| Charles M. Wynn, Arthur W. Wiggins:
Quantum Leaps in the Wrong Direction: Where Real Science Ends ... and
Pseudoscience Begins Washington, DC: Joseph Henry, 2001. 226 Seiten |
| Die Frage der Trennung der Wissenschaft
von der Pseudowissenschaft beschäftigte schon viele Denker. Viele
verstehen die Frage schon nicht oder sie zählen zumindest ihre Position
zur Wissenschaft ( |
| In drei Kapitel erklären die
beiden Autoren die Kritierien der wissenschaftlichen Methoden. Dabei bleiben
sie nicht bei plakativen Aussagen, wie der empirischen
Überprüfbarkeit, stehen. Historische Disziplinen müssen auch
abgeleitete Wege haben (was manche Pseudowissenschaftler nicht kapieren).
Wichtig ist in der Wissenschaft die Begründung auf (empirische) Belege
oder Ableitbarkeit. Authorität sollte in der Wissenschaft nicht
zählen. Was oft übersehen wird: auch Einfachheit der wissenschaftlichen Hypothesen ist ein Kriterium. Die Autoren belegen es locker für die westliche Hemisphäre: "When you hear hoofbeats, think horses, not zebras" (S. 7). Steht man im Tierpark Hellabrunn gilt diese Faustregel nicht mehr Auch mit verbreiteten Halbwahrheiten räumen die Autoren auf. Der Mond umkreist die Erde auch, wenn es niemand beobachtet. Auch als es noch keine Menschen gab, war der Himmel blau. Es wäre ja auch wundersam, wenn der Himmel vorher nicht blau gewesen wäre und erst wenn irgendein Mensch zum ersten Mal ausruft: "Schau, der Himmel ist ja blau!" ändert sich in der Atmosphäre irgendetwas schlagartig und entscheidend. Lobenswert ist dass die Autoren auch ausführen, was passiert, wenn wir der Pseudowissenschaft (zu) breiten Raum geben: unsere Fähigkeit die Welt zu erkennen und zu beeinflußen schwindet (S. 32). |
| An fünf exemplarischen Pseudodisziplinen zeigen die Autoren, was diese eben nicht zur Wissenschaft machen. Die Auswahl scheint willkürlich: UFOs, Nahe-Tod-Erlebnisse, Astrologie, Kreationismus, ESP und ähnliches. |
| Quantum Leaps in the Wrong Direction ist verständlich geschrieben und bringt die wichtigsten Abgrenzungskriterien zwischen Wissenschaft und Pseudowissenschaft. Wer sich in das Thema einlesen will, wird bestens bedient. Für andere bleibt es wohl zu flach. Es entschädigt aber durch schlagende Beispiele und durch die exzellenten Cartoons von Sidney Harris. Allein diese lohnen die Anschaffung. |
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