| Jürgen Walther: Philosophisches
Argumentieren. Lehr- und Übungsbuch Freiburg: Alber, 1990. Broschiert, 272 Seiten |
| Tägliche Gespräche haben oft argumentativen Charakter. Doch nachgehakt, stellt sich heraus, dass das unterliegende Argument falsch aufgefasst (da recht locker formuliert) wird und der Urheber etwas ganz anderes meint. Gerade bei betonter Aussagekraft ("ist es nur logisch, dass", "Fakt ist") lohnt es sich nachzufragen. Ich stelle sogar eine gewisse Vorliebe im Bekanntenkreis und in der Öffentlichkeit zu schwammigen Formulierungen fest. Sie werden gepriesen, da man sich alles darunter vorstellen kann. Walther behandelt "Das Sein ist ein Sein zum Tode" und ähnliche Fälle (S. 204). Das Beispiel beruht wohl auf Heidegger, der vom "Sein-zum-Tode" und dem "Hineingehaltensein in das Nichts" schreibt; es wurde auch wörtlich aufgegriffen und verwendet in: Winfried Noack: Anthropologie der Lebensphasen. Grundlagen für Erziehung, soziales Handeln und Lebenspraxis. Berlin: Frank & Timme, 2007. S. 94. |
| Das erklärt auch den Erfolg von Büchern mit vielen Allgemeinplätzen auf den Bestsellerlisten für Sachbuch und Belletristik. Hier hilft Philosophisches Argumentieren weiter. |
| Es erklärt die Anwendung der
Aussagen- und Prädikatenlogik auf alltägliche und philosophische
Argumente. Es schärft den Blick für ausgelassene Voraussetzungen,
für nur behauptete Sachverhalte ("Fakt ist ..."), den Umgang mit Metaphern
und die Entlarvung von systematisch irreführende Ausdrücke. Die Kapitel sind reichlich mit Übungen versehen, zu denen der Autor im Anhang beispielhafte Lösungen angibt. Das Literaturverzeichnis ist etwas lapidar (bei Kant und Wittgenstein sich auf "Werke" zu berufen ist nicht hilfreich), ein Register fehlt, so dass man sich auf S. 167 die Satzfragenprobe ab S. 67 erst suchen muss (oder man hat sich's gemerkt). |
| Noch ein wichtiger Hinweis (falls es aus der Besprechung nicht eh hervorgeht): Philosophisches Argumentieren ist selbstverständlich auch enorm hilfreich für alltägliches Argumentieren. |
| Rundum empfehlenswert. Schade, dass es derzeit (4/2009) nurmehr antiquarisch erhältlich ist. |
| Links |
| Literatur |
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| Zum Vergleich und zur Ergänzung | ||
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| Holm Tetens:
Philosophisches Argumentieren. Eine Einführung. München: Beck,
2004. Taschenbuch, 311 Seiten
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| Ernst Tugendhat, Ursula Wolf:
Logisch-semantische Propädeutik. Stuttgart: Reclam, 1986.
Taschenbuch, 268 Seiten
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