| Colin McGinn: Wie kommt der Geist in die Materie? Das
Rätsel des Bewusstseins [The Mysterious Flame. Conscious Minds in a Material World] Susanne Kuhlmann-Krieg, Übs. Zürich: Piper, 2003. 266 Seiten. |
| Colin McGinn, Professor für
Philosophie an der Rutgers University in N.Y., USA, trat schon 1993 mit seinem
Buch Problem of Consciousness in die Stapfen all derer, die das
eigentliche Problem des Bewußtseins (Entstehung, Erklärung im
Zusammenhang mit den neurophysiuologischen Prozessen) als für uns Menschen
unklärbar erklären. Schon 1880 vertrat Emil
Du Bois-Reymond in der berühmten Rede "Die sieben
Welträtsel" dieselbe These ( McGinn diskutiert in Wie kommt der Geist in die Materie? sehr verständlich, wiederholt aber im Wesentlichen seine Argumente aus dem erwähnten Problem of Consciousness. Er ist davon überzeugt, dass der menschliche Erkenntnisapparat durch die Evolution so gefortm wurde, dass uns eine letzte Erklärung des Bewusstseins verborgen bleibt. Daraus zieht er aber keine (ungerechtfertigten) ontologischen Schlüsse. Er wird nicht zum Dualisten. Wer diese Antwort insgesamt enttäuschend findet, wird einerseits von McGinn (der dieses Problem sehr wohl kennt) getröstet, andrerseits bieten McGinns Ausführungen noch jede Menge andrer Hirnfutter: Turnig-Test, anorganische Hirne, künstliches Bewußtsein. Gerade zu diesen Themen trägt er einiges Originelles vor. Doch mir scheint, zur Frage, ob wir je (künstliches) Bewußtsein produzieren können, hat er im letzten Kapitel von Problem of Consciousness schon Überzeugender argumentiert. Als Einstieg in die Bewußtseinsdebatte ist Wie kommt der Geist in die Materie? geeignet. |