| Deborah J. Bennett:
Randomness Cambridge, Mass.: Harvard UP, 1999. Taschenbuch, 256 Seiten |
| Der Buchtitel läßt ein Werk zum Zufall erwarten. Das ist es auch; zusätzlich ist es eine Geschichte der Wahrscheinlichkeitstheorie und Statistik, soweit dies auf den wenigen Seiten machbar ist. |
| Deborah J. Bennett zeigt, wie Zufall
und Wahrscheinlichkeit über die Jahrhunderte aufgefasst wurden. Sie gibt
viele Beispiele, in denen wichtige Entscheidungen in der Bibel per
zufälligem Los gefällt wurden. Ganz im Gegensatz dazu haben heutige
Theologen oft einen Horror vorm Zufall, der meist mit dem abwertend gemeinten
Zusatz "blind" versehen wird. Siehe dazu bei den reichhaltigen Links zur
Evolution ( Sehr einleuchtend analysiert die Autorin die verschiedenen Auffassungen zum Zufall und der Wahrscheinlichkeit (objektive, subjektive, empirische, ...). Manchem Leser wird es neu sein, dass hier überhaupt ein Problem liegt. Ein ganzes Kapitel widmet sie der Erzeugung von Zufallszahlen und zitiert dazu Robert R. Coveyou, Oak Ridge National Laboratory: "The generation of random numbers is too important to be left to chance" (S. 132). Dies leitet zu den Paradoxa der Wahrscheinlichkeit, die zwar teilweise originell aber nur kursorisch behandelt werden. Gerade zum Gefangenen- und Monty-Hall-Problem (das aber visuell gut veranschaulicht wird) findet man Ausführlicheres ( |
| Aufschlußreich sind Bennetts
Überlegungen dazu, dass über die Wahrscheinlichkeit erst relativ
spät ernsthaft gearbeitet wurde. Neben anderen Ursache führt sie das
Christentum an, dass immer davon ausging und geht, dass alles von Gott
verursacht wird: Kein Spatz fällt vom Himmel ohne Gottes Willen und sogar
die Haare auf dem Kopf sind alle gezählt; Mt 10,29-30. Damit sahen die
biblischen Kleingeister keinen Raum für den Zufall (siehe auch die
Bemerkung ganz oben zum oft verteufelten "blinden Zufall"). Dieser Hinweis der
Autorin ist ein kurzer, aber bemerkenswerter Beitrag zu Christentum und
Wissenschaft ( |
| Deborah J. Bennett, Associate Professor of Mathematics, Jersey City State College, New Jersey. |
| Wer kein Studienbuch zum Zufall und zur Wahrscheinlichkeit erwartet, sondern eine gut lesbare geschichtliche Einführung, wird mit Randomness bestens bedient. |
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