| Robert J. Fogelin:
Walking the Tightrope of Reason: The Precarious Life of a Rational Animal Oxford: Oxford UP, 2004. Taschenbuch: 224 Seiten |
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| In Walking the Tightrope of Reason untersucht Richard Foley die Möglichkeiten und Grenzen der Vernunft. Schon der Untertitel drückt seine Generallinie aus: das Leben des Menschen wird durch den Vernunftgebrauch gefährdet. Der Mensch schwankt zwischen Absolutismus, Relativismus und Skeptik. Wenn er die Möglichkeiten der Vernunft überzieht läuft er zudem in Antinomien ("intellectuals disasters"). | ||
| Das erste Kapitel "Why Obey the Laws of
Logic?" ist ein Plädoyer für den Satz des ausgeschlossenen
Widerspruchs: ¬ (p und ¬p). Wer den Satz ein fundamentales
prinzip der Rationalität aufgibt, verwirft die Vernunft selbst,
diejenige Eigenschaft, die nach Aristoteles u.a. den Mensch vom Tier
unterscheidet. Fogelin betont, dass man zwischen den Ebenen der verschiedenen Gesetze strikt unterscheiden muß (S. 22):
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| Im zweiten Kapitel "Dilemmas and
Paradoxes" behandelt Fogelin einige Paradoxien, besonders das
Lügnerparadox. Konsistenz ist nicht das einzige Ziel im Projekt der
Aneignung von Überzeugungen: gewisse Inkonsistenzen entwerten nicht
notwendigerweise ein Überzeugungssystem. Neben Immanuel Kant ( Fogelin weist das Prinzip, jede Inkonsistenz auszumerzen, zurück. Zurecht, wie das (von ihm nicht behandelte) Vorwortparadox zeigt. Die Gefahr der Inkonsistenz durchzieht alle unsere Regeln und Überzeugungen: wir müssen damit leben. |
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In "Pure Reason and Its Illusions" beschäftigt sich Fogelin mit den Antinomien (Kant) der Vernunft. Er selbst nimmt einen von Wittgenstein beeinflußten Standpunkt ein, den er circumspect rationalism« nennt: Unsere kognitiven Fähigkeiten sind die einzigen, mit den wir zurecht kommen müssen. Also, was soll's? (S. 70) Fogelin geht davon aus, dass alle Menschen mit den etwa gleichen kognitiven Fähigkeiten ausgestattet sind. Sie strukturieren sich ihre Umwelt alle ähnlich. Trotz aller Unkenrufe ist es daher nicht überraschend, dass wir uns kommunikativ verstehen (S. 74). Den Extremrelativisten oder radikalen Perspektivisten, die behaupten, ohne den Beobachter ist der Himmel nicht blau (oder wie mir mal einer sagte: vor Pythagoras galt dessen Satz nicht, die rechtwinkligen Dreicke gehorchten nicht dem »Satz vom Pythagoras«) hält Fogelin entgegen: "How could uttering the words »That's blue« (or »C'est bleu«) bring about a fundamental change in the diffraction properties of the upper atmosphere?" (S. 78). Wenn wir allerdings mit der Vernunft, die der Welterkennung und der Zurechtfindung darin dient, darüber hinausgehen, wird's gefährlich. Es droht unabwendbar ein intellektuelles Disaster (S. 71). Die Gefahr sehe ich, die Unvermeidlichkeit erschloß sich mir nicht. Fogelin sieht drei extreme Denkrichtungen
Der "justification skepticism" beruft sich auf Cliffords Prinzip:
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| Im Kapitel "Matters of Taste" will Fogelin das »Anything Goes« in ästethischen und moralischen Urteilen von Hume naturalistisch ausräumen. Wir sind genügend gleich (evolutionär begründet), wie wir die Welt wahrnehmen und erkennen, so dass ein vernünftiger gemeinsamer Rahmen, ja sogar Übereinstimmung auch bezüglich Kunst entsteht (S. 157). So, wie wir Übereinstimmung bezüglich der Naturgesetze erzielen, so auch in den Geschmacksurteilen (S. 161). | ||
| Robert J. Fogelin
gelang mit Walking the Tightrope of Reason ein Werk, dass sowohl den
interessierten laien als auch seine Kollegen anspricht. Er nimmt eine starke
Stellung pro Vernunft ein, bekennt aber letztlich, dass er dem Skeptizismus
letztlich nichts entgegnen kann. Mit Wittgenstein meint er daher:
Setzen wir unsere Vernunft ein, etwas anderes bleibt uns eh nicht übrig
Starke Einsichten, unbedingt lesenwert. |
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| Links | ||
| Literatur | ||
| Thomas Kelly: "Review: Walking the Tightrope of Reason: The Precarious Life of a Rational Animal. Robert Fogelin". Mind 113.452. (2004), S. 750-753. |
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| Robert J. Fogelin: Walking the
Tightrope of Reason: The Precarious Life of a Rational Animal. Oxford:
Oxford UP, 2003. Gebunden, 224 Seiten
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