| Josef H. Reichholf: Das Rätsel der
Menschwerdung. Die Entstehung des Menschen im Wechselspiel der
Natur München: Dtv, 2004. 291 Seiten 6. Aufl. |
Josef H. Reichholf, Leiter der
Wirbeltierabteilung der Zoologischen Staatssammlung, München, beschreibt
in weiten Bögen und detailliert die Menschwerdung. Dabei legt er stets
Wert darauf, die Gründe des Ablaufs und Geschehens offenzulegen. Er sieht
mehrere entscheidene Schritte zur Menschwerdung:
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Josef Reichholf vertritt die Out-of-Africa-These: die Menschwerdung vollzog sich
an einer Stelle in Ostafrika. Allerdings schwappten von dort drei grosse
Wanderbewegungen aus:
Da möchte man meinen, dass die Erfolgsgeschichte des Menschen ständig neu geschrieben werden muss. Die Schlagzeile:"die Stammesgeswchichte des Menschen muss neu geschrieben werden" liest man aber zu häufig um sie noch glauben zu können. Jeder Wissenschaftler will seinen Fund besonders wichtig machen und preist ihn vollmundig an. Ein Vorzug dieses Werks ist es, dass Reichholf immer klar macht, warum es so geschah und wahrscheinlich nicht anders. Er beschreibt also nicht nur, sondern interpretiert und begründet. Das erzählt er anschaulich wie in einem Roman. Er weist auf die verschiedenen jeweils zusammen kommende Umstände und Bedingungen hin. Das führt manchmal zur Ungeduld des Lesers, wenn Reichholf immer neue Fragen stellt und vorerst klären muss, bevor er den nächsten Schritt begründen kann. Viele Fäden werden aufgedröselt bis Reichholf den Knoten schnürt. Dafür hatte ich als Leser den Eindruck kompetent informiert zu werden. Man kann Das Räsel der Menschwerdung angenehm lesen, da alles folgerichtig entwickelt und erzählerisch vorgebracht wird. Zahlreiche Abbildungen veranschaulichen zusätzlich. Schwieriger wird es trotz Index, wenn man gezielt Zeitpunkt oder Entwicklungsstadien sucht. |
| Josef H. Reichholf |
| * 1945 Aigen am Inn, Leiter der
Wirbeltierabteilung der Zoologischen Staatssammlung, München. Studium der
Chemie, Geographie und Tropenmedizin (ZDF behauptet statt dem letzten:
Biologie) ein Forschungsjahr in Brasilien. 1971 bis 1973 ökologische Grundlagenforschung an Stauseen als Forschungsstipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Dozent an der TU München: Naturschutz, Gewässerökologie; LMU München: Allgemeine und Terrestrische Zoogeographie sowie Ornithologie Präsidiumsmitglied des deutschen World Wide Fund for Nature (WWF). |
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