| Christoph Demmerling, Hilge Landweer:
Philosophie der Gefühle. Von Achtung bis Zorn Stuttgart: Metzler, 2007. Taschenbuch, 338 Seiten |
| Gefühle sind subjektive, seelische Zustände, die zuerst wohl in die Domäne der Psychologie fallen. Doch auch die Philophie hat viel dazu zu sagen. Das zeigt die ausgezeichnete, tiefschürfende, weit greifende Philosophie der Gefühle. |
| Neben dem Denken und dem Willen sind
die Gefühle eine weitere extrem wichtige Komponente des Ichs. Die
Diskussion dreht sich stark um die Fragen des Verhältnisses
Rationalität Affekte. Sollen sie von der Vernunft kontrolliert
werden, damit die Vernunft dadurch noch durchschlagskräftiger wird oder
sind die Gefühle ein eigenständiger Beitrag, denen sogar Vorrang
einzuräumen ist. Siehe dazu die Werke von Gerd
Gigerenzer, Psychologe, Direktor am Max-Planck-Institut für
Bildungsforschung ( |
| In einer
ausführlichen Einleitung wird u.a. die Terminologie geklärt. Die
Grenzen zwischen Gefühlen, Stimmungen, Empfindungen und Affekten sind
fließend. Die Autoren konzentieren sich auf Emotionen, die auf die Welt
bezogen sind, wie Scham, Neid und Trauer (S. 5). Besonders geht die Einleitung auf die Arbeiten von Jon Elster, Martha Nussbaum, Richard Wollheim ( |
| Der Hauptteil
besteht aus einem ABC der Gefühle: "Achtung und Anerkennung", "Angst", "Ekel", "Glück und Freude", "Liebe", "Mitgefühle", "Neid und Eifersucht", "Scham und Schuldgefühl", "Stolz", "Traurigkeit und Melancholie", "Zorn und andere Aggressionsgefühle". Alle Gefühlskapitel sind fundiert, umfangreich und lehrreich. Obwohl sie alle eine Handschrift erkennen lassen wird nichts nur schematisch abgehandelt. Immer wieder werden kleine Beispiele zur Verdeutlichung eingestreut. Der Text wird durch den Praxisbezug lesbarer. Die kleine Schrift steht dem etwas entgegen. Ansonsten wäre das Werk aber zu umfangreich geworden. Das Preis- Leistungsverhältnis ist enorm. Der größte Verdienst ist es, dass die Autoren nicht auf die Bestsellerlisten schielten. Dorthin kommt man mit Ratgebern zu Gefühlen und Ergüssen der Gefühlsduselei ziemlich schnell. Derzeit z. B. Liebe dich selbst und freu dich auf die nächste Krise und ähnliches oder gar unter Belletristik: Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück ( Wer es vorher noch nicht wußte, weiß es noch der Lektüre von Philosophie der Gefühle: Denken, Gefühle und Handeln hängen eng zusammen. |
| Bei Demmerling und
Landweer stehen die aktuellen wissenschaftlichen und philosophischen
Diskussionen im Vordergrund; dazu immer auch ein Blick in die
Geistesgeschichte. Somit ergab sich ein solides und empfehlenswertes
Nachschlagewerk für Philosophen, Psychologen, Pädagogen und alle, die
den Gefühlen ernsthaft auf den Grund gehen wollen. Zu loben ist zudem das thematisch gegliederte Literaturverzeichnis. Es hilft weiter. |
| Links |
| Literatur |
| Helmut Walther: "Christoph Demmerling, Hilge Landweer: Philosophie der Gefühle. Von Achtung bis Zorn". In: Aufklärung und Kritik 2, 2007. S. 275-277 |
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| Richard Wollheim: Emotionen.
Eine Philosophie der Gefühle. München: C.H.Beck, 2001. Dietmar
Zimmer, Übs. Gebunden, 295 Seiten
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