten
Reinbek: Rowohlt, 1992. Broschiert: 157 Seiten
In der rororo Monografien Reihe erscheinen Bildbiografien bedeutender Persönlichkeiten. Manfred Geier hatte mit einer Schrift über den Wiener Kreis zwei Probleme; er mußte
  • verschiedenste Persönlichkeiten in einen schmalen Band bringen
  • abwägen, da die "Teilnehmer" des Wiener Kreis keineswegs feststehen.
Der Autor hat beide Aufgaben hervorragend gelöst. Es liegt ein lesenswertes, ja geradezu spannendes Werk über diese wichtige, einflussreiche und anhaltende Richtung der Philosophie vor.
Der Einstieg gelingt mit dem Mord an Moritz Schlick. Diese Einleitung breitet schon den kerngedanken des Wiener Kreises aus: eine wissenschaftliche, metaphysikfreie Weltauffassung.
Geier macht klar, dass es um eine sich gegenseitig befruchtende Forschergemeinschaft geht, um deren Kern sich weitere, nicht minder wichtige Randfiguren scharen, die sich teilweise und zeitweise verbaten, dazu gerechnet zu werden. Er untersucht auch die Entstehungsbedingungen des Zirkels gerade in Wien. nach einem Porträt der Kernpersonen Otto Neurath, Rudolf Carnap, Hans Hahn, Moritz Schlick, Friedrich Waismann und Herbert Feigl folgen die Randpersonen Kurt Gödel, Karl Popper und Ludwig Wittgenstein.
Der Band bietet auch eine Vorgeschichte um Ernst Mach und Gottlob Frege und die politische Einbettung.
Nachdem schon in den beiden ersten Hauptabschnitten wichtige Gedanken und Errungenschaften des Wiener Kreises (logischer Empirismus) thematisiert wurden, stellt Geier im dritten Abschnitt die Philosophie des Kreises kanpp aber kompetent vor: die Sinnlosigkeit metaphysischer Sätze; das Ringen um ein Sinnkriterium; die Verifizierung von Aussagen; das Basisproblem, kurz: der kognitive Sinn von Aussagen und ihre Fundierung in der Erfahrung. Demgemäss stellt Feigl die zentralen Fragen des logischen Empirismus: "Was meinst du?" und "Wie kannst du es wissen?"
So kompakt wie in der vorliegenden Monografie wird man keine andere Darstellung des Wiener Kreises und der damit verbundenen philosophischen und wissenschaftstheoretischen Problem finden. Sehr zu empfehlen für alle, die über die Philosophie des 20. Jahrhunderts mitreden wollen.
Links
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Literatur
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geier   WienerManfred Geier: Der Wiener Kreis. Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Reinbek: Rowohlt, 1992. Broschiert: 157 Seiten wiener
Friedrich Waismann: Ludwig Wittgenstein und der Wiener Kreis. Gespräche, aufgezeichnet von Friedrich Waismann. Frankfurt: Suhrkamp, 2001. Broschiert, 265 Seiten Wiener
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