| Daniel C. Dennett: Consciousness
Explained Boston: Little, 1991. 511 Seiten |
| Daniel Clement Dennett ist ein
fulminanter Schreiber, der jeden in tiefe philosophische Problemstellungen
einführen kann ohne zu oberflächlich zu werden und ohne seinen
Standpunkt zu verraten. Manchmal freilich geht ihm der Gaul durch und der Leser
muß lange Exkursionen durchwühlen. Wer Consciousness Explained durcharbeitet begreift wichtige Punkte der gegenwärtigen Bewußtseins-Diskussion und wird mit den gängigen Gedankenexperimenten dazu vertraut (Descartes: Evil Demon; Putnam: The Brain in a Vat; Searle: The Chinese Room; Jackson: Mary, the Color-Scientist); ob der Leser auch Dennetts eigenes Modell Multiple Drafts durchschaut, bezweifle ich. Dennetts Hauptthesen sind:
Entgegen anderen Philosophen (z. B. Colin McGinn) ist Dennett der Auffassung, Bewußtsein sei sehr wohl der rationalen Erklärung zugänglich und sein Multiple Drafts Modell zeigt den richtigen Weg auf. Manchmal macht es sich Dennett zu einfach, so wenn er das Problem behandelt, ob mentale Phänomene wie Schmerz physikalische Entitäten sind oder entsprechen. Er will dafür (im Hirn ?) Kandidaten aufsuchen. Wenn er keine findet, will er erklären, warum Subjekte diese Phänomene (fälschlich ?) als existierend auffassen (S. 98). Ein Scheitern seiner These ist damit ausgeschaltet: entweder wir finden sie oder es muß ein Irrtum sein. Am Ende seines Werks versucht er noch die Angst zu zerschlagen, die manche Leute davor haben, daß das Bewußtsein kein ewiges Geheimnis bleiben wird. Die Lektüre von Consciousness Explained ist ein großer Gewinn; für diejenigen, die zum Thema Bewußtsein mitdiskutieren wollen, ist die Lektüre Pflicht. |
| Links |
| Literatur |
| Daniel C. Dennett:
"Where Am I?" Online
In: Brainstorms: Philosophical Essays on Mind and Psychology, siehe unten. |